HCS VoicePacks im Test: Raumflug mit Captain Kirk

Virtual Reality steht für ein in Videospielen bislang unerreichtes Mittendrin-Gefühl, das mit Zusatzsoftware für Sprachsteuerung vor allem bei Flug- und Weltraumsimulationen nochmals gesteigert wird. Die VoiceAttack-Addons der HCS VoicePack-Reihe setzen dem Ganzen die Krone auf, wie wir in unserem Test feststellen konnten.

  • von Oliver Schmiedchen am 04.06.2019, 11:02 Uhr
HCS-Voicepacks-Header

Elite: Dangerous ist ohne Frage eines der besten Weltraumspiele für VR-Brillen. Gepaart mit der Sprachsteuerungs-Software VoiceAttack fühlen wir uns dabei sowieso schon wie ein Virtual Reality-Raumschiffkommandant.

Mit den HCS VoicePacks lässt sich das Präsenzgefühl sogar noch weiter steigern. Wir können dank ihnen nämlich unter anderem richtige Gespräche mit unserer Raumschiff-Crew führen – diese besteht auf Wunsch sogar aus echten Science Fiction-Legenden.

  1. HCS VoicePacks: Virtuelle Copiloten
  2. Hollywood-Stars an Deck
  3. Maximale Immersion
  4. Geführte Tour durch die Galaxis
  5. Auch in anderen Weltraumspielen nutzbar
  6. Unsere Wertung

HCS VoicePacks: Virtuelle Copiloten

Im Kern sind die HCS VoicePacks Stimmen-Addons für VoiceAttack. Die Sprachsteuerungssoftware kann uns nämlich akustisches Feedback zu unseren Befehlen geben. Standardmäßig kommen dafür die in Windows integrierten Stimmen zum Einsatz. Die HCS VoicePacks ersetzen diese durch Sounddateien, die von professionellen Sprechern aufgenommen wurden.

Das bedeutet zwar theoretisch weniger Abwechslung, schließlich können die Windows-Computerstimmen alles sagen, was man ihnen „anfüttert“, was bei Sprachaufnahmen logischerweise nicht möglich ist. Die Betonung liegt allerdings auf theoretisch, denn die HCS Voicepacks können wesentlich mehr, als es auf den ersten Blick scheint.

Es handelt sich nämlich nicht nur um die Sprachpakete selbst: Die Entwickler haben um diese herum eine Software entwickelt, die uns verdammt überzeugend vorgaukelt, dass wir mit einer echten Crew an Bord durchs Universum düsen.

Hollywood-Stars an Deck

Unter den bereits angesprochenen Sprechern befinden sich sowohl eher unbekannte Stimmen als auch waschechte Prominenz. Zu den der Elite-Community bekannten Darstellern zählt Youtuber ObsidianAnt, dessen angenehme Erzählstimme uns so auch abseits seiner Videos durch das Elite-Universum begleitet.

Zusätzlich finden sich in den Packs aber auch Schauspieler aus bekannten Science Fiction-Serien wieder. Um ein paar Beispiele zu nennen: William Shatner (Captain Kirk aus Star Trek), Brent Spiner (Data aus Star Trek) und Tom Baker (Doctor Who) sind einige der großen Namen, die ihre Originalstimmen zur Verfügung stellen.

Sehr schön ist auch, dass es mehrere deutschsprachige Pakete gibt. Außerdem gibt es dank den sogenannten „Personal Packs“ sogar die Möglichkeit, vom HCS-Team einige personalisierte Soundbits aufnehmen zu lassen.

An dieser Stelle ein Wort zur Preisstruktur: Die einzelnen Sprachpakete kosten je nach Interpret zwischen 5 und 15 britischen Pfund. Das klingt erst einmal nach viel Geld, dafür bekommen wir aber einiges an Umfang geboten.

Maximale Immersion

Nachdem wir uns für eins oder mehrere HCS VoicePacks entschieden und diese als Plugins für VoiceAttack installiert sowie konfiguriert haben (dabei hilft ein praktisches Customiser-Tool, das uns den Großteil der Arbeit abnimmt), können wir loslegen.

So ziemlich jede Funktion (von denen es ziemlich viele gibt) unseres Raumschiffs, Landefahrzeugs oder der Galaxie- bzw. Sternensystemkarte können wir fortan per Spracheingabe steuern – zusätzlich bekommen wir eine akustische Rückmeldung unserer Crewmitglieder.

Auf Wunsch fangen diese sogar von sich aus Gespräche mit uns an oder fragen uns etwa beim Landeanflug, ob wir denn nicht lieber etwas mehr Energie in die Schilde packen würden oder das Fahrwerk ausfahren wollen.

Antworten wir zum Beispiel mit einem „Ja“, wird dies dann automatisch in die Tat umgesetzt und ebenfalls akustisch bestätigt. Auch bei einem „Nein“ bekommen wir eine Antwort, die je nach Charakter des Sprechers auch schon einmal leicht patzig ausfallen kann – das ein oder andere Schmunzeln ist garantiert.

Dadurch, dass die Software für ein und dasselbe Kommando oftmals mehrere verschiedene Sprachbefehle zulässt und es auch bei den Antworten häufig mehrere Variationen gibt, wird das nie langweilig und es kommt das Gefühl auf, sich tatsächlich im Zwiegespräch mit der Crew zu befinden.

Um das Ganze etwas greifbarer zu machen, zwei Zahlen: Einige Packs beinhalten über 3.000verschiedene aufgenommene Antworten, die Software versteht hunderte verschiedene Sprachbefehle.

