Five Nights At Freddy’s: Help Wanted im Test – Jumpscares im Minutentakt

Es müssen nicht immer Zombies, maskierte Killer oder Dämonen sein - auch die Animatronics aus Five Nights At Freddy’s: Help Wanted sorgen für gepflegten Grusel. Warum, verrät unser Test.

  • von Sönke Siemens am 29.07.2019, 8:47 Uhr
Five Nights At Freddy's: Help Wanted

Im Jahr 2014 erschuf Scott Cawthon das auf Jumpscares getrimmte Mobile-Horror-Game Five Nights At Freddy’s und legte damit den Grundstein für eine Gruselspiel-Serie, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreut. Insgesamt sechs Hauptteile und zwei Spin-offs sind mittlerweile erschienen. Mit Five Nights At Freddy’s: Help Wanted hievt der Texaner die Reihe nun auch in die virtuelle Realität. Also dorthin, wo Horrorspiele ohnehin ihre maximale Wirkung entfalten, wie etwa das hervorragende Resident Evil 7 VR oder der Psychothriller Transference eindrücklich beweisen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wer clever Strom spart, bleibt am Leben
  2. Timing ist Trumpf
  3. Allein im Lüftungsschacht
  4. Steuerungsprobleme
  5. Unsere Wertung

Dreh- und Angelpunkt der Five Nights At Freddy’s Reihe sind verschiedene Tier-Animatronics einer Restaurantkette namens Freddy Fazbear’s Pizza. Tagsüber erfreuen sie Kinder. Des Nachts jedoch entwickeln sie ein mysteriöses Eigenleben und attackieren jeden, der ihnen über den Weg läuft. Five Nights At Freddy’s: Help Wanted greift diese Thematik auf und nutzt sie für ein Sammelsurium an aufwühlenden Minispielen, die alle darauf abzielen, euch ein paar zünftige Jumpscares zu verpassen. Rechnet also damit, an jeder Ecke so richtig erschreckt zu werden. Übrigens: Damit ist dieses Spiel bestens geeignet, um sich an den (lauten) Reaktionen nichtsahnender Freunde zu ergötzen!

Den Anfang machen VR-Umsetzungen der ersten drei, bereits auf Mobile und PC veröffentlichten Five Nights At Freddy’s (FNAF) – Spiele. In jedem davon schlüpft ihr in die Rolle eines Nachtwächters, der sich bei Fazbear’s Pizza ein paar Dollar dazu verdienen möchte. Die Jobbeschreibung klingt simpel: Am Kontrollpult des Sicherheitsraums Platz nehmen und dort von Mitternacht bis um 6 Uhr morgens die Animatronics mit Hilfe von Kameras überwachen. Damit euch die Kreaturen nicht zu nahe kommen, habt ihr die Möglichkeit, die Türen links und rechts von euch zu schließen.

Wer Strom spart, lebt am längsten

Was in der Theorie einfach klingt, entpuppt sich in der Praxis als schweißtreibender Nervenkitzel. Denn wie sich schon nach wenigen Minuten herausstellt, verfügt das ohnehin nur spärlich beleuchtete Gebäude über eine äußerst marode Stromversorgung. Schließt ihr also eine oder beide Sicherheitstüren über längere Zeit hinweg, sinkt die Euch zur Verfügung stehende Energie rapide ab. Habt ihr keinen Saft mehr, fehlt die Schutzbarriere und die mordlüsternen Animatronics schlagen zu – fieser Jumpscare inklusive.

Um die Herausforderung trotzdem zu meistern, müsst ihr die Türen also immer nur dann kurz schließen, wenn sich auch wirklich eine Figur in eurer Nähe befindet. Die Sicherheitskameras sowie zwei Lampen hingegen helfen dabei, eure Umgebung im Blick zu behalten. Aber Vorsicht: Da euch nur ein Bildschirm für den Video-Feed zur Verfügung steht, gilt es, mittels Fingerzeig kontinuierlich zwischen den insgesamt elf Kameras im Gebäude zu wechseln. Genau hinzuhören, ob Geräusche von links oder rechts kommen, ist ebenfalls hilfreich, um die Laufrouten der Animatronics besser abzuschätzen.

