A-Tech Cybernetic VR im Early Access-Test: Dead Space trifft Half-Life

A-Tech Cybernetic VR ist ein Virtual Reality-Shooter, der nicht nur mit gutem Gameplay, sondern auch mit einer packenden Story überzeugen will. Wir haben den Early Access-Titel auf Zombie-Herz und -Nieren getestet.

  • von Oliver Schmiedchen am 08.05.2019, 12:41 Uhr
A-Tech-Cybernetic-Header

Auf den ersten Blick ist A-Tech Cybernetic VR nur ein weiterer Vertreter der unter Spielern und Entwicklern beliebten Gattung Roomscale VR-Shooter. Auf den zweiten Blick zeigt sich aber: Das VR-Erstlingswerk von XREAL Games ist weit mehr als das.

  1. Gordon Freeman lässt grüßen
  2. (Alb)traumhaft schön
  3. Die Stimme in unserem Kopf
  4. A-Tech Cybernetic VR: Horror-Spaß vom Feinsten
  5. VR-optimiertes Gameplay
  6. Der Early Access-Plan
  7. Unsere Wertung

Gordon Freeman lässt grüßen

A-Tech Cybernetic VR zaubert uns gleich zu Beginn ein Lächeln ins Gesicht – und zwar bevor wir auch nur eine Sekunde gespielt haben. Grund dafür ist das Hauptmenü, das uns angenehm an die Anfangssequenz aus dem altehrwürdigen Half Life erinnert.

Wir finden uns in einer Forschungsbasis wieder, hinter Glas sehen wir Wissenschaftlern bei der Arbeit zu. Die Ruhe vor dem Sturm, wie sich bald herausstellt.

Bevor wir uns aber ins Gemetzel stürzen, schauen wir uns die Tastenbelegung unserer Oculus Touch-Bewegungscontroller an und passen die Grafikeinstellungen an. Bereits hier weiß das durchdachte Nutzerinterface zu überzeugen: Das Optionsmenü wird uns als Overlay eingeblendet.

Ändern wir nun den Detailgrad oder den Supersampling-Multiplikator, sehen wir sofort die Auswirkungen im Hintergrund. Auch beim Durchschalten der verschiedenen Kantenglättungs-Varianten sehen wir direkt den Unterschied und können uns so für die optisch ansprechendste Variante entscheiden.

(Alb)traumhaft schön

Apropos Optik: A-Tech Cybernetic VR ist grafisch sehr gut gelungen. Die Umgebungen sind vollgepackt mit liebevollen Details, die dazu oft noch interaktiv sind. Ebenfalls toll umgesetzt ist die Steuerung, die an Sairento VR erinnert.

Zwar können wir hier nicht an Wänden entlanglaufen und Salti schlagen, aber wir steuern unseren Charakter ähnlich flüssig mit einem Mix aus Teleportation und freier Bewegung. Umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten sorgen dafür, dass jeder Spieler ein passendes Setup für seinen Spielstil findet.

Der wirkliche Star des Spiels kommt allerdings aus einer für einen VR-Shooter ungewohnten Ecke und hat uns wirklich überrascht. Die (englische) Sprachausgabe in der Kampagne ist derart gut gelungen, dass sich so manche AAA-Produktion eine Scheibe von A-Tech Cybernetic VR abschneiden sollte.

Die Stimme in unserem Kopf

Das Voice Acting kommt in der gelungenen Kampagne hervorragend zur Geltung. Die ist allerdings noch nicht komplett spielbar, zum Zeitpunkt unseres Tests waren drei Story-Missionen verfügbar. Die Geschichte ist bestes B-Movie-Material: Wir erwachen in einer Forschungsstation und haben erst einmal keine Ahnung, was Sache ist.

Auf in die virtuelle Realität!
OCULUS Rift S
OCULUS Rift S
€ 445

Was wir aber haben, ist eine Stimme im Kopf, die uns mit ersten Story-Happen versorgt. Schnell entspinnt sich eine Geschichte rund um finstere Experimente und verrückte Wissenschaftler. Dabei geht es aber trotz des Horror-Settings nie bierernst zur Sache.

Dafür sorgt unser Begleiter, der schon mal Deadpool-mäßig die vierte Wand durchbricht und um ein schnippischen Spruch nie verlegen ist.

A-Tech Cybernetic VR: Horror-Spaß vom Feinsten

Andererseits geht es durchaus zünftig zur Sache. Schnell müssen wir uns mit allerhand martialischem Gerät albtraumhafter Kreaturen erwehren. Hier werden Erinnerungen an Dead Space wach: Kopfschüsse helfen nur bedingt, oft kriechen unsere Gegner kopflos weiter. Wie in Viscerals Horror-Klassiker ist es daher oft sinnvoller, die Extremitäten unserer Gegner aufs Korn zu nehmen.

