VoiceAttack im Test: Volle Sprachkontrolle

VoiceAttack ist ein leistungsfähiges Sprachsteuerungs-Tool für Windows, das sich hervorragend in VR-Spielen und -Anwendungen einsetzen lässt. Wir haben das Programm für euch getestet.

  • von Oliver Schmiedchen am 04.06.2019, 9:45 Uhr
Voice-Attack-Header

Virtual Reality ist das Medium mit dem wohl ausgeprägtesten Präsenzgefühl. Dieses leidet allerdings spätestens, wenn wir – aus welchen Gründen auch immer – unter unserer VR-Brille plötzlich die Tastatur unseres PCs benutzen müssen. Hier schafft die Sprachsteuerungs-Software VoiceAttack Abhilfe, die ganz nebenbei auch noch für ein ordentliches Plus an Immersion sorgen kann.

  1. VoiceAttack: erst trainieren, dann befehlen
  2. Breites Einsatzfeld
  3. Features für mehr VR-Immersion
  4. Kostenlose Demo, fairer Preis
  5. Unsere Wertung

VoiceAttack: erst trainieren, dann befehlen

VoiceAttack ist ein verhältnismäßig kleines Tool, dass die in Windows integrierte Spracherkennung nutzt, um seine Nutzer zu „verstehen“. Damit das bestmöglich funktioniert, ist es sinnvoll, zunächst die Windows-Spracherkennung zu trainieren, und zwar mit genau dem Mikrofon, dass zur Sprachsteuerung eingesetzt werden soll – also mit dem Mikrofon unserer VR-Brille.

Das ist auf den ersten Blick gar nicht so leicht, da wir ja normalerweise unter der VR-Brille nicht unseren Windows-Desktop sehen. Diesen brauchen wir allerdings, da wir beim Sprachtraining vorgegebene Sätze ab- und dann vorlesen müssen.

Mit Oculus Desktop oder der kostenlosen VR-App Bigscreen ist das aber bei allen PC-Headsets problemlos möglich – egal ob Oculus Rift / Rift SHTC Vive oder Windows Mixed Reality. Ist dieser erste Schritt erledigt, eröffnen sich zahlreiche VR-Nutzungsmöglichkeiten für VoiceAttack. Diese reichen von „ziemlich praktisch“ bis zu „Wow, das ist ja der absolute Oberhammer“.

Breites Einsatzfeld

Nützlich ist VoiceAttack zum Beispiel dann, wenn wir VR-Gameplayvideos aufnehmen oder Screenshots von VR-Erfahrungen anfertigen wollen. Oftmals lassen sich solche Funktionen nämlich nicht auf Bewegungscontroller, Joysticks oder Gamepads legen, zumal dafür oft externe Anwendungen bemüht werden müssen.

Mit VoiceAttack ist das hingegen kein Problem: Wir legen zunächst im Capture-Programm (z.B. OBS oder NVIDIA Shadowplay) eine Taste oder Tastenkombination auf unserer Tastatur für die gewünschte Funktion (Aufnahme starten/beenden, Screenshot machen etc.) fest. Dann versehen wir diese Tastenkombination in VoiceAttack mit einem Sprachbefehl, etwa „Aufnahme starten“.

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Damit wir auch mitbekommen, ob der Befehl funktioniert, können wir in VoiceAttack akustisches Feedback aktivieren. Zum Beispiel können wir eine Audiodatei abspielen oder sogar den Computer per Text-to-speech mit uns sprechen lassen, sodass jedesmal z.B. ein „Aufnahme gestartet“ ertönt, nachdem wir den Befehl erfolgreich ausgeführt haben.

Aber auch, wenn es ums reine Spielen geht, ist VoiceAttack sehr nützlich. Wollen wir etwa unseren Blickwinkel neu zentrieren, ging das zum Beispiel in der Early Access-Fassung von Assetto Corsa Competizione nur über eine recht wilde Tastenkombo. Mit VoiceAttack stellt diese kein Problem mehr dar – wir können bequem hinter unserem Lenkrad oder Gamepad sitzen bleiben und müssen nicht mehr die Tastatur bemühen.