Doch FNAF ist erst der Anfang. Auch VR-Umsetzungen von Teil 2 und 3 sind Teil des Pakets und sorgen für interessante Variationen des eben skizzierten Spielprinzips. In FNAF 2 gibt es beispielsweise keine Schutztüren mehr. Stattdessen müsst ihr euch hier immer dann eine Teddybär-Maske aufsetzen, wenn ein Animatronic euch zu nahe kommt. In FNAF 3 hingegen lenkt ihr bestimmte Figuren mit Soundeffekten ab und startet Schaltkreise neu, wenn diese mal wieder ausgefallen sind.

Timing ist Trumpf

Ergänzend zu den drei klassischen Five Nights At Freddy’s Spielen bietet die VR-Sammlung vier weitere Minispiel-Kategorien mit jeweils mehreren Herausforderungen. Bei Dark Rooms zum Beispiel besteht eure Aufgabe darin, eine sich durch den Raum bewegende Animatronics-Puppe zu beobachten und genau dann mit einer Taschenlampe anzuleuchten, wenn sie sich auf einem rot markierten X am Boden vor euch befindet. Die Herausforderungen dabei: Die Puppe bewegt sich nur dann in eure Richtung, wenn ihr das Licht ausschaltet. Ihr müsst euch also immer wieder kurz der Dunkelheit aussetzen, um Minispiele dieses Typs zu gewinnen.

In eine ganz andere Kerbe schlägt Parts and Services, wo nicht etwa die Überwachung, sondern die fachgerechte Wartung der Animatronics in den Fokus rückt. Will heißen: In jedem Minispiel sitzt ihr einer der mechanischen Figuren gegenüber (was allein schon ziemlich beängstigend sein kann) und folgt nun Schritt für Schritt den Audioanweisungen eines Instruktors.

Spielzeug aus den mechanischen Eingeweiden von Freddy’s Torso entfernen, den Kopf der Riesenpuppe Chica mit Insektengift von krabbelnden Kakerlaken befreien – die kurzen Aufgaben erfordern Präzision und Aufmerksamkeit und machen vor allem mit den PlayStation Move-Controllern Laune. Schade nur, dass der Trackingbereich der PSVR für dieses Minispiel immer wieder manuell nachjustiert werden muss.

Allein im Lüftungsschacht

Der nächste große Minispiel-Komplex heißt Vent Repair und ist garantiert nichts für Klaustrophobiker. Denn hier kauert ihr in einem engen Lüftungsschacht und setzt defekte Mechanismen wieder instand. Mal, indem ihr vorgegebene Tasten drückt, mal, indem ihr Zahnräder in einem defektiven Mechanismus einfügt und mal, indem ihr rotierbare Gasleitungen in die richtige Position bringt. Die prima an VR angepassten Aufgaben sorgen dank toller Atmosphäre für Gänsehaut, sind allerdings viel zu schnell vorbei.

Bliebe noch Night Terrors. Auch hier ist der Name Programm. Als Kind erwacht ihr des Nachts in eurem Zimmer und bemerkt plötzlich, dass Funtime Freddy oder einer seiner nicht minder angsteinflößenden Kumpel durch die Gegend schlurfen. Um die Nacht mit den Horrorgestalten zu überleben, müsst ihr die Position der Puppen durch Hinhören und durch Einsatz einer Taschenlampe orten und dann im richtigen Moment angrenzende Türen schließen. Nur so könnt ihr verhindern, dass euch die Animatronics zu nahe kommen und in Stücke reißen.

Alles in allem bietet Five Nights At Freddy’s knapp 40 verschiedene Herausforderungen. Habt ihr diese gemeistert, könnt ihr die Aufgaben noch einmal im Hard-Modus angehen. Dabei steigt in der Regel der Zeitdruck, während euch gleichzeitig weniger Energiereserven zur Verfügung stehen. Je nach Minispiel werden die Umgebungen zudem unübersichtlicher und die Animatronics schneller und aggressiver. Abgerundet wird der knapp 25 Euro teure Gruselspaß von einer Vielzahl an Sammelobjekten, darunter Bobbleheads, Plüschtiere, Spielsachen und Süßigkeiten.

