The Wizards: Trials of Meliora im Test: Magischer VR-Waveshooter

The Wizards, eines der besten VR-Spiele überhaupt, hat mit Trials of Meliora einen Ableger für Oculus Go und Samsung Gear VR bekommen. In unserem Test klären wir, ob die Variante für die autarke VR-Brille einen ähnlichen Zauber entfaltet wie das Original.

  • von Oliver Schmiedchen am 09.05.2019, 14:23 Uhr
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Mit The Wizards: Enhanced Edition landeten die polnischen Entwickler Carbon Studio einen echten Virtual Reality-Hit. Trials of Meliora soll nun auf Oculus Go und Samsung Gear VR in die Fußstapfen des „großen Bruders“ treten. Gelingt das oder geht die Magie bei der Portierung auf die „kleinen“ VR-Brillen verloren?

  1. Abgespecktes Zauberspektakel…
  2. …mit toller Steuerung
  3. Abwechslungsreiches Gameplay
  4. Ordentlicher Umfang
  5. Solide Technik
  6. Unsere Wertung

Abgespecktes Zauberspektakel…

Während das Original für Oculus Rift / Rift SHTC Vive / Vive Pro und Windows Mixed Reality-Headsets erschien und eine ausgewachsene Story-Kampagne besaß, ist bei The Wizards: Trials of Meliora alles einer Nummer kleiner. Der Storymodus fiel dem Rotstift zum Opfer, stattdessen erwartet uns im Spinoff ein reinrassiger Waveshooter.

Den Sprung auf die kleineren VR-Plattformen geschafft hat hingegen das innovative Steuerungskonzept – wenn auch mit Hardware-bedingten Abstrichen. Sowohl Oculus Go und Samsung Gear VR verfügen lediglich über einen 3DoF–Bewegungscontroller, wohingegen wir auf Rift, Vive und Co. jeweils zwei 6DoF-Controller zur Verfügung haben.

…mit toller Steuerung

Allerdings holen die Entwickler aus der limitierten Hardware steuerungstechnisch das Optimum heraus. Die Gestensteuerung wurde sehr gut auf 3DoF-Controller angepasst, die Bedienung geht nach kurzer Eingewöhnungszeit ähnlich präzise und intuitiv von der Hand wie beim Original.

Zwar wird ab und an ein Zauber falsch erkannt, das hat aber Seltenheitswert und fällt für den Spielspaß nicht wirklich negativ ins Gewicht. Selbiges gilt für die recht starke automatische Zielerfassung, die aber nicht ganz so extrem ist wie bei Marvel Powers United VR.

in Puncto Zaubersprüche haben wir ebenfalls etwas weniger Auswahl. Zur Verfügung stehen uns in Trials of Meliora der Feuerball, arkane Geschosse, der Schildzauber sowie unser Favorit: Die Star Wars-Imperator-Blitzattacke.

Abwechslungsreiches Gameplay

Trotzdem kommt dank einiger Kniffe im Spieldesign keine Monotonie auf. Mit der Blitzattacke können wir beispielsweise unsere Gegner nicht nur direkt grillen, sondern auch in den Levels verteilte Geschütze aufladen, die unsere Widersacher dann selbstständig aufs Korn nehmen.

Mit unserem Schild können wir zudem nicht nur blocken, sondern – sofern wir den Zauber im richtigen Moment zünden – auch Projektile reflektieren. Das ist insofern wichtig, als dass reflektierte Zauber wesentlich mehr Schaden verursachen als unsere Standard-Attacken.

Dafür, dass wir nicht immer nur eine Attacke verwenden, sorgen zwei Details. Einerseits kommentiert der omnipräsente Ansager (derselbe wie im Orginalspiel) mangelnde Abwechslung mit schnippischen Kommentaren, andererseits wirkt sich das „Spammen“ ein und desselben Zaubers negativ auf unseren Highscore aus.

