Conductor im VR-Test: Mit Dampf, Drohne und Gravity Gun

Für die virtuelle Realität sind Escape-Room-Spiele extrem beliebt. Conductor liefert dabei dank einiger Gameplay-Kniffe mehr als die bewährte Standard-Kost.

  • von Benjamin Danneberg am 26.06.2019, 11:00 Uhr
Conductor-Header

Es ist dunkel. Irgendwo heulen Wölfe, Grillen zirpen und vor uns steht auf einer Bahnschiene eine Dampflok. Der Tunnel hinter dem Zug ist auf den Anhänger gekracht – wir wollen gar nicht so genau wissen, wie das passiert ist.

Schnell den Hänger abgekoppelt und auf die Lok gestiegen: Wir schaufeln Kohle in den Ofen, machen Feuer und legen den Gashebel um. Langsam tuckern wir in die schwarze, nur vom Scheinwerferlicht erhellte Nacht.

  1. Conductor: Atmosphäre zum Schneiden
  2. Half-Life 2 lässt grüßen/a>
  3. Gut verpackte Puzzles
  4. Unsere Wertung

Conductor: Atmosphäre zum Schneiden

Conductor glänzt von Beginn an mit hervorragender Atmosphäre: Wir sehen nur das, was im jeweiligen Lichtschein zu sehen ist, drum herum ist es stockduster.

Wenn wir eine Gaslaterne anzünden oder einen Strahler anschalten, dann werden die einfach texturierten, leicht comichaften Grafiken sichtbar und bilden so etwas wie stilisierte Inseln in einem Meer aus Finsternis. Alles ist scharf und sauber modelliert, die Spielwelt wirkt äußerst stimmig. Dazu kommt eine mysteriös-gruselige Stimmung: Warum sind wir eigentlich hier – und wer zum Teufel schickt diese Drohnen, die immer wieder auf uns schießen?

Half-Life 2 lässt grüßen

Zum Glück sind wir nicht ganz wehrlos. Schon am ersten von mehreren Haltepunkten finden wir unsere Gravity-Gun, die uns sehr an Half Life 2 erinnert. Damit räumen wir Gerümpel weg, schieben schwere Dinge an oder räumen versperrte Türen vom Fenster aus frei. Werden wir angegriffen, schnappen wir uns damit die attackierende Drohne und lassen sie zu Boden oder gegen vorbeifahrende Felsen krachen.

Die Zugfahrt wird immer wieder unterbrochen: Mal steht ein Auto auf den Gleisen, mal müssen wir eine Brücke herunterlassen, dann wieder sorgt ein kaputtes, elektrisches Tor für eine Blockade. Um den Weg frei zu räumen, müssen wir an den einzelnen Stationen Rätsel lösen: Schlüssel oder Codes entdecken, den Weg auf ein Dach oder in den Keller finden, dampf- betriebene Generatoren anwerfen und coole Schwerelosigkeitsexperimente durchführen.

Die Steuerung funktioniert dabei fast immer schön präzise. Innerhalb unseres raumfüllenden VR-Bereichs (Roomscale) und per Teleportation erkunden wir die verschiedenen Außen- und Innen-Areale.

Gut verpackte Puzzles

Die Puzzles sind nicht schwer, mit etwas Nachdenken und ab und zu etwas Herumprobieren kommen wir immer auf die Lösung. Während wir uns von Station zu Station vorarbeiten, wird uns eine kleine Story erzählt, die sich aus Notizen und kurzen, belauschten Gesprächen unserer unsichtbaren Widersacher speist. Das hätte zwar ruhig umfangreicher sein können, aber es untermalt auch so die wunderbare Stimmung.

Auf der Lok durch die Nacht zu dampfen macht richtig Laune und während wir die Schienen entlang rattern, baut sich jedes Mal aufs Neue diese Spannung auf: Was erwartet uns an der nächsten Station? Werden unsere Verfolger uns doch noch irgendwo erwischen?

Unsere Wertung

Die Zeit verfliegt, ohne dass wir es bemerken und am Ende sind wir überrascht, dass bereits fast zwei Stunden vergangen sind. Wenige VR-Spiele lassen uns die Realität so vergessen wie Conductor. Die clevere Idee mit dem Zug, der uns von einer Szene zur nächsten bringt, schafft eine Dynamik, die normale Escape-Room-Spiele nicht haben. Am Ende steht fest: Solche Spiele würden wir sehr gern noch länger spielen.

Benjamin Danneberg

Mein Fazit:

Conductor ist ein spannendes Puzzle-Abenteuer, dass durch clevere Dynamik, tolles Gameplay und einen einnehmenden Artstyle besticht.

Das VR-Escape Room-Spiel Conductor erhaltet ihr hier:

Getestet mit: HTC Vive

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Benjamin Danneberg
Benjamin Danneberg

Projektmanager GameZ. Privat auf SPACE4GAMES zuhause. Bekennender "Life is Strange"-Fanboy und Baldur's Gate-Profi.

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