DiRT Rally VR im Test: Fahren am Abgrund

Dirt Rally ist bereits seit 2015 auf dem Markt - dennoch gilt das Rennspiel nach wie vor als eins der besten Virtual Reality-Spiele. Unser Test klärt, warum das so ist.

  • von Redaktion Gamez am 26.06.2019, 12:47 Uhr
Dirt-Rally-Header

Dass Codemasters der unangefochtene Meister des digitalen Offroad-Rennsports ist, hat das britische Entwickler-Studio mit DiRT Rally bereits 2015 unter Beweis gestellt.

Während frühere DiRT-Titel sich vor allem an Gelegenheitsspieler richteten, spricht DiRT Rally genau wie der Nachfolger Dirt Rally 2.0 vor allem Enthusiasten an, denen es um ein möglichst authentisches Fahrgefühl geht. Während der VR-Modus von Teil 2 noch nicht erhältlich ist, schwören viele Virtual Reality-Spieler nach wie vor auf Teil 1 – mit gutem Grund.

  1. Dirt Rally VR: Tuning vom Feinsten
  2. Unschlagbares Fahrgefühl
  3. Besser lässt sich VR nicht integrieren
  4. Grafik und Sound
  5. Lenkrad-Unterstützung
  6. Unsere Wertung

Dirt Rally VR: Tuning vom Feinsten

Allein der Umfang kann sich sehen lassen. Dem geneigten Rallye-Fahrer stehen 46 Fahrzeuge zur Verfügung, die sich wiederum in unterschiedliche Fahrzeugklassen aus über 40 Jahren Rennsport unterteilen. Hier ist wirklich für jeden Straßenbelag das passende Gefährt dabei.

Ebenso abwechlungsreich sind die Spielmodi gestaltet. Anstatt uns lediglich eine Reihe von Rennstrecken anzubieten, wartet DiRT Rally mit einem ausgedehnten Karrieremodus auf. Hierbei spielt Team-Management eine mindestens ebenso wichtige Rolle wie das Können auf der Straße.

Darüber hinaus können wir uns jede einzelne Etappe einer Strecke im Training vornehmen oder in benutzerdefinierten Rallye-Meisterschaften gegen die mehr als fähigen KI-Kontrahenten antreten.

Auch die Multiplayer-Modi wissen zu überzeugen und bieten neben von Codemasters selbst organisierten Events frei konfigurierbare Online-Rennen sowie einen Rallyecross-Modus, bei dem Punkte gesammelt werden, mit denen wir unser Fahrzeug oder unsere Techniker aufwerten können.

Unschlagbares Fahrgefühl

Anders als in Arcade-lastigen Titeln wie Driveclub VR oder Mario Kart VR treten wir in DiRT Rally weniger gegen andere Fahrer, als gegen die Strecke selbst an. Die meiste Zeit über sind wir deshalb allein auf weiter Flur, was aufgrund der anspruchsvollen Strecken aber sogar von Vorteil ist.

Denn die physische Simulation jeder einzelnen Unebenheit treibt den Realismus von DiRT Rally auf ein bisher unerreichtes Level. So wird uns glaubhaft vermittelt, wie es sich anfühlt, über verschiedene Bodenbeläge zu fahren und wie das Fahrzeug beim Driften oder bei geringer Bodenhaftung reagiert. Das detaillierte Schadensmodell tut sein Übriges, damit wir jeden noch so kleinen Fehler möglichst vermeiden sollten.

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Als eine der besten Stützen erweist sich dabei immer wieder unser computergesteuerter Co-Pilot. Dessen Anweisungen klingen für Uneingeweihte zwar zunächst wie wirres Kauderwelsch. Dank der informativen Tutorial-Videos wissen wir aber schnell, wie wir im Rennen jeweils auf seine Kommentare zu reagieren haben — von der gesteigerten Immersion ganz zu schweigen.

Besser lässt sich VR nicht integrieren

DiRT Rally bietet eine beeindruckende Optionsvielfalt, um das Spiel auf die individuellen Bedürfnisse anzupassen. Das kommt uns auch in VR zugute, denn solltet ihr mit Motion Sickness zu kämpfen haben, könnt ihr zum Beispiel die Kamera bei Unfällen fixieren.

Für noch mehr Immersion hingegen lässt sich die Cockpit-Perspektive an die Erschütterungen eures Fahrzeugs koppeln, sodass es stellenweise scheint, als ob wir aus dem Sitz geschleudert werden.

