Crash Bandicoot N.Sane Trilogy Test: Lob sei dem Beuteldachs!

Mit der N.Sane Trilogy bringt Activision Crash Bandicoot zurück. Wir klären im Test, wie sich das Remaster schlägt.

  • von Patricia Geiger am 29.06.2017, 12:56 Uhr

Als Entwickler Naughty Dog 2016 Uncharted 4: A Thief’s End auf den Markt brachte und darin ein spielbares Level aus dem ersten Crash Bandicoot unterbrachte, wurden sofort Gerüchte um ein mögliches Remaster laut. Die wurden zunächst dementiert und Fans von Crash enttäuscht. Bis Sony dann bei der E3 im vergangenen Jahr eben doch den Beuteldachs aus dem Sack ließ und mit der N.Sane Trilogy direkt ein Remaster der ersten drei Spiele um Crash ankündigte.

Jetzt ist das Remaster endlich da und wir haben für euch eine Reise in die Vergangenheit unternommen, um uns erneut den Herausforderungen der Crash-Bandicoot-Reihe zu stellen.

Worum geht es eigentlich in Crash Bandicoot?

Im Jump’n’Run Crash Bandicoot dreht sich alles um den Konflikt zwischen dem namensgebenden Crash Bandicoot, unterstützt von der Medizinmann-Maske Aku Aku, und dem bösen Wissenschaftler Dr. Neo Cortex, an dessen Seite unter anderem Aku Akus Bruder Uka Uka steht. Wer jetzt nur Bahnhof verstanden hat – keine Bange: Wir dröseln das Ganze natürlich für euch auf.

Cortex hat zusammen mit seinem Assistenten Dr. Nitrus Brio den sogenannten »Evolvo-Ray« erschaffen, mit dem er Tiere mit übermenschlichen Kräften ausstatten will. Eines seiner Versuchsobjekte ist dabei der vorher ganz normale Beuteldachs Crash. Der sollte nach dem Versuch eigentlich Cortex’ Armee anführen – allerdings ging das Ganze gewaltig nach hinten los und Crash türmt durch ein Fenster. Von da an nimmt Cortex’ Jagd auf Crash seinen Lauf.

Teil eins widmet sich dabei der Rettung von Tawna, einer Beuteldachs-Dame, die Crash während der gemeinsamen Gefangenschaft sehr ans Herz gewachsen ist. In Teil 2 lässt sich der etwas einfältige Crash von Cortex dazu überreden, Kristalle für ihn zu sammeln – der Doktor will ja schließlich die Welt retten und hat keinesfalls vor, mit der Kraft der Kristalle seine Gehirnwäsche-Maschine zu betreiben! Nachdem Crash Cortex’ Raumstation in die Luft gejagt hat, stellt er sich in Teil drei zusätzlich Dr. Nefarious Tropy in den Weg: Der hat eine Maschine gebaut, die Zeitreisen erlaubt, um so mehr von den mächtigen Kristallen einzusammeln.

Und was war jetzt mit den Masken? Aku Aku ist der Wächter der Wumpa-Inseln, der Heimat von Crash, bei der es sich um fiktive australische Inseln handelt. Er ist der Geist eines alten Hexendoktors, der in einer Holzmaske gefangen ist. Uka Uka ist der böse Zwillingsbruder, der von Aku Aku vor langer Zeit eigentlich eingesperrt wurde.

Außerdem wird Crash auch von seiner Schwester Coco unterstützt. Die ist ziemlich clever und damit eigentlich das genaue Gegenteil ihres großen Bruders.

Springen, wirbeln, Früchte sammeln

Das Gameplay der Crash-Trilogie scheint auf den ersten Blick simpel. Er kann springen und wirbeln und sich später ducken. Dabei sind in den Schlauchleveln des Spiels unterschiedliche Arten von Kisten verteilt.

Die normalen Bretterkisten spucken eine Wumpa-Frucht aus. Hat Crash 100 Früchte gesammelt, bekommt er ein Bonus-Leben. Kisten mit Fragezeichen können mehrere Früchte enthalten, aber auch zum Beispiel Gesichts-Tokens. Davon sind im ersten Crash Bandicoot drei nötig, um Bonus-Level freizuschalten.

Dann gibt es noch Kisten mit Streben – sie dürfen nicht durch Wirbeln zerstört werden. Stattdessen muss Crash auf die Kisten springen, da sie wie ein Trampolin funktionieren und dann ebenfalls mehrere Früchte ausspucken. Zu guter Letzt gibt es noch seltene Kisten mit Crashs Gesicht, die ein Extra-Leben enthalten, und Aku Aku, die uns die Maske zur Seite stellen.

Einen großen Bogen machen sollte Crash um die Nitro- und TNT-Kisten. Der Grund dafür sollte auf der Hand liegen.