Features für mehr VR-Immersion

Flug- oder Weltraumsimulationen der Marke DCS World oder Elite: Dangerous profitieren besonders von VoiceAttack. Denn selbst auf einem ausgewachsenen Profi-Joystick lassen sich nicht alle verfügbaren Spielbefehle unterbringen.

Wer ein wenig Zeit in die Konfiguration von VoiceAttack investiert, wird bei diesen Spielen sogar mit einer ordentliche Portion Extra-Immersion belohnt. Selbst komplexe Tastaturkombinationen und Makros lassen sich in VoiceAttack festlegen und per Sprachbefehl abrufen. Dadurch lassen sich in Elite zum Beispiel die Vorbereitungen zum Landeanflug automatisieren.

Paaren wir das mit der akustischen Feedback-Funktion, bekommen wir das Gefühl, direkt mit unserem Schiffscomputer zu kommunizieren. Noch eine Schippe drauf legen die HCS-Voicepacks, die als kostenpflichtiges Addon für VoiceAttack verfügbar sind.

Kostenlose Demo, fairer Preis

Apropos kostenpflichtig: Die Vollversion von VoiceAttack ist auf Steam für schlanke 11,99 EUR zu haben und gerade für Freunde komplexer Simulationen jeden Cent wert. Wer die Software erst einmal ausprobieren möchte oder nur eine handvoll Sprachkommandos benötigt, kann auch zur kostenlosen Demoversion greifen.

in der Gratis-Variante können wir ein Profil mit maximal 20 Sprachkommandos anlegen und ansonsten den gesamten Funktionsumfang von VoiceAttack nutzen. Das ist für den Einstieg auch vollkommen ausreichend. Einziger Wermutstropfen: VoiceAttack ist ausschließlich auf Englisch verfügbar.

Unsere Wertung

Ihr habt es sicher schon gemerkt: Ich bin begeistert von VoiceAttack und möchte es in meinem VR-Alltag nicht mehr missen – wer dennoch skeptisch ist, greift zum Ausprobieren einfach zur kostenlosen Demo.

Oliver Schmiedchen

Mein Fazit:

VoiceAttack ist ein Tool, das für jede Menge zusätzlicher Immersion in VR-Anwendungen sorgen kann. Die Waffensysteme meines Raumschiffs in Elite mit Sprachkommandos zu steuern und dabei sogar gesprochenes Feedback zu bekommen, ist einfach ziemlich cool. Noch dazu ist VoiceAttack nützlich bei VR-Anwendungen, bei denen ansonsten die Tastatur zum Einsatz kommen würde, was unter der VR-Brille reichlich unpraktisch ist. Die Anwendungsmöglichkeiten der Software sind dank der reichhaltigen Features fast unendlich. Ich empfehle jedem, zumindest die kostenfreie Version von VoiceAttack auszuprobieren – es lohnt sich.

Ihr solltet VoiceAttack unbedingt ausprobieren, wenn ihr…

  • ihr VR-Anwendungen noch immersiver machen wollt
  • nach einer einfachen Methode sucht, externe Softwarebefehle in VR-Anwendungen auszuführen (z.B. zum Anfertigen von VR-Spielevideos)
  • ihr nach einem Workaround sucht, um in VR nicht eure Tastatur benutzen zu müssen

VoiceAttack bietet euch nicht unbedingt einen Mehrwert , wenn…

  • es euch seltsam vorkommt, mit eurem PC zu sprechen
  • ihr nur VR-Anwendungen nutzt, für die ein Gamepad oder Bewegungscontroller völlig ausreichen

Die Sprachsteuerungs-Software VoiceAttack erhaltet ihr hier:

Getestet mit: Oculus Rift

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Oliver Schmiedchen
Oliver Schmiedchen

Gamer aus Leidenschaft, dabei seit PlayStation 1-Zeiten. Aktuell zuhause auf Xbox One und in Sachen VR auf dem PC. Hält die SEGA Dreamcast für die beste Konsole aller Zeiten. Feiert Musik von Gucci Mane über Led Zeppelin bis Adam Beyer.

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