Wolfenstein 2: The New Colossus – Letzte Stippvisite vor Release

Gut einen Monat vor Release von Wolfenstein 2: The New Colossus durften wir bei Bethesda den Ego-Shooter noch einmal ausführlich anspielen. Und das neue Abenteuer von B.J. Blazkowicz macht mit jedem Level mehr Spaß.

  • von Sebastian Weber am 28.09.2017, 13:20 Uhr

Bereits auf der gamescom durften wir Wolfenstein 2: The New Colossus ausführlich anspielen. Der Ego-Shooter erscheint am 27. Oktober 2017 für den PC, die PlayStation 4 und Xbox One. Irgendwann 2018 soll auch noch eine Version für Nintendo Switch folgen.

Doch während wir seinerzeit nur zwei Szenen erleben durften, die wir schon aus dem Trailer kannten – die Flucht von einem U-Boot und Roswell in New Mexico – verschlug es uns diesmal nach New Orleans.

Weitläufige Levels, aggressive Gegner

Doch mit »The Big Easy«, wie die Stadt am Mississippi genannt wird, hatte der spielbare Abschnitt absolut nichts zu tun.

Nach einer Zwischensequenz starten wir in der Haut von B.J. auf der Mauer, welche die Stadt umgibt, und schauen auf einen verwüsteten Straßenzug hinab. Unser Ziel ist es, das Hauptquartier einer Separatistengruppe zu erreichen. Doch zuvor bekommen wir es mit einer ordentlichen Zahl an Regime-Soldaten und deren Gefolge zu tun.

Im genannten Straßenzug etwa patrouillieren geschätzte zehn Soldaten, dazu ein Panzerhund, der alles abfackelt, was ihm vor die Schnauze läuft. Immerhin: Das Gebiet ist relativ weitläufig, auf beiden Seiten der Asphaltbahn gibt es Häuser, in die wir meistens rein können. Dazu Balkons und so weiter.

Dennoch werden wir schnell entdeckt. Ruckzuck kommen die Soldaten angelaufen und eröffnen das Feuer, der Panzerhund spuckt seinen Flammenatem durch die Haustür. Wenige Sekunden später geht B.J. zu Boden.

Neuer Versuch: Diesmal wollen wir etwas behutsamer vorgehen. Wir schleichen uns an einen Gegner heran, um ihn lautlos auszuschalten, doch er dreht sich kurz vorher um. Kurz danach enden wir wieder als Panzerhund-Barbecue.

Der dritte Versuch führt uns versteckt in eins der zerstörten Häuser, hoch in den ersten Stock und dort auf den Balkon. Unsere Hoffnung, die Regime-Leute unbemerkt umgehen zu können endet damit, dass am Ende des Balkons ein Gitter den Weg versperrt, uns einer der Soldaten entdeckt und wieder alle Widersacher im Handumdrehen Blei auf uns hinabsegeln lassen.

Am Ende nehmen wir beim vierten Versuch die Beine in die Hand, rennen die Straße hinunter ohne auf die Gegner zu achten und hechten nur leicht angeschlagen in ein weniger beschädigtes Gebäude. Von dort können wir etliche der heranstürmenden Soldaten ausschalten, bis der Panzerhund wieder Feuer und Flamme ist, B.J. zu grillen.

Hinter dem Haus, in dem wir uns verschanzt haben, verläuft der Fluss, in dem wir nach einem beherzten Sprung ins kühle Nass vor den restlichen Gegnern entkommen und unser Abenteuer am anderen Ufer fortsetzen. Dieser erste kleine Abschnitt hat uns dafür gezeigt, dass Wolfenstein 2: The New Colossus den Schwierigkeitsgrad nicht gerade niedrig setzt und dadurch nicht einfach nur ein actionreiches Geballer sein will, sondern auch ein wenig Taktik erfordert.

Viele Neuerungen und Fokus auf Story

Doch abseits dessen, dass das neue Abenteuer von B.J. Blazkowicz etwas schwieriger ausfällt, als der Vorgänger und sein Add-on (zumindest, wenn unsere Erinnerung uns nicht trügt), bleibt Wolfenstein 2 natürlich ein Wolfenstein.

Das heißt, ihr dürft euch wieder auf Old-School-Action einstellen. Dafür habt ihr jede Menge Knarren im Gepäck, müsst die Augen nach Rüstung und Gesundheit offen halten und seid meist hauptsächlich mit Ballern und weniger mit Schleichen, Open-World-Kram oder sonstigen Sachen beschäftigt, die Ego-Shooter heute im Programm haben.

