Wonder Woman: 3 Gründe, warum ihr den Film zum Comic sehen müsst

Wonder Woman hat ihren eigenen Film. Und ihr müsst ihn sehen, sagt Gamez-Redakteurin Ann-Kathrin. Nicht nur, weil mit Diana endlich mal eine Frau einen ganzen Superheldenfilm für sich hat, sondern weil ihre Geschichte so interessant ist, dass sogar Batman mehr über sie erfahren will. Wirklich.

  • von Ann-Kathrin Kuhls am 12.06.2017, 20:47 Uhr

Ihr solltet euch Wonder Woman im Kino ansehen. Und mit »ihr solltet« meine ich »ihr müsst«. Der Film ist nicht nur sehenswert, weil zum ersten Mal seit langem eine Frau die Hauptrolle in einem Superheldenfilm spielt. In Wonder Woman steckt noch viel mehr. Genauer gesagt, drei sehr wichtige Punkte mehr.

Ärger im Paradies

Als erstes handelt es sich hier unabhängig von Dianas (alias Wonder Woman) Geschlecht um einen richtig guten, klassischen Superheldenfilm. Die Geschichte zum Beispiel: Diana wächst als einziges Kind auf der Amazoneninsel Themiskyra auf, nachdem ihre Mutter, die Amazonenkönigin Hippolyta, sie aus Lehm geformt hat. Weil Diana so einzigartig ist, will ihre Mutter natürlich um jeden Preis verhindern, dass Diana das Kämpfen lernt und so in Gefahr gerät.

Doch dann tragen die Ausläufer des ersten Weltkriegs den Konflikt in die abgelegene Welt der Paradiesinsel. Genauer: Steve Trevor, ein amerikanischer Spion auf der Flucht vor den Truppen des osmanischen Reichs. Das ist jedoch nicht das interessanteste an ihm. Steve Trevor ist nämlich ein Mann. Der erste Mann, den Diana jemals gesehen hat. Diana hat jedoch nicht viel Zeit, sich zu wundern: Die feindlichen Truppen folgen ihm auf dem Fuße und fallen auf Themiskyra ein.

Zum ersten Mal mit Schusswaffen konfrontiert, können die Amazonen sie nur unter herben Verlusten zurückschlagen. Als Steve Diana erzählt, dass Konflikte wie diese momentan überall auf der Welt geschehen, bricht Diana gegen den Willen ihrer Mutter nach Europa auf, um den Krieg zu beenden und die Menschheit zu retten.

Zum ersten Mal mit Schusswaffen konfrontiert, können die Amazonen sie nur unter herben Verlusten zurückschlagen. Als Steve Diana erzählt, dass Konflikte wie diese momentan überall auf der Welt geschehen, bricht Diana gegen den Willen ihrer Mutter nach Europa auf, um den Krieg zu beenden und die Menschheit zu retten.

Eine Prinzessin im Parlament

In London sieht sie aber erstmal etwas völlig anderes: Die echte Welt. Menschenmassen, Stadtverkehr und Frauen, die nicht Karriere sondern Kinder machen sollen: Für Diana gibt es sehr viel Neues zu entdecken. Ihr geht es ähnlich wie Marvels Thor, als der das erste Mal auf die Erde kommt: Anders als bei dem nordischen Gott kommt hier zu den fremden Sitten und Gebräuchen allerdings noch das englische Understatement hinzu, mit dem eine sehr direkte Kriegerin wie Diana natürlich konstant kollidiert.

Mit Steves Hilfe sammelt Diana in London eine Gruppe um sich, um dem Leid Einhalt zu gebieten. Doch auf das Grauen des Krieges hat sie niemand vorbereitet. Ist ein Volk, dass sich gegenseitig so etwas antun kann, die Rettung überhaupt wert?

Bevor sich jetzt aber Zweifel breitmachen: Wonder Woman ist keineswegs so erdrückend wie Man of Steel oder Batman V Superman. Diana und ihre Freunde begegnen dem Krieg mit einer gehörigen Portion Humor.

Amazonenhumor

Zum Beispiel ist es immer lustig, ein übermenschliches Wesen zum ersten Mal mit Menschen interagieren zu sehen. Vor allem, wenn es sich um eine emanzipierte Amazone im repressiven England handelt. Diana versteht völlig zu Recht nicht, wie Frauen in Bleistiftröcken kämpfen sollen oder warum sie alle konsterniert ansehen, wenn sie dem britischen House of Lords auf den Kopf hin sagt, dass sie absoluten Unsinn reden.

Und auch Dianas Helfer sind nicht auf dem Mund gefallen. Obwohl sich zumindest Scharfschütze Charlie manchmal benimmt, als sei er auf den Kopf gefallen.