Außer mit Schießprügeln rücken wir diesen auch mit Handgranaten oder Brechstangen zu Leibe. Sind unsere Waffen leer, können wir diese auch nach unseren Gegnern werfen und zur größten Not verteilen wir VR-Backpfeifen, was gegen einzelne Gegner erstaunlich gut funktioniert.

In einigen Segmenten schleichen wir uns mit der Taschenlampe in einer und einer Waffe in der anderen Hand durch dunkle Korridore – an manchen Stellen ist A-Tech Cybernetic VR ziemlich gruselig.

VR-optimiertes Gameplay

Dafür, dass es uns dabei eiskalt den Rücken herunterläuft, sorgt das tolle Präsenzgefühl, das wir unter unserer VR-Brille erleben. Das Positionstracking funktioniert ebenso wie die Steuerung einwandfrei, und XREAL Games hat viel Wert auf eine intuitive Bedienung gelegt.

Dank eines kreisförmigen Waffenauswahl-Menüs können wir blitzschnell unsere Mordwerkzeuge wechseln und in die Holster an unseren Hüften stecken, Granaten verstauen wir in einem Brustgürtel.

Durch die eingängige Anordnung aller Ingame-Gegenstände und die gute Tastenbelegung fühlen wir uns schnell mittendrin im Geschehen. Die Immersion wird nur hin und wieder von kleineren Unzulänglichkeiten gestört. Die Animationen mancher Gegner sind noch nicht ganz rund und die Waffensounds können mit der Qualität der restlichen Vertonung nicht mithalten.

Der Early Access-Plan

Letzteres zu verbessern, steht aber auf der Agenda der Entwickler. Zudem soll die finale Version von A-Tech Cybernetic VR sieben Story-Kapitel enthalten, aktuell enthält die EA-Version vier Levels. Außerdem befindet mittlerweile sich auch eine PlayStation VR-Version des Spiels in Entwicklung – was allerdings bedeutet, dass die Weiterentwicklung des Spiels nun etwas länger dauert, als ursprünglich geplant.

Des Weiteren verspricht XREAL Games für die Zukunft eine verbesserte Zeitlupen-Mechanik – die ist derzeit nur rudimentär vorhanden. Weiterhin soll das Spiel einen Koop- sowie einen Multiplayermodus bekommen, genauso wie neue Waffen und neue Maps für den Swarm-Modus.

Bei letzterem handelt es sich um einen klassischen Waveshooter-Modus, der für einen erhöhten Wiederspielwert sorgen soll. Allerdings macht diese Spielvariante aktuell längst nicht so viel Spaß wie die Story, mit der wir schon jetzt vier bis fünf Stunden verbringen können.

Dank mehrerer Schwierigkeitsgrade und vieler versteckter Räume und Sammelobjekte, die zusätzliche Story-Schnipsel offenbaren, lohnen sich mehrere Durchgänge durchaus.

Unsere Wertung

Oliver Schmiedchen

Mein Fazit:

A-Tech Cybernetic VR ist trotz Early Access-Status bereits jetzt ein sehr gelungenes Spiel. Die Kampagne ist zwar noch nicht komplett – das, was schon vorhanden ist, ist aber wirklich gut und macht Lust auf mehr. Die tolle Grafik und Vertonung machen den Titel von XREAL Games gemeinsam mit der durchdachten Steuerung zu einem Spiel, das sich jeder VR-Action-Fan anschauen sollte.

A-Tech Cybernetic VR ist das richtige Spiel für euch, wenn

  • ihr einen Roomscale VR-Shooter mit gelungener Story sucht
  • ihr auf ausgezeichnetes Voice-Acting steht
  • euch Doom VfR, Arizona Sunshine, Half Life oder Dead Space gefallen

A-Tech Cybernetic VR ist wahrscheinlich nichts für euch, wenn ihr…

  • ein Spiel mit einer abgeschlossenen Kampagne sucht
  • eine deutsche Sprachausgabe oder Untertitel benötigt (gibt es nämlich nicht)
  • Angst vor Zombies und/oder im Dunkeln habt

Den VR-Shooter A-Tech Cybernetic VR erhaltet ihr hier:

Getestet mit: Oculus Rift

Besucht uns auf Facebook und Instagram und diskutiert mit uns über eure Lieblingsspiele.

Oliver Schmiedchen
Oliver Schmiedchen

Gamer aus Leidenschaft, dabei seit PlayStation 1-Zeiten. Aktuell zuhause auf Xbox One und in Sachen VR auf dem PC. Hält die SEGA Dreamcast für die beste Konsole aller Zeiten. Feiert Musik von Gucci Mane über Led Zeppelin bis Adam Beyer.

Passende Produkte
VR Grafikkarten

Produkte im nächsten MediaMarkt entdecken