The Legend of Zelda: Breath of the Wild: Ist das noch Zelda?

Crafting, Kochen und Kleidung mit Statuseffekten: Was wir bei der E3 vom neuen Zelda gesehen habe, wirkt mehr wie ein Rollenspiel als ein Action-Adventure. Was macht das neue Breath of the Wild aus? Und ist das dann noch ein Legend-of-Zelda-Spiel?

  • von Ann-Kathrin Kuhls am 22.06.2016, 14:46 Uhr

Als Nintendo vor mittlerweile zwei Jahren das nächste Legend of Zelda für die Wii U angekündigt hat, sind wir vor Freude beinahe kollektiv vom Stuhl gefallen. Bei der diesjährigen E3 war es dann endlich soweit. Neben einer kurzen Gameplay-Demo haben wir im Nintendo-Treehouse Livestream direkt mehrere Stunden The Legend of Zelda: Breath of the Wild serviert bekommen. Die wichtigsten Fakten zum Action-Adventure haben wir für euch zusammengetragen.

  • Zu Beginn wacht Link, wie es sich für ein Zelda-Spiel gehört, auf. Allerdings nicht in seiner Hütte, sondern in einem Wasserbad. Wie er da hingekommen ist und wo er da überhaupt aufgewacht ist, weiß er allerdings nicht. Um sich nach seinem verlängerten Nickerchen zurechtzufinden, bekommt er ein Sheikah Slate ausgehändigt. Das ist eine Art Tablet, mit dem wir eine Karte aufrufen, und Magnete für Rätsel beeinflussen. Denn auch Rätsel werden jetzt mit der Technik des Tablets gelöst, das sich übrigens auch upgraden lässt. Im Zelda-Universum hat es sich offensichtlich ausgezaubert.
  • Und auch etwas anderes fällt bereits in den ersten fünf Minuten auf: Link kann jetzt hüpfen und klettern! Wenn er mit Anlauf an Vorsprünge hüpft, kann er verschiedenste Wände erklimmen. Bedeutet das, dass wir in den Dungeons bis jetzt unüberwindbare Höhenunterschiede einfach erklettern können? Wir werden sehen.  
  • Bevor wir uns allerdings in die Rätsel-Dungeons wagen, müssen wir uns erst einmal anziehen. Der arme Link ist zu Beginn nämlich nackt. Unsere Aufgabe ist es deswegen, dem jungen Helden ein paar Klamotten zu besorgen. Und das ist nicht sofort die ikonische grüne Tunika, sondern ein altes Bauernhemd. Kleidung erfüllt in Breath of the Wild gleich zwei Zwecke: Zum einen schützt uns eine anständige Rüstung gegen Feinde, zum anderen gegen Kälte. Wenn wir nämlich die grünen Wiesen des Trailers verlassen und kältere Gebiete ziehen, fängt Link ohne Schutzkleidung an zu frieren.
  • Wann wir Richtung Schnee reisen, bleibt übrigens uns überlassen. Die Welt ist von Anfang an komplett offen. Für die Rätseldungeons ist keine bestimmte Reihenfolge festgelegt. Das Sheikah Slate wird vor jedem Dungeon mit den benötigten Kräften ausgerüstet, sodass wir selber entscheiden, wann wir wo rätseln wollen.
  • Natürlich können wir nicht von Anfang an nur mit einem Stock bewaffnet gegen große Gegner losziehen. Darum müssen wir erst einmal die kleinen Winkel und Verstecke der Welt nach Kisten und Gegenständen absuchen. Wie in vielen Open-World-Spielen kann Link einfach alles einsammeln: Nicht nur Waffen und Ausrüstung, auch Essen ist im neuen Hyrule zu finden. Allerdings keine Herzen mehr. Seine Gesundheit frischt Link mit gefundenen oder gekochten Nahrungsmitteln auf. 
  • Das Herumstreunen und Erforschen ist allerdings nicht nur eine nette Nebenbeschäftigung, sondern dringend notwendig: Die Geschichte führt uns nicht mehr zu jedem Item hin. Wichtige Waffen wie der Bogen können übersehen werden, wenn wir nicht jede der Ruinen erkunden.
  • Und auch dann bedeutet das noch lange nicht, dass wir immer darauf Zugriff haben: Waffen können jetzt kaputt gehen und müssen repariert werden. Wir sind gespannt, wie sich das im Spiel bemerkbar macht. Die Waffen, die in Link between Worlds nach jedem Tod wieder ausgeliehen werden mussten, sind bei einem Großteil der Fans nicht besonders gut angekommen. Ob sich wichtige Waffen wie Bögen oder das Masterschwert auch abnutzen, wurde nicht erwähnt.
  • Aber dafür müssen wir unsere Waffen jetzt nicht mehr unbedingt immer benutzen: Link kann sich an Gegnern vorbeischleichen, wenn er nur leise genug (also langsam genug) ist. Sollte es doch zum Kampf kommen, hat Link ein neues Ass im Ärmel: Mit dem Flurry Rush Modus kann Link im Kampf die Zeit verlangsamen.
  • Eine letzte Sache ist uns aufgefallen: Hyrule ist voller Geräusche. Link, andere Feinde, Wasser … alles macht Geräusche. Das ist natürlich cool und macht die offene Welt um einiges lebendiger, allerdings bedeutet das auch, dass das ikonische Oberwelt-Thema wegfällt. Wir würden uns wünschen, dass die klassische Zelda-Melodie trotzdem nicht komplett wegfällt.

Das sind eine ganz schöne Menge Neuerungen auf einmal. Produzent Eiji Aonuma hat offensichtlich ernst gemacht, als er eine Revolution des Zelda wie wir es kennen angekündigt hat. Viele Elemente, die wir als Zelda-Standard angesehen haben, sind verschwunden. Auf der anderen Seite begrüßen wir es immer, wenn eine Marke sich weiterentwickelt. Wir sind gespannt, wie sich die Änderungen auf das Spiel auswirken. The Legend of Zelda: Breath of the Wild erscheint Anfang 2017 für die Wii U (und für Nintendos neue Heimkonsole).

 

Ann-Kathrin Kuhls
Ann-Kathrin Kuhls

Erstes Spiel: Jazz Jackrabbit Lieblingsgenres: Action-Adventure, (Japan-)Rollenspiele, Strategie Lieblingsspiele/-serien: Final Fantasy, The Last of Us, Alice: Madness Returns, XCOM: Enemy Unknown