Friday the 13th: The Game vs. Dead by Daylight – Wer hat die Nase vorn?

Ihr steht auf Horror und könnt euch nicht zwischen Friday the 13th: The Game und Dead by Daylight entscheiden? In diesem Meinungstext erfahrt ihr, welches Spiel sich für welchen Spielertyp eignet.

  • von Constanze Thiel am 02.06.2017, 10:23 Uhr

Innerhalb von relativ kurzen Abständen bekommt ihr mit Friday the 13th: The Game und Dead by Daylight zwei Spiele mit Fokus auf asymmetrischen Multiplayer geliefert, die einige Eigenschaften miteinander teilen. Ersteres feierte kürzlich seinen Release für die Plattformen Xbox One, PC sowie PlayStation 4. Zweiteres ist schon eine Weile für PC verfügbar, kommt im Juni 2017 aber auch für die oben genannten Current-Gen-Konsolen auf den Markt.

Ihr habt allerdings nicht die Zeit, Geld oder Lust euch beiden Titeln zu widmen? Dann seid ihr hier genau richtig. Im Anschluss erkläre ich euch die Unterschiede zwischen Friday the 13th: The Game und Dead by Daylight. Außerdem lege ich dar, welches Spiel welchen Ansprüchen – meiner Meinung nach – entspricht.

Direktes Aufeinandertreffen

Mit Blick auf das grundlegende Konzept sind sich Friday the 13th: The Game und Dead by Daylight: ziemlich ähnlich. Im asymmetrischen Multiplayer tretet ihr als eine Gruppe Menschen gegen einen übernatürlichen Killer an.

Zu den größten Unterschieden zwischen den beiden Spielen gehört, dass im Falle von Friday the 13th: The Game alles auf die entsprechende Filmreihe getrimmt ist. Der daraus bekannte Charakter Jason Voorheees, den die meisten mit einer Hockeymaske und einer Machete in Verbindung bringen, ist der einzige spielbare Killer.

Dead by Daylight bedient sich direkt (mit Michael Myers aus der Halloween-Reihe) oder indirekt (mit der Nurse, die an die Krankenschwestern aus Silent Hill erinnert oder dem Doctor, der Outlast-Atmosphäre verbreitet) an anderen Vertretern des Horror-Genres.

Anders als ihr es von Dead by Daylight gewohnt seid, spielt ihr in Friday the 13th: The Game sowohl die Counselors – das entsprechende Gegenstück zu den Überlebenden in den Dead by Daylight – als auch Jason Voorheees aus der Third-Person-Perspektive. Die Anzahl der Teilnehmer in einzelnen Matches kann bei Friday the 13th: The Game übrigens deutlich höher sein.

Während Dead by Daylight für insgesamt fünf Spieler (ein Killer, vier Überlebende) ausgelegt ist, wirft euch Friday the 13th: The Game mit bis zu sieben anderen Horror-Fans (einer in der Rolle von Jason, die anderen in der von Counselors) in Matches.

Obwohl die beiden Multiplayer-Titel also ein ähnliches Spielprinzip teilen und zum Horror-Genre zählen, lassen sie sich trotzdem nicht ohne Weiteres miteinander vergleichen. Der PC-Release von Dead by Daylight liegt schließlich bereits rund ein Jahr zurück. Konsolen-Versionen für Xbox One sowie PS4 werden hingegen im Juni 2017 erscheinen.

Early-Access-Feeling, (k)ein Problem?

Dass Friday the 13th: The Game erst seit kurzer Zeit offiziell erschienen ist, ist dem Titel anzumerken – sowohl im negativen als auch im positiven Sinne. Beide Aspekte erkläre ich euch im Anschluss. Im Gegensatz zu Dead by Daylight, das schon rund ein Jahr voller Updates mit Balancing-Verbesserung und neuen Inhalten hinter sich hat, wirkt das Spiel rund um Jason Voorheees nämlich eher wie ein Spiel im Early Access.

Behaltet im Kopf, dass alles, was ihr anschließend lest, eine Momentaufnahme etwa eine Woche nach Release von Friday the 13th: The Game ist.

Aktuell verursacht die verhältnismäßig kleine Spielerzahl dieses Titels Probleme beim Matchmaking. Das dauert ziemlich konstant zwischen rund zwei und acht Minuten. Ohne Frage ein Zeitfresser, der auf Dauer zu Frustration führt. Meiner Erfahrung nach könnt ihr gegensteuern, indem ihr euch mit einem (oder mehreren) Freund(en) zu einer Party zusammenschließt und euch so auf die Suche nach Mitspielern begebt.

Noch einfacher ist es natürlich, sich gleich genügend Teamkameraden für ein privates Match zu suchen und somit den Prozess des Matchmakings mit anderen, unbekannten Spielern komplett zu umgehen.