In Wonder Woman kommen alle wichtigen Zutaten zusammen: Mit dem ersten Weltkrieg gibt es einen Konflikt, der so groß ist, dass sich alle zusammen tun um die Bedrohung zu bekämpfen. Die Reise einer Heldin, die mit einer naiven Vorstellung von Gut und Böse die Welt retten will.

Die aber im Laufe der Zeit erkennen muss, dass deren Bewohner mit ihrer Grauzonen-Moral den Frieden vielleicht gar nicht verdienen. Und die nötige Prise Humor, die dem Konflikt die Schwere nimmt, ohne ihn dabei aber durch Albernheit zu entwerten. Sprich: Es ist schon lustig, aber immer noch Krieg.

Kein Batman v Superman

Und das bringt mich schon zum zweiten Grund, warum ihr Wonder Woman unbedingt sehen müsst: Es könnte euch wieder mit den Verfilmungen des DCV-Universums versöhnen. Denn mal ganz ehrlich: Nach der Dark-Night-Trilogie kamen von DC nicht mehr als extrem düstere aber innovationslose Superheldenfilme, in denen es unseren Helden ziemlich schlecht geht.

Wonder Woman macht das anders. Obwohl sie mit beiden Stiefeln knietief im ersten Weltkrieg steckt, bewahrt sie sich trotzdem Hoffnung und eine gesunde Prise Humor. Und auch, wenn die Geschichte von Wonder Woman den Superheldenfilm nicht durch völlig neue Ideen revolutioniert, so ist er doch der beste Superheldenfilm, den DC seit langem veröffentlicht hat.

Batman spielt übrigens trotzdem eine Rolle: Ganz zu Anfang von Wonder Woman bekommt Diana in unserer Zeit eine geheimnisvolle Box von Wayne Industries, der Firma von Bruce Wayne alias Batman. Ein Foto von ihr aus dem ersten Weltkrieg mit ihrer alten Crew. Die Erinnerung an damals setzt den eigentlichen Storyteil erst in Gang: Diana erinnert sich an ihren ersten Kontakt mit der Menschheit. 

Heldenmaterial

Zu guter Letzt Grund Nummer drei: Wonder Woman ist einfach eine wirklich coole Heldin. Und ja, das empfinde ich zum Teil auch so, weil sie eine Frau ist und ich auch. Es ist einfach – und das hat mich selbst am meisten überrascht – etwas komplett anderes, wenn es die Frau ist, die die Welt rettet. Wenn Wonder Woman den Mann mit einem »Das ist zu gefährlich, ich kümmere mich drum.« zurückhält. Oder wenn die Amazonen in einem Sturmangriff ihre Insel verteidigen.

Aber egal ob Brüste oder nicht: Wonder Woman ist charakterlich eine klassische Superheldin, die mit Mut, Moral und (natürlich) Superkräften antritt, um die Welt zu retten. Der Fakt, dass sie eine Frau ist, spielt im Kampf keine Rolle. Auf Themiskyra sind eh alle weiblich, und auf dem Schlachfeld geht es ums Überleben und nicht um das Geschlecht. Und das, so widersprüchlich das jetzt klingen mag, gefällt mir an ihr. 

Kein Klischeefilm

Es wäre nichts schlimmer gewesen, als wenn Wonder Woman neben dem Krieg auch noch im Alleingang das Frauenwahlrecht durchgedrückt hätte. Damit wäre sie dann nämlich genau so klischeehaft gewesen, wie eine weibliche Heldin, die zu Beginn eines Films erstmal ein komplettes Make-Over über sich ergehen lassen muss. So ist Diana eine 1A-Actionheldin, die mit den Bösewichten den Boden wischt. Genau so, wie ich es mir von einem Actionfilm erwarte.

Wer jetzt immer noch zweifelt, dem fasse ich es nochmal kurz zusammen: Wonder Woman ist ein klassisch guter Superheldenfilm, der mit gut gewähltem Setting, einer starken Hauptfigur und tollen Bildern alles hat, was ein guter Actionfilm braucht. Der einzige Grund, Wonder Woman nicht zu sehen ist, keine Superheldenfilme zu mögen. Aber was macht ihr dann in diesem Artikel?

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Ann-Kathrin Kuhls
Ann-Kathrin Kuhls

Erstes Spiel: Jazz Jackrabbit Lieblingsgenres: Action-Adventure, (Japan-)Rollenspiele, Strategie Lieblingsspiele/-serien: Final Fantasy, The Last of Us, Alice: Madness Returns, XCOM: Enemy Unknown