Tim Burtons neues Werk: Die Insel der besonderen Kinder

Fans des amerikanischen Kult-Regisseurs Tim Burton dürfen sich über einen neuen Film freuen, der am 3. November in unsere Kinos kommt.

  • von Stephan Freundorfer am 30.03.2016, 15:22 Uhr

Verschrobene Außenseiter bevölkern das Kino von Regisseur Tim Burton. Sie fühlen sich missverstanden oder ungeliebt, nicht zugehörig oder gar ausgestoßen. Und tatsächlich werden sie oftmals wegen ihrer eigentümlichen Wesenszüge oder speziellen Fähigkeiten an den Rand der Gesellschaft gedrängt.

Wenn diese Figuren nicht einsam in prunkvollen Anwesen (Batman) und uniformen Reihenhaussiedlungen (Edward mit den Scherenhänden) leben möchten, bleibt ihnen nur die Errichtung einer fantastischen Welt zu eigenen Bedingungen – wie jetzt in Tim Burtons neuem Film Die Insel der besonderen Kinder.

Dunkle Prophezeiungen

Nach dem 2011 erschienenen Bestseller von Ransom Riggs entführt die Jugendbuchverfilmung ihr Publikum auf eine entlegene Insel, die Kindern mit übernatürlichen Erscheinungsbildern Zuflucht gewährt. Durch mysteriöse Umstände gelangt auch der 16jährige Jacob Portman (Asa Butterfield) an den geheimen Ort, der im Buch als eine Art Zeitloch beschrieben wird. Die Waisenhausdirektorin Miss Peregrine (Eva Green) erklärt dem Jungen, dass es in der Außenwelt keinen Platz mehr für sie und ihre besonderen Schützlinge gibt. Allein auf der Insel könnten sie ohne Angst vor Ausgrenzung und Einschränkungen ihrer Fähigkeiten leben.

Jacob trifft auf scheinbar gleichaltrige Kinder und Jugendliche, die in Wirklichkeit bis zu 100 Jahre alt sind. Manche haben sich mit ihren fantastischen Merkmalen arrangiert, andere hadern noch mit dem Schicksal. Einem Mädchen etwa wuchs ein monströser zweiter Mund am Hinterkopf, der zwar harmlos ist, aber ihrer Umwelt gehörig Schrecken einjagen kann. Und einen Jungen plagen Träume, die sich als dunkle Prophezeiungen erweisen. Auch Unsichtbarkeit, enorme Stärke oder die Gabe, Luft kontrollieren zu können, zählen zu den außergewöhnlichen Talenten der jungen Inselbewohner, die schnell zu Jacobs Freunden werden.

Was die ersten veröffentlichten Szenen verraten

Asa Butterfield, der zuletzt in die engere Auswahl für die Rolle des Peter Parker im neuen Spider-Man kam, spielt in Die Insel der besonderen Kinder eine Schlüsselfigur. Sein Jacob ahnt nicht, dass er selbst eine besondere und das Schicksal der Kinder bestimmende Fähigkeit besitzt. Der erste Trailer zum Film gestattet am Ende einen kurzen Blick auf jene Ungeheuer, die für mehrere Todesfälle verantwortlich sein sollen und das zunächst unbeschwert wirkende Inselleben in Gefahr bringen. Miss Peregrine glaubt, nur Jacob allein könne die dunkle Prophezeiung abwenden.

Visuell verspricht der Film eine Mischung aus Tim Burtons letzten Fantasy-Produktionen Alice im Wunderland und Dark Shadows zu werden. Ob der Regisseur bei seiner Adaption des Romans auch die darin enthaltenden zeitgenössischen Photographien aufgreift, verrät der erste Trailer allerdings noch nicht. Das Buch von Ransom Riggs wurde durch Photoaufnahmen inspiriert, die der Autor über Jahre hinweg sammelte. Um sie herum entwickelte er die Geschichten der besonderen Kinder und druckte die auch inhaltlich zentralen und mitunter unheimlichen Bilder in seinem Roman nach.

Stephan Freundorfer
Stephan Freundorfer