Wanted Killer VR im Test: Bullet Time-Shooter trifft Borderlands

Wanted Killer VR bringt Cel Shading-Action im Borderlands-Stil auf PC-VR-Brillen. Das Beste daran: Bereits im Early Access-Stadium macht das mächtig Laune.

  • von Oliver Schmiedchen am 06.02.2019, 17:28 Uhr
Wanted Killer VR im Test

Ego-Shooter in der virtuellen Realität gibt es viele, wirklich innovatives Gameplay steht allerdings nicht wirklich oft auf dem Programm. Ganz anders ist das bei Wanted Killer VR: Im Spiel des Berliner Entwicklerstudios Playsnak sorgen coole Spielmechaniken für ein einzigartiges Action-Erlebnis.

Lineares Borderlands für VR-Brillen

Zuerst sticht allerdings die Optik des kunterbunten Shooters ins Auge: Der aus Spielen wie Borderlands oder dem altehrwürdigen XIII bekannte Cel Shading-Look macht auch in Wanted Killer VR eine sehr gute Figur. Zwar erlaubt es das Optionsmenü bislang nicht, die Grafikeinstellungen anzupassen, wirklich nötig ist das aber nicht. Das Geschehen läuft nämlich stets flüssig ab und ist dank des gelungenen Artstyles ein echter Augenschmaus.

Außer der Grafik erinnert noch etwas an Borderlands: Loot. Besiegte Gegner lassen nach ihrem Ableben manchmal Waffen unterschiedlicher Seltenheit zurück, die wir uns ins Inventar stopfen und zum Einsatz bringen.

Ein Progressionssystem belohnt uns je nach unserer Performance am Ende eines der linearen Levels zudem mit wertvollen Credits, mit denen wir die gefundenen Schießprügel aufwerten. Zwar bietet Wanted Killer VR längst nicht so viele Waffen wie Borderlands, trotzdem bricht schnell ein kleines Sammelfieber aus. Die Jagd nach neuen Knarren motiviert wie eh und je.

Taktisch teleportiert ist halb gewonnen

Das unbestreitbar beste Feature ist aber das Gameplay. Dass Teleportation alles andere als ein Immersionsbrecher sein muss, bewies schon der Rogulike-VR-Shooter In Death. Wanted Killer VR setzt hier sogar noch einen drauf und kombiniert Teleportation mit Bullet Time, wie wir sie in den Max Payne-Spielen kennen und lieben gelernt haben.

Das nennt sich dann Tactical Teleport und funktioniert folgendermaßen: Strecken wir einen Gegner nieder, hinterlässt dieser eine violette Silhouette, die nur für einige Sekunden bestehen bleibt. In dieser Zeit können wir den bunten Schatten ins Visier nehmen und uns dorthin teleportieren. Dabei können wir uns aussuchen, ob wir sofort dort ankommen oder in Zeitlupe hinüberschweben wollen.

Meist bietet sich Letzteres an. Zumal wir dann genüsslich weitere Widersacher aufs Korn nehmen und mit unserem Körper feindlichen Projektilen ausweichen (sofern wir beweglich genug sind). Bringen wir während eines solchen Bullet Time-Teleports einen weiteren Schergen zur Strecke, können wir uns sogar während eines laufenden Teleports für das neu erschienene “Reiseziel” entscheiden und in der Luft unseren Kurs ändern.

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Das verleiht den Gefechten gleichzeitig taktische Tiefe und eine filmreife Dynamik. Wer sich zusätzlich frei bewegen will, kann das übrigens auch tun. Wanted Killer VR bietet optional Smooth Locomotion und Snap Turning.

Story, Horde, Koop

Inhaltlich gibt es trotz Early Access in Wanted Killer VR mehr als genug zu tun. Das geht bei den Spielfiguren los: Bisher sind zwei von den angedachten vier Charakteren spielbar. Jede Figur verfügt kommt dabei mit eigenen Story-Missionen daher, die abwechslungsreich ausfallen und dazu noch von guten Sprechern vertont werden.

Die Charaktere unterscheiden sich zudem in ihren Waffenfertigkeiten: Ricky ist beispielsweise besonders versiert im Umgang mit zwei Pistolen. Assassine Mia brilliert als Expertin im Umgang mit zweihändigen Distanzwaffen.

Neben der Story gibt es noch einen Horde-Modus, in dem wir gegen Gegnerwellen antreten und Bosskämpfe bestreiten. Sehr schön ist ebenfalls, dass sowohl Kampagne als auch Horde über einen Online-Koop-Modus verfügen.

Unsere Wertung

Oliver Schmiedchen

Mein Fazit:

Wanted Killer VR ist Early Access, wie er sein soll: Die Spielmechanik funktioniert bereits perfekt, die Entwickler versorgen das Spiel regelmäßig mit Inhalts-Updates und Bugfixes. Das innovative Gameplay macht mächtig Laune und es gibt bereits jetzt genügend Content und Wiederspielwert, um lange Spaß am Spiel zu haben. Wer Lust auf einen toll gemachten Virtual Reality-Shooter im Comic-Stil hat, kann hier bedenkenlos zugreifen!

Wanted Killer VR ist das richtige Spiel für euch, wenn ihr…

  • nach einem innovativen Virtual Reality-Shooter sucht.
  • auf filmreife Action à la Matrix oder John Wick steht.
  • Spiele wie Borderlands, Max Payne, Sairento VR oder In Death mögt.

Wanted Killer VR ist eher nichts für euch, wenn…

  • Cel Shading euch optisch nicht zusagt.
  • ihr euch beim Zocken möglichst wenig bewegen wollt.

Ihr erhaltet Wanted Killer VR zum Preis von 9,99 EUR (bis zum 11. Februar 2019 für 6,99 EUR) für Oculus Rift, HTC Vive und Windows Mixed Reality-Brillen auf Steam – beziehungsweise im Oculus Store.

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Oliver Schmiedchen
Oliver Schmiedchen

Gamer aus Leidenschaft, dabei seit PlayStation 1-Zeiten. Aktuell zuhause auf Xbox One und in Sachen VR auf dem PC. Hält die SEGA Dreamcast für die beste Konsole aller Zeiten. Feiert Musik von Gucci Mane über Led Zeppelin bis Adam Beyer.

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