Fehler werden nicht verziehen

So simpel das Gameplay auch anmutet – Schlauchlevel, ein bisschen wirbeln und hopsen – so unnachgiebig ist das Spiel bei Fehlern. Rempelt Crash einen Gegner an, steigt er als Engelchen gen Himmel auf. Kommt er einer fleischfressenden Pflanze zu nahe, bleiben nur seine Turnschuhe übrig. Landet er im Feuer, passt er direkt in eine Streichholzschachtel. Und fällt er irgendwo runter, kommen seine Schuhe nochmal nach oben geflogen, um Salz in die Wunde des Versagens zu streuen.

Einen Puffer haben wir nur dann, wenn wir eine Aku-Aku-Maske gesammelt haben. Der Schutzgeist wendet die meisten Übel zumindest einmal ab, dann ist die Maske verbraucht. Maximal zwei Freiversuche können wir ansparen, beim dritten Fehler ist geht Crash über den Jordan und er spawnt neu bei der letzten Checkpointkiste, die er zerstört hat.

Lauf, Crash. Lauf!

Zusätzlich zu den normalen Leveln, in denen Crash von A nach B gelangen und unterwegs zahlreiche Hindernisse überwinden muss, gibt es aber auch noch andere Levelarten. Immer wieder muss er beispielsweise vor einem rollenden Stein oder ähnlichem flüchten, wobei der Beuteldachs dann auf die Kamera zuläuft statt von ihr verfolgt zu werden.

An anderer Stelle reitet er zum Beispiel auf einem wilden Eber. Die Steuerung ist hier auf links und rechts sowie den Sprung limitiert, Anhalten ist dabei nicht vorgesehen.

Und dann gibt es natürlich noch Bossgegner. Der erste Boss der Crash-Geschichte ist der Stammeshäuptling Papu Papu. Für alle Bosse gilt jedoch das Gleiche: Angriffsmuster beobachten, auf eine Chance warten und dann auf den Kopf springen. Und das natürlich, wie es sich für Videospielklassiker gehört, mindestens dreimal, bis der Schurke endlich besiegt ist.

Original vs. Remaster

Vicarious Visions haben beim Remaster von Crash Bandicoot ganze Arbeit geleistet. Die Level erstrahlen in neuem Glanz und sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet worden. Dabei ist das Remaster der Vorlage aber absolut treu geblieben. Jeder Stein ist noch da, wo man ihn auch im Original findet – nur hat er jetzt deutlich mehr Details.

Die Dschungel, aber auch Eiswelten oder Unterwasser-Level in der N.Sane Trilogy sorgen nicht nur für jede Menge Nostalgie, sondern beeindrucken schlicht und ergreifend, wenn man sie mit dem Original vergleicht.

Und wer die Spiele wie anno 199x spielen möchte, kann das zumindest in puncto Steuerung tun: Crash lässt sich nicht nur mit dem linken Stick, sondern auch über das Steuerkreuz lenken. Den rechten Stick hingegen brauchen wir schlichtweg nicht, denn die starre Kamera aus den Originalen ist geblieben.

Die Remaster laufen absolut flüssig und ruckelfrei, auch an der Steuerung ist nichts zu bemängeln. Sie ist noch genauso präzise wie früher – im Guten, wie im Schlechten. Der große Zeh reicht leider nicht aus, damit Crash auf einer Plattform stehen bleibt.

Einziges Manko: Es ist nicht möglich, zwischen alter und neuer Grafik umzuschalten. Da Vicarious Vision das Spiel allerdings komplett neu und ohne das alte Grundgerüst entwickelt haben, bietet sich dafür schlichtweg keine Grundlage, auf die zurückgegriffen werden könnte.

Fazit

Mit der Crash Bandicoot N.Sane Trilogy hat Vicarious Visions einen meiner Kindheitshelden neu in Szene gesetzt. Und obwohl es schon knapp 20 Jahre her ist, dass ich in Teil 3 zum ersten Mal Bekanntschaft mit Crash gemacht habe, gehen mir die Level größtenteils so leicht von der Hand, als wäre es erst gestern gewesen. Das ist aber auch ganz gut so, denn umso mehr Zeit bleibt mir, um die wunderschönen neuen Level genau unter die Lupe zu nehmen und mich über die vielen kleinen Details zu freuen, die in den Remaster-Versionen versteckt sind. Die Crash Bandicoot N.Sane Trilogy ist ein Muss für jeden Fan der alten Jump’n’Runs, bringt die Spiele aber hoffentlich auch einer neuen Generation näher, die die Originale nicht gespielt hat. Ich würde es mir wünschen – denn umso besser stehen dann hoffentlich die Chancen für ein komplett neues Spiel.

Crash Bandicoot N.Sane Trilogy erscheint am 30. Juni 2017 nur für die PlayStation 4. Es gibt jedoch das Gerücht, dass auch eine Fassung für die Xbox One erscheinen könnte.

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Patricia Geiger
Patricia Geiger

Mit der ersten PlayStation ist Patricia den Videospielen verfallen und seitdem nicht mehr davon losgekommen, wobei ihr Herz nach wie vor den Konsolen gehört. Eigentlich dreht sich alles um Rollenspiele, Ego-Shooter und Action-Adventures, ab und an wagt sie sich aber auch an Rundenstrategie oder Jump'n'Runs.