Logitech G29 & G920 im VR-Test: Preiswerter Fahrspaß

Im Virtual Reality-Bereich dreht sich alles um die perfekte Immersion. Dabei sind aber nicht nur Bild und Ton, sondern auch die passende Haptik entscheidend. Für Rennspiele führt zu diesem Zweck kein Weg an einem Lenkrad vorbei. Wie gut erfüllt das Logitech G29/G920 die Anforderungen von VR-Rennfahrern?

  • von Oliver Schmiedchen am 07.05.2019, 13:58 Uhr
Logitech-G29-G920-Header

Ob Driveclub VRProject Cars 2 oder DIRT Rally – jedes halbwegs realistische Rennspiel macht mit einem Lenkrad gleich noch einmal so viel Spaß. Logitech hat sich in der Spielerschaft einen Namen für erschwingliche, gute Lenkräder gemacht – wir haben die beiden Geschwisterprodukte G29 und G920 auf ihre VR-Tauglichkeit getestet. In unserem Test erfahrt ihr:

  • Welches der beiden Lenkräder besser für VR-Nutzer geeignet ist
  • Wie es um die Verarbeitung des G29/920 steht
  • Wie gut das Fahrgefühl mit den Lenkrädern ist

Inhaltsverzeichnis

  1. VR-Vorteil G29
  2. Installation und Verarbeitung
  3. Logitech G29/G920: Gutes Fahrgefühl…
  4. … mit kleinen Einschränkungen
  5. Unsere Wertung

VR-Vorteil G29

Das Logitech G29 bzw. G920 Driving Force ist der Nachfolger des beliebten Logitech G27 und kommt im Paket mit einer Pedaleinheit, die über Gas, Bremse und Kupplung verfügt. Das G29 ist mit der Playstation 4 – und damit auch mit PlayStation VR kompatibel, während das G920 mit der Xbox One funktioniert, die bekanntlich keine VR-Headsets unterstützt. Beide Lenkräder sind auch am PC und damit mit Oculus Rift / Rift S, HTC Vive / Vive Pro und Windows Mixed Reality-Headsets nutzbar.

Nicht nur deswegen ist für VR-Nutzer das G29 die bessere Wahl. Denn zwar sind beide Lenkräder weitgehend baugleich, ein paar wichtige Unterschiede gibt es aber. Der offensichtlichste sind die bunten LEDs des G29, die bei unterstützten Rennspielen die Motordrehzahl visuell darstellen – das bringt uns unter der VR-Brille aber herzlich wenig.

Wichtiger sind die zusätzlichen Bedienelemente, die das G29 dem G920 voraus hat. Unter der Lenkradnabe befinden sich beim G29 drei Knöpfe, die am G920 fehlen. Zusätzlich befindet sich rechts unterhalb der Nabe am G 29 ein Drehregler sowie unten links zwei weitere übereinander große Knöpfe. Beide sind auch mit aufgesetztem VR-Headset leicht zu erreichen. Dadurch können wir auch während der Fahrt intuitiv z.B. Einstellungen an Bremsbalance oder Traktionskontrolle vornehmen, was sich am G920 deutlich schwieriger gestaltet.

Installation und Verarbeitung

Die Installation geht beim G29 denkbar leicht vonstatten. Wir benötigen lediglich einen freien USB-Anschluss und einen freien Platz in der Steckdosenleiste. Damit das Lenkrad an PC und PS4 funktioniert, müssen wir den entsprechenden Schalter oben am Lenkrad auf „PS4“ stellen und können dann schon loslegen.

Am PC können wir zusätzlich noch eine kostenlose Logitech-Software installieren, die uns beliebige Tastaturbefehle spieleunabhängig auf die Knöpfe des Lenkrads legen lässt. Das ist perfekt für alle, die zum Beispiel Screenshots machen möchten, ohne die Hände vom Lenker zu nehmen.

Verarbeitungstechnisch machen G29 und G920 einen grundsoliden Eindruck. Zwar ist relativ viel Plastik verbaut, allerdings nur an Stellen, die uns während der Fahrt nicht stören. Die Pedale selbst sind ebenso wie die Schaltwippen am Lenkrad aus Edelstahl, die Speichen des Lenkrads bestehen aus eloxiertem Aluminium und der Lenkradkranz ist mit handgenähtem Leder überzogen.

Logitech G29/G920: Gutes Fahrgefühl…

Besonders letzteres fühlt sich sehr hochwertig an und gibt uns das Gefühl, ein „richtiges“ Lenkrad und kein Spielzeug in der Hand zu haben. Dieser positive Eindruck überträgt sich auch mit kleinen Enschränkungen auf die Rennstrecke.

