Chroma Lab im Test: Eine Interaktive VR-Musik-Sandbox

Chroma Lab ist kein VR-Spiel wie jedes andere. Hier vermischen sich Musik und die Spielerei mit zahllosen Farbpartikeln zu einer einzigartigen Erfahrung in der virtuellen Realität. In unserem Test erfahrt ihr, warum sich ein Blick auf dieses abgefahrene audiovisuelle Erlebnis definitiv lohnt.

  • von Oliver Schmiedchen am 13.05.2019, 16:00 Uhr
Chroma-Lab-Header

Manche Spielkonzepte entfalten nur mit Virtual Reality-Unterstützung ihre volle Wirkung. Chroma Lab ist ein solcher Titel. Die Spielidee ist simpel und versprüht doch unter der VR-Brille ein einzigartiges Flair. Was ist so besonders an dieser spielerisch-musikalischen VR-Erfahrung?

  1. Farbenfrohe Musik-Malerei in VR
  2. Chroma Lab: Audiovisuelles Wunderland
  3. Meditativer Virtual Reality-Sandkasten
  4. Unsere Wertung

Farbenfrohe Musik-Malerei in VR

Chroma Lab ist das Projekt des Entwicklers Sean Tann, der das Spiel komplett in Eigenregie realisiert hat. Im Kern handelt es sich bei Chroma Lab um einen Partikel-Simulator für VR-Brillen. Direkt nach Spielstart befinden wir uns in einem virtuellen Raum, in dem wir uns dank Roomscale-Unterstützung frei bewegen dürfen.

Wir stehen dabei in einer Fläche, die komplett mit (noch) farblosen Kleinstpartikeln gefüllt ist. Um das Ganze in Bewegung zu versetzen, stehen uns zwei Möglichkeiten zur Verfügung, die in Kombination in einer visuellen Erfahrung münden, gegen die jedes Holi-Fest die Farbtiefe eines wolkenverhangenen Mistwetter-Tages im Herbst besitzt.

Einerseits bringt Musik die Partikel in allen Regenbogenfarben zum Leuchten und Tanzen. Dazu dürfen wir aus einer beliebigen Quelle Tonaufnahmen abspielen. Wir starten dafür zunächst im Hintergrund einen Song über Youtube, Soundcloud, Spotify oder den Media Player unserer Wahl und begeben uns danach in die Chroma Lab-VR-Anwendung – die erledigt dann den Rest.

Zusätzlich dazu können wir mit unseren Bewegungscontrollern mit den Partikeln interagieren und dabei so unsere eigene, zum Takt der Musik pulsierende dreidimensionale Farbwelt frei gestalten.

Chroma Lab: Audiovisuelles Wunderland

Dafür stehen uns zahlreicheTools zur Verfügung, die wir über einen einfachen Tastendruck aufrufen können. Darunter befindet sich z.B. eine Art Farb-Gartenschlauch, mit dem wir Partikel durch die Gegend schießen können. Sehr cool: Treffen wir mit diesen Partikeln andere Farbflächen, verformen sich diese glaubwürdig und brechen teilweise sogar auseinander. Weitere Werkzeuge lassen uns den fliegenden Farbteppich auf verschiedene Weise in Echtzeit verformen und „zuschneiden“.

Das ist aber noch nicht alles. Zusätzlich dürfen wir im Optionsmenü vielfältige Einstellungen vornehmen, die die Erfahrung teils stark verändern. Wir können zum Beispiel Einfluss auf die Stärke der Gravitation oder die Farbsättigung der Partikel nehmen sowie diese mit diversen Shadern versehen. Praktisch ist auch, dass wir verschiedene Einstellungsprofile speichern und einfach wieder abrufen können.

Meditativer Virtual Reality-Sandkasten

Das Ganze ist visuell äußerst beeindruckend. Für die Sound-Untermalung sind wir, wie bereits erwähnt, selbst zuständig. Das Tracking funktioniert ebenfalls einwandfrei, was es uns extrem leicht macht, uns in unseren selbst kreierten psychedelisch angehauchten 3D-Welten zu verlieren.

Chroma Lab ist ein Spiel, das eigentlich im klassischen Sinne gar keins ist. Wir verfolgen kein vordefiniertes Ziel, es gibt keine Levels, keine Gegner, keine Rätsel, keine Progression. Chroma Lab ist vielmehr eine meditative Erfahrung, in der wir auf verschiedene Art und Weise mit Musik haptisch und visuell interagieren können – Im Prinzip handelt es sich um eine Art Sandkasten voller Farbe, in dem der einzige limitierende Faktor unsere Kreativität ist.

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Unsere Wertung

Das Schöne dabei ist, dass wir ähnlich wie in Electronauts überhaupt nicht künstlerisch begabt sein müssen, um Spaß mit Chroma Lab zu haben. Das Spiel gibt uns genügend einfach zu bedienende Werkzeuge an die Hand, die wirklich jeden Nutzer mit wenigen Handgriffen beeindruckende audiovisuelle Erlebnisse schaffen lassen. Für knapp 5 Euro erhalten wir hier eine Virtual Reality-Erfahrung, die sich nicht nur verdammt cool anfühlt, sondern die sich auch prima als Demo für VR-Neulinge eignet.

Oliver Schmiedchen

Mein Fazit:

Chroma Lab ist kein Spiel, sondern vielmehr ein interaktiver Farbtraum in Virtual Reality. Zwar mache ich hier im Endeffekt ständig dasselbe, allerdings vergeht dabei die Zeit unter dem VR-Headset wie im Flug. Klar, dieses Spiel erzählt uns keine spannende Geschichte und fordert uns nicht mit harten Bossen oder Rätseln - das ist zur Abwechslung aber auch ganz schön. Hier spiele ich nicht, um irgendein Ziel zu erreichen, sondern einfach um des Spielens und der Erfahrung Willen. Wer dem Alltag auf stressfreie Art und Weise entfliehen will und dabei noch mit seiner Lieblingsmusik interagieren möchte, sollte sich Chroma Lab anschauen.

Ihr solltet Chroma Lab definitiv spielen, wenn ihr…

  • eurer kreativen Ader in VR freien Lauf lassen wollt
  • (vergängliche) Kunst schaffen wollt, obwohl ihr künstlerisch nur mäßig begabt seid
  • Eins mit eurer Lieblings-Musik werden wollt

Chroma Lab ist eher nichts für euch, wenn…

  • ein Spiel ohne Endboss für euch nicht spielenswert ist
  • Entspannung nicht so euer Ding ist
  • ihr keine Lust auf eine wahrlich einzigartige VR-Erfahrung habt

Den Virtual Reality-Partikelsimulator Chroma Lab erhaltet ihr hier:

Getestet mit: Oculus Rift

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Oliver Schmiedchen
Oliver Schmiedchen

Gamer aus Leidenschaft, dabei seit PlayStation 1-Zeiten. Aktuell zuhause auf Xbox One und in Sachen VR auf dem PC. Hält die SEGA Dreamcast für die beste Konsole aller Zeiten. Feiert Musik von Gucci Mane über Led Zeppelin bis Adam Beyer.

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