Darknet im Test: Cyberspace-Hacken wie in den Neunzigern – und in VR

Darknet vermittelt uns das Gefühl, ein Hacker im Cyberspace der Neunzigerjahre zu sein. Auf der Suche nach wertvollen Daten hacken wir uns mit Exploits und Viren durch die Knoten abstrakter Netzwerke. Wie viel Spaß macht das?

  • von Benjamin Schäfer am 24.06.2019, 11:37 Uhr
Darknet-Header

Alteingesessene VR-Fans haben wahrscheinlich schon von Darknet gehört, war es doch eins der ersten VR-Spiele der aktuellen Virtual Reality-Generation. Nachdem es bereits 2014 auf Samsungs Gear VR spielbar war, fühlt sich Darknet mittlerweile auf VR-Brillen von HTC Vive, Oculus Rift, PlayStation VR bis hin zu unserer Testplattform Google Daydream zu Hause.

  1. Datendiebstahl unter Druck
  2. Geschick im Umgang mit Viren
  3. Darknet: Immersiver durch VR
  4. Unsere Wertung

Datendiebstahl unter Druck

In Darknet spielen wir einen Hacker, der die Weiten des Internets unsicher macht. Unsere Werkzeuge für den verdeckten Informationsdiebstahl sind Viren, Hydras und Exploits. Damit hacken wir die Netzwerke großer Firmen und Institutionen, um deren Geheimnisse aufzudecken.

Darknet visualisiert Netzwerke als geschlossene Verbände von unterschiedlich großen Knotenpunkten, die uns in VR komplett umgeben. Größere Knoten im Netzwerk bringen uns bei einem erfolgreichen Hack mehr virtuelles Geld als kleinere. Besitzt ein Knoten einen grünen Kern, trägt er besonders wertvolle Daten in sich und beschert uns noch mehr Reichtum.

Während eines Hacks benötigen wir unsere Rücklagen, um weitere Viren, Hydras, Exploits oder Würmer zu erstehen. Der richtige Einsatz unserer Werkzeuge entscheidet über unseren Erfolg bzw. Misserfolg. Wir hacken nämlich unter Zeitdruck. Jeder Auftrag besitzt ein Zeitlimit. Überschreiten wir es, werden wir bei unserem Hack erwischt und nicht mit Bitcoins belohnt.

Bitcoins? Richtig, in Darknet werden wir stilecht mit Kryptogeld anstatt mit Dollars oder Euros bezahlt. Außerhalb unserer Cyberangriffe investieren wir unsere Bitcoins in allgemeine Verbesserungen. Wir erhöhen zum Beispiel unser Startkapital, schalten zusätzliches Werkzeug wie Würmer frei oder verbessern unsere Viren.

Geschick im Umgang mit Viren

Jeder Auftrag kommt nicht nur mit einer Belohnung und einem Zeitlimit daher, sondern steigert bei Erfolg unsere Fertigkeiten. Schlägt der Hack fehl, ist das Gegenteil der Fall. Das wollen wir aber unbedingt vermeiden: Um an neue Aufträge zu bekommen, müssen wir unser Fertigkeitlsevel nämlich kontinuierlich erhöhen.

Haben wir uns für einen Hack entschieden und sehen die Knotenpunkte des Netzwerks vor uns, müssen wir eine Strategie entwickeln. Ziel eines jeden Hacks ist der Stammknoten, der die wichtigsten Daten enthält.

Theoretisch steht es uns frei, den Stammknoten direkt zu hacken. Praktisch hindern uns dessen Firewalls und unsere schwache Startausstattung daran. Wir widmen uns daher erstmal schlecht geschützten Knoten, um unser Budget aufzustocken.

Um einen Knoten zu hacken, begeben wir uns in den Knoten hinein. Dort treffen wir auf ein Netz, in dessen Mitte der Kern des Knotens sitzt, den wir mit unseren Viren erreichen müssen. Viren schleusen wir über die Antivirenprogramme des Knotens ein.

Von dort breiten sie sich kreisförmig aus. Treffen unsere Viren dabei auf einen weiteren Antivirus, löscht dieser unser Virus aus. Besitzen wir mehrere Viren, infizieren wir strategisch nach und nach Antivirenprogramme, um den Weg zum Kern freizuräumen.

Schneller stocken wir unser Budget allerdings mit Hydras auf. Wenn wir einen guten Zugangspunkt gehackt haben, schleusen wir eine Hydra ein, die automatisch alle ungesicherten Knoten hackt und uns so in kürzester Zeit viel Geld beschert. Mit Exploits und Würmern schwächen wir gut gesicherte Knoten, indem wir deren Firewalls deaktivieren. So bietet Darknet eine großartige Taktik-Komponente, die uns immer wieder herausfordert. Allerdings stellt sich mit der Zeit gerade beim Beginn eines Hacks eine gewisse Routine ein.

Darknet: Immersiver durch VR

Auf den ersten Blick sieht Darknet nicht wie ein Spiel aus, dass stark von VR profitiert. Doch das täuscht: Dank der generellen Präsentation, dem Soundtrack, der englischen Stimme von Jon „Duke Nukem“ St. John und der Grafik, versetzt uns das Puzzlespiel in VR noch intensiver in unsere Rolle als Hacker.

Stichwort Grafik: Darknet lebt als Puzzlespiel von seinen Spielmechaniken. Die Grafik ist zwar einfach gehalten, lenkt unseren Blick aber stets aufs Wesentliche. Wir sehen die Wege der Hydras und Würmer oder welche Knoten wie stark gesichert sind.

Haben wir die Datensicht freigeschalten, aktivieren wir bei Bedarf einen grünen Matrix-Code. Der sieht nicht nur cool aus, sondern liefert uns laut Entwickler sogar wertvolle Informationen über das Netzwerk – wenn wir nur lang genug nach wiederkehrenden Mustern suchen und versuchen, den Code richtig zu interpretieren.

Die einfache Steuerung ging mit unserer Daydream-Fernbedienung problemlos von der Hand. Eine Rekalibrierung unserer Sicht war nie nötig und wir konnten jeden Knotenpunkt stets zielsicher anwählen. Die Steam-Version für den PC unterstützt die Vive Bewegungs-Controller und funktioniert auch ohne VR-Headset.

Unsere Wertung

Benjamin Schäfer

Mein Fazit:

Darknet ist simpel - und grandios. Das Kombinieren von Exploits, Hydras und Würmern erfordert mein taktisches Denken ebenso wie der schrittweise Einsatz der Viren, wenn ich einen Knotenpunkt hacke. Klar, ich führe bei jedem Auftrag die gleichen Schritte aus, aber trotzdem komme ich immer wieder zu einem Punkt, an dem ich nachdenken muss, um die bestmögliche Strategie herauszufinden. Ich bin zwar kein Freund von Zeitlimits, aber in Darknet passen sie zum Setting und fördern meine Illusion, als Hacker sensible Daten zu stehlen.

Hier könnt ihr  die VR-Simulation Darknet käuflich erwerben:

Getestet mit: Google Daydream

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Benjamin Schäfer
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