Besonders in Rennsimulationen wie Project Cars 2 oder iRacing kommt der Unterschied zur Controller-Steuerung voll zur Geltung. Das Force Feedback des G29/G920 lässt uns Streckenunebenheiten und Curbs genauso spüren wie blockierende Reifen beim Bremsen und den Widerstand beim Einlenken.

Stilecht über die Piste knüppeln
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Nach kurzer Eingewöhnungszeit sind wir bereits wesentlich schneller unterwegs als mit dem Gamepad – und mehr Spaß macht es auch. Das Durchschalten der Gänge mit den Schaltwippen funktioniert ebenfalls prächtig und wird jedesmal mit einem befriedigenden Klacken quittiert. Wer eine klassische Handschaltung haben möchte, muss allerdings den Logitech Driving Force Shifter dazukaufen – er ist nicht im Lieferumfang enthalten.

… mit kleinen Einschränkungen

Und noch ein paar Kleinigkeiten trüben das Bild allerdings ein wenig. Das Lenk-Force Feedback hat eine kleine, aber spürbare Deadzone. Das bedeutet: Das Force Feedback setzt nicht sofort ein, wenn wir einlenken, sondern mit einer geringen Verzögerung. Zudem verfügt die Pedaleinheit über keine vernünftige Anti-Rutsch-Beschichtung in Form von Gumminoppen oder Ähnlichem.

Um ein Wegrutschen zu vermeiden, sollten die Pedale mit einem Abstandshalter an der Wand oder gleich an einem passenden Rennsitz fixiert werden. Das ist auch deswegen nötig, weil das Bremspedal am Ende seines Hubweges sehr schwergängig ist und wir es kaum schaffen, es ganz durchzutreten. Hier müssen wir bei fast jedem Spiel die Sensitivität manuell nachjustieren, damit wir überhaupt eine Vollbremsung machen können.

Das sind letztlich aber alles keine unüberwindbaren Hindernisse. Für den Preis von derzeit ca. 230 Euro bekommen wir ein gutes Produkt für vergleichsweise wenig Geld. Lenkräder mit besserer Technik kosten schnell ein Vielfaches. Das G29/G920 ist daher die ideale Wahl für Einsteiger, die nach einem erschwinglichen und trotzdem hochwertigen Lenkrad inklusive kompletter Pedalerie suchen.

Unsere Wertung

Oliver Schmiedchen

Mein Fazit:

Ein Rennspiel mit einem Lenkrad und Pedalen anstatt mit einem Gamepad zu spielen, ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Am Logitech G29, das für VR-Spieler deutlich besser geeignet ist als das Schwesterprodukt G920, hat mich nur wenig gestört - die Kritikpunkte kann ich aber durchaus verschmerzen. Das hat vor allem mit dem Preis zu tun: Klar, 230 Euro sind kein Pappenstiel, aber immer noch vertretbar. Wer nach einem VR-geeigneten Lenkrad zu einem fairen Preis sucht, macht speziell mit dem G29 meiner Meinung nach nichts falsch.

Das Logitech G29/G920 ist das richtige Lenkrad für euch, wenn ihr…

  • nach einer Lenkrad-Pedalen-Kombination mit unschlagbarem Preis-Leistungsverhältnis sucht
  • Wert auf eine gute Haptik legt
  • Knöpfe und Regler in VR intuitiv nutzen können wollt

Das Logitech G29/G920 ist nicht das richtige Produkt für euch, wenn…

  • ihr keine Möglichkeit habt, die Pedale zusätzlich zu fixieren
  • euch eine spürbare Force Feedback-Deadzone stört

Das Logitech-Lenkrad G29 bzw. G920 inklusive Pedalen bekommt ihr hier:

Optionales Zubehör, passend für beide Lenkräder:

  • Die Sechsgang-Handschaltung Logitech Driving Force Shifter findet ihr bei MediaMarkt

Beide Lenkräder getestet mit: Oculus Rift / PlayStation VR

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Oliver Schmiedchen
Oliver Schmiedchen

Gamer aus Leidenschaft, dabei seit PlayStation 1-Zeiten. Aktuell zuhause auf Xbox One und in Sachen VR auf dem PC. Hält die SEGA Dreamcast für die beste Konsole aller Zeiten. Feiert Musik von Gucci Mane über Led Zeppelin bis Adam Beyer.

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