yourNerds: Wenn Gaming zum Geschäftsmodell wird

Die Firma yourNerds hat es sich zur Aufgabe gemacht, Gaming mit Bereichen zu verknüpfen, die damit auf den ersten Blick nichts zu tun haben. Im Interview erklärt COO Nico Berger, was genau es damit auf sich hat.

  • von Patricia Geiger am 10.05.2017, 11:53 Uhr

Fünf Jahre lang erfüllte Nico Berger anderen Menschen als Tischler ihre Einrichtungswünsche, dann verfolgte er seinen eigenen Weg weiter und arbeitete einige Jahre im Bereich des Vertriebs- und Social-Media-Marketings. Anfang 2017 verwirklichte er zusammen mit einem langjährigen Freund einen Kindheitstraum: Sein eigenes Unternehmen yourNerds.

yourNerds beschäftigt sich mit digitalen Medien, Gaming und eSport und schafft Schnittstellen dieser Bereiche mit Firmen aus komplett anderen Themengebieten.

Im Interview erklärt uns yourNerds-COO Nico Berger, wie die Verknüpfung von Gaming mit Unternehmen anderer Sparten genau funktioniert.

Gaming as Business! Wie sieht das aus? Was genau müssen wir uns unter deiner Firma vorstellen?

Wir sehen uns als Schnittstelle zwischen neuen Medien, Gaming, eSports etc. und interessierten Unternehmen, die das riesige Potenzial der digitalen Welt für sich nutzen wollen. Zu unseren Kernaufgaben zählt die Beratung und Vermittlung zwischen den oben genannten Parteien und die Organisation und Ausführung von Events und Projekten.

Wie bist du auf die Idee gekommen?

Das war Zufall. Wir beschäftigen uns privat schon lange mit dem Bereich digitale Medien und beschlossen, unser privates Interesse auch beruflich zu nutzen. 

Wir sprachen darüber, dass immer mehr Menschen Gefallen an Videospielen finden oder gerne in der virtuellen Welt ihre Träume verwirklichen. Je länger wir darüber nachdachten, umso mehr Ideen kamen uns, wie wir unsere Expertise der digitalen Medien ins echte Leben übertragen können.

Nehmen wir zum Beispiel das Handwerk. Es ist unverzichtbar, aber die Unternehmen kämpfen damit, junge Leute für einen handwerklichen Beruf zu begeistern. Hier kommen wir ins Spiel und bringen unsere Ideen ein. 

Wie sieht so eine Zusammenarbeit in der Praxis aus?

Ein schönes Beispiel ist eines unserer ersten Projekte. Wir wurden von einer Großbäckerei um Hilfe gebeten. Wir waren natürlich erstaunt, aber trotzdem gespannt auf den Termin. Im Gespräch stellte sich heraus, dass die Firma Probleme hat, Auszubildende zu finden, da die Zahl der Bewerbungen stark zurück geht.

Von Zeitungsanzeigen über Promotion-Aktionen auf öffentlichen Plätzen und in Einkaufszentren bis hin zu Sponsoring im Sportbereich wurde schon alles mögliche versucht. Mit nur mäßigem Erfolg, dafür aber mit hohen Ausgaben. Es musste also eine neue Idee her.

Wir planten ein regionales Gamingturnier in den Geschäftsräumen der Großbäckerei. Durch soziale Netzwerke haben wir viele junge, gaming-affine Leute erreicht und konnten Sie für das Turnier begeistern. Auf diese Weise konnten wir am Turniertag jede Menge potenzielle Azubis an einem Ort versammeln. 

Das Schönste für unseren Kunden und natürlich auch für uns war, dass die ganze Region darüber bis heute spricht und dieses Projekt wirklich nachhaltige Spuren hinterlassen hat.

Welche Projekte stehen in nächster Zeit an?

Aktuell sind wir für MediaMarkt und dort speziell für die Modernen Helden tätig. Insgesamt soll es dieses Jahr jedoch verstärkt in den Bereich Eventmanagement und Planung gehen. Das wollen wir bei großen Veranstaltungen wie zum Beispiel der gamescom in Köln in Angriff nehmen.

Spiele gehören heutzutage fast schon zum Alltag und viele jetzige Erwachsene sind mit Videospielen aufgewachsen. Was denkst du, wie »verspielt« unsere Zukunft werden könnte?

Ich merke es ja an meinem Umfeld und mir selbst. Ich bin jetzt 27 Jahre alt und könnte mir mein Leben ohne Spiele oder digitale Medien nicht vorstellen. Es ist alles einfacher und schneller geworden. Ich denke aber, dass es noch Luft nach oben gibt. Wenn ich mir vorstelle, dass durch die VR-Technologie ganze Welten erschaffen werden, dann bin ich gespannt, wie es weiter geht.

Gibt es Unternehmen, bei denen es dich überrascht hat, dass sie Projekte mit euch umsetzen möchten?

Wir gehen immer ganz unvoreingenommen an die Unternehmen ran. Es gibt für wirklich jeden einen Platz in diesem Bereich. Es geht eher darum, diesen zu finden.

Was spielst du privat am liebsten?

Ich bin ein absoluter Multiplayer-Fan. Wenn ich Feierabend habe, dann treffe ich mich mit meinen Freunden im Teamspeak und wir spielen zum Beispiel Rocket League, Rainbow Six Siege oder Counter-Strike.

Mit welcher Hardware spielst du?

Ich spiele auf einem Asus-Gaming-Notebook, da für mich die Mobilität eine große Rolle spielt.

Was kannst du unseren Usern empfehlen?

Spart nicht an der falschen Stelle, da der Spaß dann schnell in Frust umschlagen kann. Ich habe viele Controller getestet. Hängen geblieben bin ich jedoch nur bei einem. Nichts geht für mich über den Xbox One Wireless Controller von Microsoft. Er liegt super in der Hand und verleiht daher die optimale Spiel-Performance. Durch die gummierten Thumbsticks verhindert er unglückliches Abrutschen während des Spielens. 

Würdest du deinen Beruf als Traumjob bezeichnen?

Eigentlich heißt es ja, man solle sein Hobby nicht zum Beruf machen. Mein Team und ich haben für uns aber den richtigen den Mittelweg gefunden und können behaupten: Ja, dieser Job ist unser gemeinsamer Traum. 

Welche Tipps hast du für unsere Leser, wie man dieses Ziel erreicht?

Glaubt an eure Träume und lasst euch nicht davon abbringen. Spaß an der Arbeit ist das wichtigste, da ihr die Hälfte eures Lebens dort verbringt.

Was sind deine Ziele für die nächsten Jahre?

Wir sind grundsätzlich Freunde von Spontanität und neuen Herausforderungen, denn Querdenken erzielt Erfolge und erregt Aufmerksamkeit. Aber konkret wollen wir in den nächsten Jahren neben der bereits erwähnten Eventplanung unser Team weiter aufbauen und mit neuen Aufgaben wachsen.

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Patricia Geiger
Patricia Geiger

Mit der ersten PlayStation ist Patricia den Videospielen verfallen und seitdem nicht mehr davon losgekommen, wobei ihr Herz nach wie vor den Konsolen gehört. Eigentlich dreht sich alles um Rollenspiele, Ego-Shooter und Action-Adventures, ab und an wagt sie sich aber auch an Rundenstrategie oder Jump'n'Runs.