Bow to Blood im Test: PSVR sucht Super-Luftschiff-Kapitän

Mit Bow to Blood präsentiert Entwickler Tribetoy einen eigenwilligen Arena-Shooter für Sonys VR-Headset. Ich habe mich für euch in die kunterbunten Luftschlachten gestürzt und die ein oder andere Überraschung erlebt.

  • von Benjamin Hillmann am 24.06.2019, 15:36 Uhr
Bow-to-Blood-Header

Euch gelüstet es nach innovativen Neuheiten für PlayStation VR? Ein weiterer Arena-Shooter lässt euch im ersten Moment wahrscheinlich deshalb nicht gerade in Begeisterungsstürme ausbrechen. Schließlich ist das Genre mit VR-Titeln wie RIGS oder Battlezone bereits ganz gut versorgt.

Das PSVR-exklusive Bow to Blood entpuppt sich beim Anspielen allerdings als echte Wundertüte. Denn Entwickler Tribetoy hat die Arena-Action mit vielen interessanten Features ausgeschmückt.

  1. Bow to Blood: Luftschiff-Kämpfe in bunter Cartoon-Optik
  2. Arena-Action mit Story & Charakter
  3. Im Wettbewerb mit Freund und Feind
  4. Ich, der Kapitän: Mein Schiff, meine Entscheidungen
  5. Unsere Wertung

Bow to Blood: Luftschiff-Kämpfe in bunter Cartoon-Optik

Auf den ersten Blick erinnert Bow to Blood stark an den Genre-Kollegen StarBlood Arena. Hier wie dort stürzen wir uns an Bord unseres virtuellen Raum- bzw. Luftschiffes in action-geladene Arena-Schlachten.

Beide Titel teilen sich zudem eine ähnliche Hintergrundgeschichte. Auch in Bow to Blood schlüpfen wir in die Rolle des Teilnehmers einer Reality Show und streiten mit unseren Kontrahenten um die höchste Punktzahl im Turnier.

Bow to Blood verschlägt uns allerdings nicht in den Weltraum, sondern in die Atmosphäre eines gigantischen Gasplaneten, in der wir zwischen schwebenden Inseln und Felsen manövrieren.

Die bunte Comic-Grafik inklusive sympatischer Figuren gefällt mir dabei sehr gut, nur das starke Kantenflimmern von weiter entfernten Objekten trübt auf den ersten Blick das Gesamtbild.

Arena-Action mit Story & Charakter

Aber was ist jetzt das Besondere an Bow to Blood gegenüber der Genre-Konkurrenz? Erstens, dass es sich um eine reine Einzelspieler-Erfahrung handelt und zweites, dass die Entwickler dank eines coolen Features trotzdem unzählige Stunden Spielspaß garantieren.

Grundausstattung für VR-Luftschiff-Kapitäne
SONY PlayStation VR + Move Motion Controllers + Camera + VR Worlds
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€ 349.99

Die Kampagne des Spiels ist in sieben Etappen unterteilt, die wiederum jeweils aus mehreren Matches bestehen. Dank eines Zufallsgenerators unterscheiden sich die Aufgaben in den einzelnen Arenen allerdings bei jedem neuen Durchgang.

Darüber hinaus baue ich bereits bei meinen ersten Partien Beziehungen zu den von der KI gesteuerten Mittbewerbern auf, die Einfluss auf den Verlauf der Kampagne haben. Die geknüpften Bande und ihre Konsequenzen gestalten sich bei jeder neuen Kampagne ebenfalls immer wieder neu.

Zusätzlich kontrolliere ich kein unbewohntes Schiff, sondern befehlige zwei Crew-Mitglieder, denen ich während der Kämpfe bestimmte Aufgaben wie Feuerunterstützung oder die Verstärkung der Schilde zuweise. Obendrein kommentieren die beiden das Geschehen nach Lust und Laune und wuseln vor mir auf dem virtuellen Flugdeck herum.

Im Wettbewerb mit Freund und Feind

Zwischen und während der Missionen melden sich regelmäßig die anderen Teilnehmer des Wettbewerbs und bieten mir beispielsweise Hilfe gegen Turnierpunkte an oder bitten ihrerseits um Hilfe, wenn sie in Schwierigkeiten sind.

Oft befinde ich mich dabei in der strategischen Zwickmühle: Helfe ich meinem Kontrahenten, gebe dafür aber meine Punkteführung auf? Oder lass ich ihn links liegen, um später im alles entscheidenden Kampf ohne Flügelmann auskommen zu müssen?

Dazu sei gesagt: Während den Etappen können wir unser Schiff nicht reparieren. Wir müssen jedes Mal selbst einschätzen, ob wir mit einem angeschlagenen Rumpf wirklich noch auf Bonuspunkte-Jagd gehen sollten oder lieber gleich zur nächsten Arena springen.

Verkalkulieren wir uns dabei, erwartet uns der Permadeath in der aktuellen Kampagne. Es geht also ganz zurück auf Null und ein neuer Wettbewerb beginnt von vorne.

Ich, der Kapitän: Mein Schiff, meine Entscheidungen

Durch diese vielen Freiheiten fühle ich mich in Bow to Blood schnell tatsächlich so, als würde ich die Verantwortung für ein ganzes Schiff tragen.

Dazu trägt natürlich bei, dass ich von der Brücke aus bis zum Bug des virtuellen Luftschiffes schaue, Schäden direkt wahrnehme und am Pult vor mir mit dem DualShock-Gamepad die vier Spezialfähigkeiten des Schiffes reguliere (Boost, Schutzschild usw.).

Bewege ich den Kopf nach links und rechts, richte ich damit die Steuer- und Backbord-Kanonen aus. Mit einer schnellen Handbewegung ziehe ich obendrein meinen persönlichen Blaster aus dem Halfter, sollte mir mal eine Gruppe Drohnen zu nah auf die Pelle rücken.

Ihr seht schon, wer an der Luftschiff-Thematik gefallen findet sowie schnelle Action und konsequenzenreiche Entscheidungen schätzt, kommt an Bow to Blood nicht vorbei. Auch ein Arena-Shooter kann in VR-Zeiten halt nochmal richtig überraschen.

Unsere Wertung

Benjamin Hillmann

Mein Fazit:

Bow to Blood ist alles andere als nur ein weiterer Arena-Shooter für Sonys VR-Brille. Hinter der simplen Fassade versteckt sich ein erfrischend anderer Action-Strategie-Cocktail für Einzelspieler, der dank seiner zufallsgenerierten Kampagne viele Stunden Spielspaß verspricht.

Ihr solltet euch Bow to Blood genauer anschauen, wenn ihr:

  • auf abwechslungsreiche Luftschlachten steht
  • den Verlauf eines Spiels mit euren Entscheidungen beeinflussen wollt
  • euch gerne in ein immer wieder frisches Singleplayer-Erlebnis stürzt

Ihr solltet von der Luftschiff-Arena-Action eher die Finger lassen, wenn ihr:

  • euch einen Mehrspieler-Modus erhofft
  • für Spiele mit Permadeath wie In Death oder The Persistence eine zu dünne Haut habt

Bow to Blood ist für folgende VR-Headsets erhältlich:

Getestet mit: PlayStation VR

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Benjamin Hillmann
Benjamin Hillmann

Zuhause zwischen Star Wars, Hellboy-Comics & Klängen von Nick Cave. Geht gerne mit Nathan Drake auf Schatzsuche. Gefühlt geistig verkoppelt mit David Lynch & Hideo Kojima.

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