Yakuza 0 im Test: Einsteigerfreundliches Prequel auf PS4

Die kultige Sega-Serie rund um grimmige Gesichter, verrückte Tänze und harte Prügel dreht den Zeiger der Zeit zurück und schickt euch zu den Anfängen ihres Protagonisten Kiryu.

  • von Michael Krüger am 30.01.2017, 8:35 Uhr

Die Zahl im Titel weist auf den Umstand hin, dass es sich bei Yakuza 0 um ein Prequel, also die die Vorgeschichte zur Reihe handelt, mit der Sega seit gut zehn Jahren vornehmlich PlayStation-Systeme versorgt. Dementsprechend begebt ihr euch auf eine Reise in die Vergangenheit, genauer gesagt ins Jahr 1988. Hier schlüpft ihr in die Rolle zweier junger Yakuza. Eure Perspektive wechselt dabei alle paar Kapitel zwischen den Protagonisten Kiryu und Majima. Während der Zweite in Osaka zu tun hat, seid ihr mit dem Ersten in Tokio beschäftigt.

Der geschäftige Untergrund Japans

Yakuza 0 ist ein Action-Adventure in einem Open World-Schauplatz, der allerdings nicht besonders weitläufig ist. Vielmehr bewegt ihr euch durch überschaubare urbane Szenerien. Diese sind allerdings bis zum Rand mit Aktivitäten gefüllt. Zahllose Geschäfte können besucht werden, und neben zufälligen Kämpfen auf den Straßen findet ihr immer wieder witzige Minispiele.

Karaoke, Baseball, Kartenspiele – an Vergnügungsmöglichkeiten herrscht in dieser digitalen Version japanischer Stadtlandschaften wahrlich kein Mangel. Euer tägliches Geschäft verlangt jedoch heftigeren Einsatz. Denn im Fokus von Yakuza 0 stehen knallharte Straßenkämpfe. Und auch wenn diese auf Dauer recht ähnlich ablaufen, machen sie einfach Spaß.

Sowohl Kiryu als auch Majima verfügen über mehrere Kampfstile. Diese wechselt ihr passend zur Situation und euren Vorlieben. Egal, ob ihr lieber mit schweren Gegenständen auf eure Feinde einprügelt oder bevorzugt schnelle Schläge austeilt – für jeden Kämpfer ist die passende Haltung verfügbar, die dann auch gleich einen ganzen Stapel an Verbesserungen im Gepäck hat. Langweilig wird es euch hier sicher nicht so schnell.  

Gewohnt stilecht

Mit Yakuza 0 feiert die Serie hierzulande ihr Debüt auf der PlayStation 4, und die Leistungsfähigkeit der Konsole macht sich besonders bei den Gesichtern der Spielcharaktere bemerkbar. Auch wenn diese schon auf der Vorgänger-Hardware recht detailliert waren, erreichen sie nun eine neue Ebene. Selbst kleinste Hautporen sind sichtbar und dank der gelungenen japanischen Synchronisation entstehen charismatische und vor allem glaubhafte Figuren. Eine andere Sprachausgabe steht euch übrigens nicht zur Verfügung. So bleibt Yakuza 0 zwar stilecht, doch gleichzeitig nach wie vor nicht jedermann zugänglich. Dieser Umstand wird durch die Bildschirmtexte unterstrichen, denn die gibt’s nur in Englisch.

Eines der hervorstechendsten Merkmale der Serie kommt auch in Yakuza 0 wieder zum Ausdruck. So bewegt ihr euch durch eine Szenerie, die voll und ganz auf Glaubwürdigkeit setzt. Jedes Gebäude könnte eins zu eins im realen Tokio zu finden sein. Und das gilt nicht nur für die Gestaltung der Fassaden, unzählige kleine Details wie Werbeplakate und Mülltüten sorgen für Wirklichkeitsnähe. Und auch in den Geschäften begeistert die Detailverliebtheit der Entwickler. Eine ambitionierter gestaltete Umgebung werdet ihr in keinem anderen Open-World-Spiel finden.

Fazit

Yakuza 0 spielt die Stärken der Serie erneut aus, zeigt hier und da allerdings auch Ansätze von Staub. Die Kämpfe fühlen sich nach einiger Zeit immer wieder gleich an, und auch wenn die Gesichter Fortschritte bei der grafischen Gestaltung zeigen, bleiben die Bewegungen der Figuren doch auf dem Niveau der bisherigen Serienteile. Unterm Strich bekommt ihr ein rundes Action-Adventure, das sich besonders gut für Yakuza-Interessierte und Serienneulinge eignet. Es fasst die Mechaniken der Serie schön zusammen und setzt gleichzeitig keine Kenntnisse der Vorgänger voraus. Und seid ihr erst einmal richtig abgetaucht, werdet ihr die Welt von Yakuza nicht mehr so schnell verlassen wollen. Denn selbst nach dem Ende der Story gibt es noch Etliches für euch zu erledigen.

Für Fans von:

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Michael Krüger
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