Ordentlicher Umfang

Den können wir übrigens nicht nur in globalen Bestenlisten mit der Punktzahl anderer Spieler vergleichen. Über die Punktzahl schalten wir auch die insgesamt fünf verfügbaren Spielumgebungen hintereinander frei.

Jedes der Level verfügt über zwei Modi: Einen Herausforderungsmodus, in dem wir eine bestimmte Zahl an Wellen überstehen müssen sowie einen Endlosmodus. Für genügend Inhalt ist definitiv gesorgt.

In beiden Modi treten wir gegen die gleichen mystischen Fabelwesen an wie im Hauptspiel – leider ohne die imposanten Bossgegner. In Trials of Meliora müssen wir unsere Gegner daran hindern, durch Tore am Rand des Spielfelds zu gehen.

Misslingt uns das, verlieren wir Punkte sowie Lebensenergie. Wir selbst stehen dabei an einer vordefinierten Position, bewegen können wir uns abgesehen von unserer Blickrichtung nicht.

Solide Technik

Dafür wird das Gameplay alle paar Wellen durch Zusatzaufgaben aufgelockert: Mal müssen wir in Folge möglichst viele Kristalle zerstören, mal schnell hintereinander abgefeuerte Magiekugeln reflektieen. Je nachdem, wie gut wir am Ende insgesamt abschneiden, bekommen wir Skillpunkte, mit denen wir unsere Zauber in jeweils zwei Kategorien verbessern können.

Audiovisuell überzeugt The Wizards: Trials of Meliora vor allem durch eine hervorragende Vertonung. Optisch ist das Spiel solide: Die Effekte sind nett gemacht, dafür sind einige Gegnertexturen recht pixelig. Nichtsdestotrotz macht der Magieshooter vor allem eins: Jede Menge Spaß, und zwar für einen wirklich fairen Preis von knapp 4 EUR.

Unsere Wertung

Oliver Schmiedchen

Mein Fazit:

The Wizards übersteht die Portierung auf die Oculus Go überraschend gut. Im Vorfeld hatte ich durchaus Bedenken, was die Umsetzung des innovativen Steuerungssystems auf den limitierten 3DoF-Controller der Go anbetrifft. Carbon Studio hat hier jedoch einen verdammt guten Job gemacht und den Zauber des Originals auch in Trials of Meliora eingefangen. Zwar habe ich hier weniger Zauber zur Verfügung, die Bewegungssteuerung funktioniert aber ausgesprochen gut. Einige clevere Gameplay-Mechaniken und eine Portion Humor sorgen zudem für Abwechslung und jede Menge Spaß. The Wizards: Trials of Meliora ist zwar ein eher kleines Spiel, dafür aber eines, das ohne lange Eingewöhnung auch VR-Einsteigern viel Freude bereiten wird.

The Wizards: Trials of Meliora ist das richtige Spiel für euch, wenn ihr…

  • lieber zaubert als schießt.
  • Lust auf ein Spiel für Oculus Go mit innovativer Steuerung habt.
  • The Wizards: Enhanced Edition, The Unspoken oder The Mage’s Tale mögt.

The Wizards: Trials of Meliora ist eher nichts für euch, wenn ihr…

  • keine Lust auf Hokuspokus habt
  • eine ähnlich epische Story erwartet wie im Hauptspiel
  • mit Waveshootern überhaupt nichts anfangen könnt

Den VR-Zauber-Waveshooter The Wizards: Tirals of Meliora bekommt ihr hier:

Getestet mit: Samsung Gear VR

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Oliver Schmiedchen
Oliver Schmiedchen

Gamer aus Leidenschaft, dabei seit PlayStation 1-Zeiten. Aktuell zuhause auf Xbox One und in Sachen VR auf dem PC. Hält die SEGA Dreamcast für die beste Konsole aller Zeiten. Feiert Musik von Gucci Mane über Led Zeppelin bis Adam Beyer.

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