A Fisherman’s Tale im Test: VR-Escape Room trifft Inception

A Fisherman's Tale ist ein VR-Escape Room mit innovativen Spielmechaniken. Wie gut diese funktionieren, klären wir in unserem Test.

  • von Oliver Schmiedchen am 06.02.2019, 10:27 Uhr
A Fisherman's Tale im Test.

Vertigo Games hat sich unter VR-Spielern mit den Titeln Arizona Sunshine und Skyworld einen Namen gemacht. Beides sind geniale Titel, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Nach Zombie-Shooter und Tabletop-Strategie erschien unter der Flagge des Entwicklerstudios mit A Fisherman’s Tale nun ein Virtual Reality-Puzzlespiel. Hat es das Zeug zum Hit oder ist es ein Puzzle mit fehlenden Teilen?

Der Leuchtturm im Leuchtturm im Leuchtturm

Eins vorweg: Vertigo Games fungiert bei A Fisherman’s Tale lediglich als Publisher. Entwickelt wurde das Spiel von Innerspace. Herausgekommen ist dabei ein erfrischend anderer Puzzler, der in einigen Bereichen glänzt, in anderen aber Potenzial verspielt.

Zunächst zum Setting: Wir schlüpfen in die Haut des modellbaubegeisterten Leuchtturmwärters Bob. Obwohl, eigentlich spielen wir seine Miniaturfassung, die ihr Dasein in einem originalgetreuen Modell von Bobs Leuchtturm fristet. Trotzdem kontrollieren wir sowohl Bob als auch Mini-Bob als auch das Modell im Modell.

Denn in unserer Miniatur steht ein weiteres Modell des Leuchtturms. Das klingt erst einmal komplizierter als es ist. Am besten vergleichen lässt sich A Fisherman’s Tale mit russischen Matroschka-Puppen, die mehrere Abbilder von sich selbst in sich stecken haben.

Clever puzzlen mit A Fisherman’s Tale

Diese Prämisse ist die Grundlage für einen VR-Escape Room der etwas anderen Art. Im Kern geht es in den Puzzles auch hier immer darum, von einem Raum in den nächsten zu kommen. Dass wie im modernen Filmklassiker Inception mehrere Schichten der Spielwelt existieren, ist nämlich ein essentieller Bestandteil der spaßigen Knobeleien.

Oftmals müssen wir ein wenig um die Ecke – beziehungsweise eine Nummer größer oder kleiner – denken, um des Rätsels Lösung auf die Spur zu kommen. Meist reicht es nicht, den richtigen Gegenstand zu finden. In einer Situation am Anfang verlangt etwa ein sprechender Einsiedlerkrebs nach einer passenden Kapitänsmütze. Unsere eigene ist logischerweise zu groß für das kleine Kerlchen – die Variante, die sich in unserem Modell befindet, passt hingegen wie angegossen.

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Dass alles, was wir tun, auf allen drei Spielebenen gleichzeitig passiert, sehen wir auch. Wenn zum ersten Mal plötzlich eine riesige Hand vor unseren Augen erscheint, erschrecken wir kurz. Dann wird uns aber klar: Wir selbst haben unsere Hand genau dort hinbewegt, nur eben auf unserer eigenen Ebene.

Großer Spaß, kleine Bugs

Audiovisuell ist A Fisherman’s Tale gut gelungen. Der Cartoon-mäßige Grafikstil ist stimmig und gut gelungen, die einzelnen Charaktere sind überzeugend und liebevoll animiert. Ein besonderes Lob verdient die hervorragende deutsche Sprachausgabe, die sich perfekt in das Gesamtbild einfügt.

Dass wir leider nicht vollends in die Welt von A Fisherman’s Tale eintauchen, liegt an kleinen Unstimmigkeiten im Spiel. Beispielsweise funktioniert der Wasserhahn in unserem Leuchtturm zwar theoretisch: Wenn wir ihn aufdrehen, ertönt jedoch nur ein Plätschern, es fließt aber kein sichtbares Wasser.

Die Steuerung ist prinzipiell gut durchdacht, manchmal allerdings ein wenig ungenau. Hinzu kommt, dass aufgenommene Gegenstände manchmal plötzlich wild zittern, sobald sie in die Nähe von Wänden geraten, was der Immersion ebenso schadet. Mit 1,5 bis 2 Stunden Spielzeit ist A Fisherman’s Tale zudem recht kurz geraten. Dafür macht das, was da ist, aber definitiv Spaß und macht Lust auf mehr.

Unsere Wertung

Oliver Schmiedchen

Mein Fazit:

A Fisherman's Tale besticht mit seinem innnovativen Escape Room-Gameplay, das es spielerisch deutlich von anderen Genre-Vertretern abgrenzt. Die tolle deutschsprachige Vertonung ist ein weiteres Plus - eine solche ist nämlich alles andere als selbstverständlich. Trotz kleinerer technischer Mängel hatte ich aber viel Spaß beim Zuhören, Knobeln und Ausprobieren - und das ist doch die Hauptsache.

Ihr solltet A Fisherman’s Tale ausprobieren, wenn…

  • ihr Lust auf ein wirklich innovatives Virtual Reality-Puzzlespiel habt.
  • ihr Spaß an einer schön erzählten Geschichte habt.
  • ihr ein Spiel sucht, das ganz ohne Gewalt auskommt.

A Fisherman’s Tale ist eher nichts für euch, wenn…

  • ihr ein Spiel sucht, das einen hohen Wiederspielwert bietet.
  • ihr beim Zocken nicht nachdenken wollt.

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Oliver Schmiedchen
Oliver Schmiedchen

Gamer aus Leidenschaft, dabei seit PlayStation 1-Zeiten. Aktuell zuhause auf Xbox One und in Sachen VR auf dem PC. Hält die SEGA Dreamcast für die beste Konsole aller Zeiten. Feiert Musik von Gucci Mane über Led Zeppelin bis Adam Beyer.

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