FORM im Test: Ein echter Virtual Reality-Klassiker

Das 2017 erschienene FORM ist so etwas wie ein VR-Klassiker. In unserem Test lest ihr, was das Virtual Reality-Puzzlespiel so besonders macht.

  • von Benjamin Danneberg am 20.06.2019, 14:37 Uhr
FORM-Header

So beginnt FORM: Wir starten als Dr. Devin Eli vor einem Labortisch in einer Halle, die sich offenbar in der Arktis befindet. Eine KI klärt uns über den Stand unserer aktuellen Forschung auf: Wir sind dabei, das Signal zu entschlüsseln, das von einem mysteriösen Obelisken ausgeht. Was wir tun müssen und warum, wird uns genau erklärt – wir müssen nicht lange herumraten oder -probieren.

  1. FORM: Story als Beiwerk
  2. Detail-Feuerwerk trifft Gigantismus
  3. Gute Rätselstruktur
  4. Grafik, Sound, Steuerung – alles auf Top-Level!
  5. Unsere Wertung

FORM: Story als Beiwerk

Uns gelingt es, den Obelisken zu aktivieren, aber das hat Konsequenzen. Wir werden in außerweltliche Räume gezogen und müssen eine ganze Reihe Rätsel und Puzzles lösen. Im Rahmen dessen wird auch erklärt, warum wir diese besonderen Fähigkeiten zur Lösung geometrischer Puzzles haben – ja, eine Geschichte gibt es auch.

Doch diese Geschichte ist neben der kurzen Spielzeit von etwas über einer Stunde die größte Schwäche des Spiels (und das ist ein Kompliment!). Denn die Story hätte etwas klarer ausgearbeitet werden können. Es muss nicht immer alles verschwurbelt sein oder auf irgendwelchen Meta-Ebenen stattfinden: Eine stringentere, klarere und auch am Ende befriedigendere Geschichte hätte das Spiel absolut perfekt gemacht.

Detail-Feuerwerk trifft Gigantismus

Damit sind wir aber schon durch mit der Kritik auf hohem Niveau. Denn alles andere an diesem Spiel ist in einem Maße perfekt für Virtual Reality umgesetzt worden, dass wir uns sogar den Abspann mit halb offenem Mund angesehen haben. Das ist vor allem der Detailverliebtheit der Entwickler zu verdanken: Selbst die Animationen am Labortisch sind dermaßen ausgefeiltes 3D, dass wir uns am liebsten immer wieder ansehen wollen, wie der Tisch unser Forschungsobjekt verschluckt.

Auch die Rätselorte, an die wir dann versetzt werden, verursachen immer wieder reines Staunen: Riesige, beeindruckende und gleichzeitig beängstigende Szenerien wecken die völlige Ehrfurcht in uns. Wir haben das Gefühl kurz davor zu stehen, eine gewaltige Macht kennenzulernen, die über unser Wohl und Wehe entscheidet.

Die filigranen Rätsel-Maschinen und -Elemente sind eine grafische Wucht: Fein und scharf modelliert, perfekt animiert und immer mit diesem Wow-Effekt, der uns regelmäßig ein »Wie geil ist das denn, bitte?!« entlockt.

Gute Rätselstruktur

Dabei sind die Rätsel nie unfair oder zu schwer. Sie entwickeln stattdessen einen eigenen Spielfluss, einen Sog, der uns von Rätsel zu Rätsel zieht. Dabei stellt sich immer die etwas beklemmende Frage: Was passiert als nächstes? Ist das, was hinter all dem steckt, freundlich oder bösartig? Das wissen wir nicht und daraus wird diese anhaltende, latente Furcht gespeist.

Hier liegt ein psychologischer Clou des Spiels verborgen: Auch wenn wir in jeder Szenerie eigentlich immer nur an einer Stelle stehen und keine klassische Erkundung betreiben, haben wir immer das Gefühl, etwas ganz Neues entdeckt zu haben, wenn wir eine neue Rätselebene erreichen.

Auf diese Weise fühlen wir uns wie Entdecker, die – immer mit der Furcht vor dem Unbekannten im Hinterkopf – eine fremde Welt erkunden, ohne aber selbst aktiv erkunden zu müssen. Das ist grandios umgesetzt worden!

Grafik, Sound, Steuerung – alles auf Top-Level!

Die grafische Umsetzung haben wir schon gelobt: Die Feinheit der 3D-Darstellung ist allererste Sahne, die teilweise absolut umwerfenden Szenerien sorgen für pures Staunen. Wohlgemerkt: Wir sind hier bei einem eigentlich recht simplen Puzzlespiel! Dazu kommt ein voller, satter Klangteppich, gute Sprecher und eine perfekte Steuerung. Selbst kleine, auf einem Haufen dargestellte Puzzleteile ließen sich mit den HTC Vive-Controllern punktgenau greifen und bedienen.

Unsere Wertung

Liebe Leser: So werden VR-Spiele gemacht, so müssen sie umgesetzt werden. Das hier ist ein Indie-Spiel, das zeigt, wie Triple-A-VR aussehen muss. Es ist auch 2019 noch in puncto Qualität eine absolute Referenz – wer Gefallen an FORM findet, sollte sich unbedingt auch den geistigen Nachfolger Twilight Path anschauen.

Benjamin Danneberg

Mein Fazit:

Lange Rede, kurzer Sinn: Wer ein VR-Headset besitzt, muss FORM gespielt haben.

Das VR-Puzzlespiel FORM erhaltet ihr hier:

Getestet mit: HTC Vive

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Benjamin Danneberg
Benjamin Danneberg

Projektmanager GameZ. Privat auf SPACE4GAMES zuhause. Bekennender "Life is Strange"-Fanboy und Baldur's Gate-Profi.

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