Dennoch gibt es natürlich auch ein paar Neuerungen, die Entwickler MachineGames in Wolfenstein 2: The New Colossus umsetzt.

Toll gemachte Zwischensequenzen

Da wäre zum Beispiel der starke Fokus auf die Story. Wir wissen zwar immer noch nicht genau, wie die Geschichte von Wolfenstein 2 aussieht. Aber vor den Missionen und auch immer wieder zwischendurch bekommt ihr teils minutenlange Zwischensequenzen präsentiert. Die machen dank toller Vertonung, klasse Dialogen und skurriler Charaktere durchaus Spaß.

Stelzen für B.J. Blazkowicz

Eine praktische Neuerung sind außerdem die Stelzen, die B.J. zumindest ab einem bestimmten Punkt im Spiel jederzeit nutzen kann. Warum und wann genau er diese bekommt, das können wir zwar nicht sagen. Aber im gespielten Level fuhren diese aus, wenn wir die Springen-Taste doppelt drückten.

Dann schnellte B.J. etwa drei Meter in die Luft, sodass wir die Regime-Soldaten von oben unter Beschuss nehmen oder aber manchem heranstürmendem Gegner leicht ausweichen konnten. Außerdem erreicht ihr so hoch gelegene Positionen, was teils erforderlich ist, teils aber auch einfach nur in den Kämpfen hilft.

Der Ritt auf dem Panzerhund

Die letzte und coolste Änderung durften wir am Ende des Levels ausprobieren. Die Separatisten haben es nämlich irgendwie geschafft, einen der oben genannten Panzerhunde zu kapern und umzubauen. So nimmt B.J. auf dem Ungetüm Platz und reitet durch die Straßen New Orleans.

Diese Passage, so ehrlich müssen wir sein, ist rein spielerisch natürlich alles andere als anspruchsvoll, da die Maschine jede Menge Schaden wegsteckt. Gleichzeitig bruzelt sie eure Gegner auf dem Weg in Sekundenschnelle weg.

Aber da die Inszenierung stimmt und es einfach Spaß macht, quasi unbesiegbar durch Gegnerhorden zu stapfen, finden wir solche Highlight-Momente großartig, wenn sie passend eingesetzt werden.

Konsequente Weiterentwicklung

Als Wolfenstein: The New Order 2014 erschien, ging es ein wenig an mir vorbei, obwohl alle Welt den Ego-Shooter in den Himmel lobte. Als ich ihn dann irgendwann später nachholte, war ich überrascht.

Während die meisten Ego-Shooter heute, wie Far Cry und Co., immer mehr Inhalt in ihre Spiele packen, offene Welten bieten und so weiter, reduzierte MachineGames Wolfenstein auf das Wesentliche. Und das funktionierte erstklassig und machte ordentlich Laune.

Entsprechend habe ich mich seit der Ankündigung von Wolfenstein 2: The New Colossus auf der E3 2017 bereits sehr auf einen weiteren Ausflug mit B.J. Blazkowicz gefreut.

Die Vorfreude wurde durch die erste Anspielrunde auf der gamescom nur verstärkt. Da zeigte Wolfenstein 2, dass es das Erfolgsrezept des Vorgängers einfach aufgreift, minimal verbessert, mit etwas mehr Story verpackt, aber sonst genau das bietet, was ich als Spieler erwarte.

Und auch der New-Orleans-Level hat genau das noch einmal bestätigt, auch wenn ich anfangs doch ein wenig an diesem Level zu knabbern hatte. Aber ich bin guter Dinge: Wolfenstein 2 scheint ein ebenso spaßiger, überdrehter und actionreicher Ego-Shooter der alten Schule zu werden, der nicht mehr will als eine unterhaltsame Geschichte mit einem furiosen Action-Feuerwerk zu untermalen.

Das ist nichts für Kinder, aber alle Erwachsenen, die auf solche Spiele stehen, dürften die gesamte Zeit ein breites Grinsen im Gesicht haben und sollten sich auf Ende Oktober freuen!

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Sebastian Weber
Sebastian Weber

Seit den ersten Pixelmännchen auf einem Commodore PET, liebt Sebastian Videospiele und hat heute vom PC, über Xbox One, PlayStation 4 bis hin zur Nintendo Switch alles zu Hause stehen, was virtuelle Welten auf den Bildschirm bringt. Dabei sind vor allem Rollenspiele und Action-Titel die erste Wahl.