Ein zusätzlicher Warnhinweis bewertet zudem den Komfort jeder Strecke. So werden weniger unebene Strecken als angenehm ausgewiesen, während solche mit vielen Erhöhungen als moderat oder intensiv gekennzeichnet sind. Das erleichtert es VR-Neulingen, sich im Spiel zurechtzufinden.

Ebenfalls gut umgesetzt ist das Heads-Up-Display, das uns in der Cockpit-Perspektive mit entscheidenden Informationen versorgt, ohne dabei jedoch unser Blickfeld zu überladen. Wahlweise lassen sich diese Anzeigen auch abschalten, was wiederum den Realismus nach oben treibt.

Schon das Hauptspiel bietet aufgrund der teilweise extremen Witterungsbedingungen und der gefährlichen Streckenführungen ein Erlebnis, das sich kaum mit dem konventioneller Rennspiele vergleichen lässt. In Virtual Reality jedoch besticht DiRT Rally umso mehr.

VR bringt sogar einen praktischen Nutzen, denn so können wir Bremswege viel besser einschätzen, was im Umkehrschluss zu einer präziseren Fahrweise führt. Der Vorteil, sich frei im Cockpit umzusehen, sollte ebenfalls nicht unterschätzt werden. So können wir Hindernisse und besonders knifflige Abschnitte schon erkennen, die uns bei einer starren Ansicht notgedrungen verborgen bleiben müssen.

Grafik und Sound

Oculus Rift-Nutzer dürfen sich über kompromisslose Grafik-Qualität freuen, und auf PlayStation VR ist Codemasters ein ordentlicher Kompromiss zwischen hoher Bildrate auf der einen Seite und Grafikqualität auf der anderen Seite gelungen. Speziell die Wettereffekte wirken in VR besonders plastisch. Egal, ob bei Tag oder Nacht, bei trockenem, nassem oder bewölktem Wetter, bei Sonne, Nebel, Regen oder Schnee — DiRT Rally weiß mit einer abwechslungsreichen Witterung zu gefallen.

Außerdem verdient das Sound Design eine besondere Erwähnung, da es wesentlich zum Realismus des Spiels beiträgt. Bei falscher Betätigung der Gangschaltung jault unser Motor schmerzhaft auf, jeder Straßenbelag gibt andere Geräusche von sich, und auch die sonstige Klangkulisse kann sich hören lassen.

Lenkrad-Unterstützung

Für das optimale Erlebnis solltet ihr natürlich ein Force Feedback-Lenkrad inklusive Pedale verwenden. Besonders gut schnitten in unseren Tests das Logitech G29 (PS4, PC) sowie das High End-Lenkrad Thrustmaster TS-PC Racer (PC) ab. Doch selbst mit dem Gamepad ist DiRT Rally gut spielbar. Hierbei greifen uns verschiedene Fahrhilfen unter die Arme, die sich im Menü bei Bedarf dazuschalten lassen.

Einziger Wermutstropfen beim Fahren mit dem Lenkrad ist allerdings, dass unser Fahrverhalten keine 1 zu 1-Auswirkungen auf die Stellung unseres Lenkrads im Spiel hat. Wenn wir also mit dem Lenkrad fahren, entspricht die Stellung unserer realen Hände und Arme nur selten deren Animationen im Spiel. Hier wurde unnötig Immersion verschenkt.

Unsere Wertung

Dennoch bietet DiRT Rally zusammen mit iRacing das derzeit mit authentischste Fahrgefühl, das in Virtual Reality erlebt werden kann. Wer vor der steilen Lernkurve nicht zurückschreckt und einen ernsthaften Einstieg in die Welt der Rennsimulationen erwägt, könnte keinen besseren Titel wählen.

Redaktion Gamez

Mein Fazit:

DiRT Rally ist auch 2019 noch einer der Spitzenreiter unter den VR-Rennspielen. Der hohe Realismusgrad, die zahlreichen Spielmodi und Fahrzeuge sowie die clevere VR-Integration garantieren ein unvergleichliches Erlebnis. Wer gewillt ist, sich dieser Herausforderung zu stellen, ist mit DiRT Rally VR gut beraten.

Das VR-Rennspiel DiRT Rally erhaltet ihr hier:

Getestet mit: Oculus Rift / PlayStation VR

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Redaktion Gamez
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