The Division: Erfahrungsbericht aus dem Untergrund

Der erste große kostenpflichtige DLC zu Tom Clancy’s The Division ist seit rund einer Woche auch für die PS4 erschienen. Wir haben uns im Untergrund umgesehen.

  • von Patricia Geiger am 12.08.2016, 14:42 Uhr

Tunnelsysteme unterhalb Manhattans kennen Division-Spieler im Kleinen schon aus der Dark Zone, in einer ganz anderen Größenordnung schickt uns die erste große kostenpflichtige Erweiterung zum Online-Shooter Tom Clancy’s The Division jetzt auch auf der PlayStation 4 in das weitverzweigte Netzwerk unter den Straßen von Manhattan.

Die DLC-Missionen starten wir dabei immer vom Taktischen Operationszentrum aus, das unterhalb der Operationsbasis liegt und mit dem Terminal auch über einen eigenen Schnellreisepunkt sowie Social Hub verfügt. So sparen wir uns den Weg durch die komplette Basis, wenn wir den Untergrund betreten wollen.

Alle Inhalte des Untergrund-DLCs in der Übersicht

Direktiven und Untergrund-Rang

Bevor wir die Mission starten, müssen wir erst bestimmte Parameter festlegen. Soll die Mission eine oder mehrere Stufen haben, welchen Schwierigkeitsgrad wollen wir? Hier können wir auch entscheiden, ob wir uns das Leben – beziehungsweise die Gegner – durch das aktivieren der neuen Direktiven schwerer machen möchten. Bei den Direktiven handelt es sich Missionsmodifikationen, die beispielsweise die Minimap ausschalten, sich auf die Munition oder auch die Gesundheit auswirken.

Auf die Direktiven haben wir jedoch nicht direkt von Anfang an Zugriff. Der DLC bringt mit dem Untergrund-Rang einen weiteres Levelsystem ins Spiel, das wir über den Abschluss von Missionen erst steigern müssen. Mit höheren Rängen schalten wir dann nach und nach die Direktiven frei. Um sie für eine Mission zu aktivieren, sind jedoch Direktive-Aufklärungsdaten notwendig, die wir für das Ausschalten von höherrangigen Zielen und manchmal auch als Belohnung für den Missionsabschluss erhalten.

Das Rang-System wirkt sich – wie in der Dark Zone – auch auf die Händler aus: Sie haben auch zahlreiche Items und Blaupausen im Angebot, die wir erst mit einem höheren Untergrund-Rang erwerben können. Dazu zählen auch Blaupausen der neuen Gear Sets B.L.I.N.D., DeadEYE, FireCrest und Rückholer, die über den Gearscore 268 verfügen. Für sie ist Untergrund-Rang 40 nötig.

Missionen

Die Missionen im Untergrund bieten etwas Abwechslung vom Aufgabenalltag an der Oberfläche. Zum einen gibt es hier als Neuerung Störsender, die so lange unsere Spezialfähigkeiten blockieren, bis wir sie zerstören. Außerdem gibt es Brand- und Elektrizitätsfallen, bei denen wir erst mal den Schalter für die Sprinkleranlage oder eben den Strom finden müssen, ehe wir unseren Weg durch das unterirdische Labyrinth fortsetzen können. Und auch die zufallsgenerierten Umgebungen sind spannend, weil wir uns dadurch nie schon im Vorfeld Laufwege zurechtschustern oder uns mit dem Scharfschützengewehr an den gleichen Punkt zurückziehen können.

Die Aufgaben selbst sind allerdings leider nicht so abwechslungsreich und kommen uns zudem auch ziemlich bekannt vor: Wir retten Mitarbeiter der JTF (Joined Task Force), zerstören Vorräte der gegnerischen Fraktionen oder jagen einzelne Schwerkriminelle. Dazu müssen wir uns wie gewohnt durch kleine Gegnerarmeen und am Ende einen Boss ballern, um die Mission erfolgreich abzuschließen. Dadurch bekommen wir trotz der Neuerungen leider relativ schnell das Gefühl, auch im Untergrund schon alles einmal gesehen zu haben.

Übergriff: Drachenhort

Der zum DLC gehörende Übergriff Drachenhort macht einiges besser als die normalen Missionen der Untergrund-Erweiterung. Hier warten nicht einfach nur zahlreiche Gegnerwellen darauf, nacheinander ausgeschaltet zu werden. Stattdessen bekommen wir es hier mit mehreren Bossgegnern gleichzeitig zu tun, bevor wir überhaupt ins Innere des Gebäudes vordringen können.

Dort wartet auf uns ein Feuerwehrtruck, den die Cleaner zu einem gigantischen Flammenwerfer umgebaut haben. Der Truck sorgt dafür, dass wir ständig unsere Position ändern müssen, da er ganze Areale in Brand setzt – wir können uns also nicht einigeln, wie das noch im Schützengraben des ersten Übergriffs »Falcon verloren« der Fall war.

Um den Truck auszuschalten, müssen wir außerdem auch deutlich taktischer agieren und uns besser absprechen, als das bisher jemals der Fall war: Wir müssen mehrfach zwei Schalter zur gleichen Zeit aktivieren, um dem Gefährt Schaden zuzufügen. Das funktioniert nur durch gute Kommunikation über den Voicechat.

Fazit

Die erste Erweiterung zu Tom Clancy’s The Division bringt zwar neue Elemente ins Spiel, aber leider nicht genug, um eine wirklich neue Spielerfahrung zu schaffen. Die Mechaniken des Übergriffs zeigen aber durchaus, in welche Richtung sich das Spiel entwickeln kann und dass das Studio Massive mehr kann, als den Spieler nur mit etlichen Gegnerwellen im Tontaubenschießen zu schulen. Das neue Rangsystem und neuer Loot sorgen aber nur für ein Strohfeuer, was die Spielermotivation angeht. Der Spielspaß ist natürlich trotzdem vorhanden, doch um für wirkliche Langzeitmotivation bei den Spielern zu sorgen, muss an größeren Stellschrauben gedreht werden.

Patricia Geiger
Patricia Geiger

Mit der ersten PlayStation ist Patricia den Videospielen verfallen und seitdem nicht mehr davon losgekommen, wobei ihr Herz nach wie vor den Konsolen gehört. Eigentlich dreht sich alles um Rollenspiele, Ego-Shooter und Action-Adventures, ab und an wagt sie sich aber auch an Rundenstrategie oder Jump'n'Runs.