1-2-Switch: Vielseitiger Minispiel-Spaß zum Konsolenlaunch

Passend zum Launch der Switch bringt Nintendo die Minispiel-Sammlung 1-2-Switch auf den Markt. Wir haben uns die Spiele für euch angeschaut und klären, was euch erwartet und wie sich die Spiele schlagen.

  • von Patricia Geiger am 01.03.2017, 15:14 Uhr

Warum ein Spiel, wenn man auch gleich 28 haben kann? Das dachte sich wohl auch Nintendo und bringt deshalb zum Start der neuen Konsole Switch die Minispielsammlung 1-2-Switch auf den Markt.

Die einzelnen Titel lassen sich dabei in mehrere Kategorien einteilen: Bewegung, Geschicklichkeit und Köpfchen. Und dann gibt es da auch noch die Spiele, bei denen man ein gewisses Maß an Selbstironie an den Tag legen sollte. Wir verschaffen euch nachfolgend einen Überblick über das Spielspektrum, das euch erwartet, stellen euch aber nicht alle Minispiele vor. Schließlich sollt ihr die Sammlung selbst erkunden können.

Zieh schneller als dein Schatten

1-2-Switch fordert den Spieler in Hinsicht auf Bewegung auf unterschiedliche Weisen. Als Revolverheld stehen wir zum Beispiel unserem Rivalen gegenüber, müssen schneller ziehen als Lucky Luke und dann auch noch im richtigen Winkel abdrücken, um zu treffen. Das klingt einfacher, als es ist: Die Kombination aus Schnelligkeit und richtigem Schusswinkel sorgt für so manchen Schuss in den Boden oder in die Luft.

Ein anderes Mal dürfen wir uns bei Zen dagegen gar nicht bewegen, wenn wir die Partie für uns entscheiden möchten. Hier gibt uns das Spiel eine zufällige Pose vor, die wir so lange wie möglich halten müssen. Ein Räucherstäbchen brennt bei jedem Zucken unsererseits weiter herunter – ist eines der Stäbchen aufgebraucht, ist die Runde vorbei. Hier ist also jede Menge Körperbeherrschung gefragt.

Jede Menge Spaß macht auch das Tischtennis-Duell, bei dem nach einigen Ballwechseln plötzlich der Ball verschwindet und wir uns nur noch auf unser Gehör verlassen müssen, sofern wir 1-2-Switch ohne die Docking-Station spielen. Allerdings verlangt das Spiel von uns auch keine Zielgenauigkeit, sondern gutes Timing.

Safeknacker oder doch Schatzjäger?

Einige der Minispiele in Nintendos Sammlung erfordern aber nicht nur Timing oder Körperbeherrschung, sondern auch ein gewisses Geschick. Dazu zählt beispielsweise das Spiel Safeknacker. Hier dient uns der Joy-Con-Controller als Sensor und wir fühlen ein Einrasten, wenn wir am richtigen Punkt des Schlosses angekommen sind. Drei mal müssen wir einen solchen Punkt anhand der unterschiedlichen Vibrationen ausfindig machen, um den Safe zu öffnen – und das selbstverständlich vor unserem Mitspieler.

Wer statt einem Safe aber lieber eine Schatztruhe erbeuten möchte, muss ebenfalls Fingerspitzengefühl beweisen. Hier gilt es, vor dem Gegner die Truhe aus ihrem Kettengefängnis zu befreien, wozu der Joy-Con-Controller in die entsprechenden Richtungen gedreht werden muss. Ob wir richtig oder falsch drehen, sehen wir dabei an der grünen oder roten Einfärbung des nächsten Kettenstücks. 

Einen unfairen Vorteil haben die Herren der Schöpfung bei der Blindrasur. Hier stellen wir uns vor, das eigene Gesicht möglichst gründlich von einem Vollbart zu befreien. Auch hier kommt das Feedback wieder durch die Vibration des Controllers. Wer am Ende prozentual gesehen mehr Bart abrasiert hat oder zuerst die 100 Prozent erreicht, entscheidet die Partie für sich. 

Nicht auf den Kopf gefallen

An anderer Stelle testet 1-2-Switch dafür unsere grauen Zellen. Extrem sensibel müssen wir sein, wenn wir durch sachtes Bewegen des Joy-Con herausfinden müssen, wie viele Kugeln sich in einer Schachtel befinden. Dabei wird die Zeit, die wir dafür haben, immer weiter verkürzt, weshalb das Spiel in späteren Runden jede Menge Konzentration erfordert.

Ein bisschen Glück, aber auch ein gewisses Pokerface sind beim Würfeln nötig. Hier spüren wir nur, was der Gegenspieler gewürfelt hat – unseren eigenen Wurf kennen wir nicht. Hat der Rivale eine hohe Zahl unter seinem imaginären Würfelbecher, können wir ihn natürlich dazu überreden, noch einmal zu Würfeln – jeder Spieler darf sein Glück pro Zug dreimal versuchen.

Zu einem Haufen Verwirrung kommt es, wenn wir als Fähnrich auf Zuruf zweier Stimmen abwechselnd in die richtige oder entgegengesetzte Richtung zeigen müssen. Definitiv nichts für Spieler, die sowieso schon gerne mal links und rechts vertauschen. Auch hier müssen wir uns konzentrieren, um durch die Ansagen nicht komplett die Übersicht zu verlieren.

Joy-Con und Selbstironie bereithalten

Insgesamt gesehen bietet 1-2-Switch vor allem in größeren Gruppen gute Unterhaltung, aber in der Sammlung sind auch einige Minispiele enthalten, die dem einen oder anderen Spieler etwas fragwürdig vorkommen dürften. Beim Wettessen halten wir uns einen Joy-Con vor den Mund und schieben uns imaginäre Sandwiches zwischen die Kauleisten, an anderer Stelle machen wir uns tatsächlich zum Affen und trommeln uns wie ein Gorilla vor die Brust um ein Weibchen zu beeindrucken. Oder wir wiegen die Switch wie ein schreiendes Baby in den Schlaf.

In größeren Gruppen kann das zwar durchaus für Lacher sorgen – bei erwachsenen Spielern aber oft nicht wegen des Spiels an sich, sondern wegen dem, was beim Spielen und bei bestimmten Spielbewegungen im Kopf passiert. Wer hier nicht eine ordentliche Portion Selbstironie mitbringt, ist schnell peinlich berührt. Auch wenn sie dann selbst daran Schuld sind. Kinder haben durch die ausgelassene Fruchtelei frei von zweideutigen Gedanken nämlich eine Menge Spaß damit.

Fazit

1-2-Switch bietet jede Menge Abwechslung, so viel steht fest. Sowohl, was die Aktivitäten als auch deren Präsentation angeht. Mit einigen der Spielen hatte ich eine Menge Spaß und hätte mich auch stundenlang damit beschäftigen können – über alle Bereiche hinweg. Tischtennis war genauso spaßig wie beispielsweise das Safeknacken oder das Errätseln der Kugeln. Nur schade, dass nicht alle Spiele auf diesem Niveau liegen und es einige Ausreißer nach unten gibt. Allerdings ist das bei einer Sammlung, die insgesamt 28 Spiele umfasst, einigermaßen zu verschmerzen. 

Patricia Geiger
Patricia Geiger

Mit der ersten PlayStation ist Patricia den Videospielen verfallen und seitdem nicht mehr davon losgekommen, wobei ihr Herz nach wie vor den Konsolen gehört. Eigentlich dreht sich alles um Rollenspiele, Ego-Shooter und Action-Adventures, ab und an wagt sie sich aber auch an Rundenstrategie oder Jump'n'Runs.