Doch eine relativ kleine Community kann auch Vorteile bieten. Die Spieler in Friday the 13th: The Game sind im Schnitt aufgeschlossen und hilfsbereit. Die Flucht vor Jason Voorheees ist beispielsweise mit Autos möglich, in die mehrere Counselors einsteigen können. Auf der Fluchtroute hielten Spieler zum Beispiel immer wieder an, um andere einsteigen zu lassen und sie außer Gefahr zu bringen.

Unhöfliches Verhalten im (Voice) Chat war bei meinen Ausflügen an den Crystal Lake eher Fehlanzeige. Klar, einige Ausnahmen gab es ganz multiplayertypisch auch hier. Doch im Großen und Ganzen nutzen Spieler das Feature für dessen eigentlichen Zweck: die Kommunikation. Warnungen vor aufgestellten Fallen, Platzierungen wichtiger Items oder das Mitteilen des eigenen Standorts wurden ausgetauscht und sorgten für eine allgemein angenehme Spielerfahrung.

Ganz klar Kinderkrankheiten

Womit Friday the 13th: The Game hingegen nicht glänzen kann – ganz egal wie es gedreht und gewendet wird – ist die Grafik und zum Teil auch die Steuerung.

Die Texturen wirken wie Spielen für Xbox 360 oder PlayStation 3 entsprungen, die Gesichtszüge der Counselors starr und unheimlich. Dann und wann tritt Flimmern auf Oberflächen auf. Figuren ragen darüber hinaus stellenweise durch Wände hindurch. Wenn euch so etwas stört, dürftet ihr an Friday the 13th: The Game (zum jetzigen Zeitpunkt) keinen Gefallen finden.

Die Steuerung funktioniert derzeit zusätzlich nicht einwandfrei. Die im Spiel kontrollierbaren Autos fahren sich holperig und Interaktionspunkte mit Objekten wie Türen tauchen mitunter nicht sofort auf, wenn ihr mit eurem Spielcharakter davor steht.

Die Abrechnung

Allgemein lässt sich sagen, dass Dead by Daylight aufgrund seiner längeren Lebenszeit bereits auf deutlich mehr Updates und damit auf mehr Balancing und neue Inhalte bauen kann.

Dieser Titel spielt sich flüssiger, wegen einer breiten Spielerschaft dürftet ihr außerdem auf weniger Probleme beim Matchmaking treffen. Gleichzeitig ist die Community dieses Titels tendenziell ungeduldiger mit Neueinsteigern und zeigt im Chat wahrscheinlicher multiplayertypisches Verhalten wie Beleidigungen.

Dagegen befinden sich sowohl Friday the 13th: The Game als auch dessen Spielerschaft aktuell noch im Aufbau. Dadurch dürften Anfänger auf weniger Probleme mit unfreundlichen Teamkameraden treffen. Wer Mehrspielermodi aus diesen Gründen normalerweise eher meidet, hat momentan gute Chancen, bei Friday the 13th: The Game auf größtenteils freundliche Community-Mitglieder zu treffen.

Dafür müsst ihr aber in Kauf nehmen, dass das Spiel wegen Grafikfehlern, hakeliger Steuerung und zeitaufwendigem Matchmaking daher kommt wie im Early Access oder einer Beta – also etwas unfertig wirkt.

Ein Alleinstellungsmerkmal von Friday the 13th: The Game wird übrigens ein Singleplayermodus sein, den die Entwickler mit einem Update in diesem Sommer nachreichen wollen. Ein konkretes Datum dafür steht nicht fest, doch wer neben Multiplayer-Matches auch eine Kampagne geboten bekommen möchte, sollte sich an dieses Spiel halten.

Zuletzt das wohl offensichtlichste Für und Wider: Dead by Daylight liefert eine Aufstellung unterschiedlicher, übernatürlicher Killer, die immer wieder durch neue Charaktere ergänzt wird. Diese Figuren unterscheiden sich äußerlich und bezüglich ihrer Fähigkeiten voneinander und bieten damit mehr Abwechslung.

Friday the 13th: The Game ist auf die Filmreihe rund um den Serienmörder mit der Hockeymaske spezialisiert. Zwar gibt es verschiedene Versionen von Jason Voorheees sowie eine ganze Reihe von Kills oder spezielle Vorteile für die Counselors, die ihr mit Level-ups oder im Spiel verdienten Punkten freischalten könnt. Trotzdem läuft dieses Spiel – verglichen mit Dead by Daylight – deutlich stärker Gefahr, auf Dauer eintönig zu werden.

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Constanze Thiel
Constanze Thiel

Winterkind. Superbeast. Lipstick stains & video games. Mother of Xenomorphs. Fährt am Wochenende gerne mit ihren Pokémon raus nach Silent Hill.