Ein ziemlich cooles Feature der HCS VoicePacks nennt sich Singularity. Dieses macht es uns möglich, mehrere Sprachpakete gleichzeitig zu nutzen und verschiedenen Sprechern unterschiedliche Rollen an Bord zuzuweisen – das ist ebenfalls per Spracheingabe möglich.

Geführte Tour durch die Galaxis

Es gibt aber noch mehr spannende Funktionen. Eine der Besonderheiten von Elite: Dangerous ist, dass uns das Spiel in einem realistisches, originalgetreues Modell der Milchstraße versetzt. Über 400 Milliarden Sternensysteme können wir dabei erkunden.

Während die meisten davon prozedural generiert werden, befindet sich ein Großteil der von der Menschheit kartografierten Sterne, Planeten und interstellaren Nebel in der virtuellen Milchstraße von Elite an deren tatsächlicher Position.

In die HCS VoicePacks integriert ist eine Art virtueller Rundflug zu einigen der vielen kosmischen Sehenswürdigkeiten. Diese Tour können wir per Sprachbefehl starten, woraufhin automatisch ein Kurs zum Anfangspunkt der Reise gesetzt wird. Dort angekommen, erfahren wir wie in einem Audioguide im Museum etwas über den Ort, bevor es zur nächsten Station weitergeht.

Zusätzlich können wir an jedem beliebigen Ort unseren gewählten Wissenschaftsoffizier nach Lexikonwissen zu galaktischen Phänomenen, Sternbildern, Planeten und sogar zur Quantentheorie befragen. Mit über 500 solcher wissenschaftlicher Fakten und Informationen zu allen 88 Sternbildern taugen die HCS VoicePacks in Elite: Dangerous somit obendrein als kleine Weltraum-Enzyklopädie.

Auch in anderen Weltraumspielen nutzbar

Mit all diesen sowie zahlreichen zusätzlichen Komfort-Features und Einstellmöglichkeiten  sind die HCS VoicePacks vor allem im Zusammenspiel mit Elite: Dangerous ein echtes Erlebnis. Wer das Weltraumspiel von Frontier Developments nicht sein eigen nennt, kann sie allerdings – wenn auch in stark eingeschränktem Umfang – auch in anderen VR-Spielen wie etwa Eve: Valkyrie nutzen.

Die Sound-Dateien der Sprachpakete kommen nämlich im MP3-Format. Wer sich also die Zeit nimmt und die gewünschten Dateien in VoiceAttack händisch bestimmten Sprachbefehlen zuweist, kann also trotzdem mit Commander Kirk auf dem virtuellen „Beifahrersitz“ durchs All schweben.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt: Offizielle HCS VoicePacks gibt es neben Elite: Dangerous auch für Star Citizen, das allerdings noch (?) keinen VR-Modus besitzt.

Unsere Wertung

Wer sich voll und ganz in einer VR-Erfahrung verlieren möchte und Weltraumspiele mag, sollte sich die Kombination Elite: Dangerous mit VR-Brille + VoiceAttack + HCS Voicepack(s) anschauen – diese beschert Spielern nämlich das umfassendste Immersionsgefühl, das es aktuell in interaktiven VR-Anwendungen zu erleben gibt.

Oliver Schmiedchen

Mein Fazit:

Elite: Dangerous ist schon für sich genommen ein sehr gutes VR-Spiel. Mit VoiceAttack ist es in Virtual Reality wesentlich angenehmer zu bedienen und noch immersiver als sowieso schon, die HCS VoicePacks rücken das Spielerlebnis aber in die Nähe der Perfektion. Nicht nur ist es ein Traum für Fans, die Originalstimme von Captain Kirk oder einem anderen SciFi-Hochkaräter als virtuellen Copiloten an Bord zu haben, die Interaktion mit ihnen fühlt sich noch dazu täuschend „echt“ an. Zusatz-Features wie die Sightseeing-Tour durch die Milchstraße oder das vertonte Weltraum-Lexikon machen die HCS Voicepacks zu einem ausgezeichneten Addon für VoiceAttack und insbesondere Elite: Dangerous. Aber auch Spieler anderer Space-Games können mit den Zusatzinhalten durchaus auf ihre Kosten kommen, auch wenn sie längst nicht alle enthaltenen Funktionen nutzen können. Und jetzt entschuldigt mich, Commander Data erwartet meine Befehle.

Ihr solltet euch die HCS Voicepacks unbedingt ansehen, wenn ihr…

  • das Immersionsgefühl der Kombination Elite: Dangerous + VoiceAttack noch weiter verstärken wollt
  • schon immer einmal an der Seite von SciFi-Charakteren aus Produktionen wie Star Trek oder Doctor Who durchs All jetten wolltet
  • beim Zocken nebenbei etwas über unsere Galaxie lernen möchtet

Die HCS VoicePacks treffen euren Nerv wahrscheinlich nicht, wenn ihr…

  • sowieso keine Flug- oder Weltraumsimulationen spielt
  • nichts von Sprachsteuerung in VR-Anwendungen haltet

Die HCS VoicePacks für VoiceAttack erhaltet ihr hier:

Getestet mit: Oculus Rift

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Oliver Schmiedchen
Oliver Schmiedchen

Gamer aus Leidenschaft, dabei seit PlayStation 1-Zeiten. Aktuell zuhause auf Xbox One und in Sachen VR auf dem PC. Hält die SEGA Dreamcast für die beste Konsole aller Zeiten. Feiert Musik von Gucci Mane über Led Zeppelin bis Adam Beyer.

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