Five Nights At Freddy’s: Help Wanted – Steuerungsprobleme

Abschließend noch ein paar Worte zur Bewegungssteuerung. Die tut auf Oculus Rift (Kaufen!), HTC Vive (Kaufen!), Valve Index und Windows Mixed Reality Headsets (Kaufen!) was sie soll. Weniger überzeugt hat uns die Steuerung der PS4-Fassung. Hauptproblem: Selbst wenn alles optimal eingestellt ist und man in der richtigen Position zum Fernseher sitzt, verliert die PS4-Kamera die Lightbar des Dual-Shock-4-Controllers (Kaufen!) immer wieder aus den Augen, was dann wiederum für Tracking-Aussetzer sorgt.

Deutlich besser klappt’s mit zwei PlayStation Move Controllern. Bei einigen Minispielen muss man jedoch so weit in den virtuellen Raum greifen, dass das Tracking auch hier an seine Grenzen stößt. Die Folge ist umständliches manuelles Nachjustieren, das einen auf PS4 immer wieder aus der Immersion reißt.

Unsere Wertung

Sönke Siemens

Mein Fazit:

Obwohl euch Five Night’s At Freddy's: Help Wanted lediglich mit einer Aneinanderreihung von verschiedenen Minispielen konfrontiert, sind hier Herzrasen und schweißnasse Hände vorprogrammiert. Das liegt zum einen an der wirklich gelungenen Inszenierung. Die Animatronics sehen überzeugend gruselig aus, ziehen richtig fiese Fratzen und begegnen euch in wahrlich beklemmenden Umgebungen. Dazu gesellt sich eine überaus effektive Akustik. Allein schon das immer wieder genutzte Jumpscare-Schreien ist so markant, dass man auch nach dem x-ten Animatronics-Angriff zusammenzuckt. Aber auch bei den Fußstapfen der Kreaturen, dem Knarzen der Servogelenke und vielen anderen Effekte treffen die Macher voll ins Schwarze.

Zuträglich für die hohe Immersion ist außerdem das Ausbleiben von Motion Sickness, zumal ihr hier bei fast allen Minispielen an einem Fleck verweilt. Schön zudem, dass Five Nights At Freddy's: Help Wanted bewusst nicht zu viel erklärt und so umso größere Erfolgserlebnisse schafft, wenn man die oft simple Logik eines Minispiels erst einmal durchschaut hat. Zugegeben, VR-Einsteiger könnte das Ausbleiben von umfangreichen Tutorials frustrieren. Wer jedoch eine gewisse Hartnäckigkeit mitbringt und die Flinte nicht gleich ins Korn wirft, wird hiermit umso mehr Spaß haben. Speziell auf allen PC-gestützten Plattformen. Die Version für PS4 ist auch gut, krankt jedoch an den bereits beschriebenen Tracking-Problemen.

Ihr werdet Five Nights At Freddy’s: Help Wanted mögen, wenn ihr…

  • dachtet, euch könnte in VR nichts mehr erschrecken
  • ihr Plüschtiere und Animatronics mögt
  • die mit Abstand gruseligste Version von Five Nights At Freddy’s erleben wollt

Five Nights At Freddy’s: Help Wanted ist wahrscheinlich nichts für euch, wenn ihr…

  • euch bei Horrorspielen in VR ohnehin ins Hemd macht
  • ihr panische Platzangst habt
  • einen Herzschrittmacher habt

Five Nights At Freddy’s: Help Wanted für PlayStation VR erhaltet ihr als Download im PSN Store. Die PC-Fassung für Valve Index, HTC Vive, Oculus Rift und Windows Mixed Reality Headsets gibt’s bei Steam. Falls ihr auf der Suche nach weiteren hervorragenden VR-Spielen seid, schaut euch unsere Reviews zum filmreifen Shooter-Spektakel Blood & Truth oder – mal ganz was anderes – zum knuffigen Plattformer Moss an.

Getestet auf: PlayStation VR mit einer PlayStation 4 Pro

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