The Division 2 Preview: Das Spiel, das Teil 1 hätte sein sollen (?)

Wir hatten die Gelegenheit, Ubisofts jüngsten Streich vor Release anzuspielen und mit den Entwicklern zu sprechen. Vieles deutet darauf hin, dass The Division 2 das Spiel wird, das sich Fans des ersten Teils wünschen.

  • von Oliver Schmiedchen am 01.03.2019, 18:26 Uhr
The-Division 2-Header

In knapp 2 Wochen, am 15. März 2019, erscheint Tom Clancy’s The Division 2. Zwischen der Private Beta und der Open Beta, die heute (01.03.2019) beginnt, konnten wir erstmals den Story-Prolog spielen, der nicht in der kommenden Beta enthalten sein wird. Außerdem konnten wir Game Director Mathias Karlson mit unseren Fragen löchern – einige seiner Antworten sind Musik in den Ohren der Fans des ersten Teils. In diesem Artikel geht es u.a. um:

  • Die Technologie hinter The Division 2
  • Endgame- und PVP-Balance
  • Gameplay-Impressionen aus der Kampagne

Inhaltsverzeichnis:

The Division 2: Evolution statt Revolution

Wer The Division gespielt hat und zum ersten Mal in Teil 2 die Kontrolle über seinen Agenten übernimmt, fühlt sich direkt wie zu Hause. In Sachen Gameplay und Technik wirkt auf den ersten Blick – abgesehen vom neuen, deutlich farbenfroheren Setting, dazu später mehr – alles recht vertraut. Da drängt sich direkt die Frage auf: Ist The Division 2 am Ende gar kein vollwertiges Sequel sondern eine glorifizierte Inhalts-Erweiterung zum Vollpreis?

Bevor ihr jetzt direkt die Mistgabeln herausholt und euch Richtung Ubisoft aufmacht: Dieser Ersteindruck täuscht. Auf unsere Frage nach Gründen, warum sich Division-Veteranen Teil 2 nicht entgehen lassen sollten, antwortete uns Mathias Karlson als erstes: “Alles ist ein bisschen besser geworden“. Das klingt zwar nicht sonderlich spektakulär, muss es aber auch gar nicht sein – The Division (Version 1.8) war ein sehr gutes Spiel – warum also alles aus dem Fenster werfen und umkrempeln?

Neues Setting, verbesserte Technik

Außerdem: Der neue Schauplatz in und rund um die US-Hauptstadt Washington ist an sich schon ein ziemlich radikaler Neuanfang. Die Karte von The Division 2 ist nicht nur ca. 20 Prozent größer als Manhattan aus Teil 1, sie ist auch wesentlich abwechslungsreicher. Mit Vororten, Geschäfts- und Regierungsvierteln, historischen Schauplätzen und jeder Menge Natur kann das Spielareal mit einer Diversität punkten, die der Schauplatz des ersten Spiels schlicht nicht hergab.

Weiterhin hat Massive fleißig an der Snowdrop-Engine geschraubt und audiovisuell nochmals eine ordentliche Schippe draufgelegt. Dank einiger technischer Kniffe konnte sich das Entwicklerteam fast vollständig auf die Detailarbeit konzentrieren, und das ist buchstäblich an jeder Ecke im Spiel zu sehen.

Besonders viel Arbeit wurde auch in das Sounddesign gesteckt. Je nach der relativen Position unserer Spielfigur zu Objekten in der Umgebung klingen Geräusche anders – es macht zum Beispiel einen Unterschied, ob wir auf einer Freifläche oder in einer engen Gasse unsere Knarre abfeuern. Ebenso verhält es sich mit den Wettereffekten. Stehen wir etwa nahe bei oder unter einer Markise, hören wir bei Regen, wie die Tropfen auf den Stoff plätschern.

Mehr Abwechslung im PVE

In The Division war die offene Welt zwar ebenfalls sehr detailliert ausgearbeitet, sie fühlte sich aber trotzdem recht statisch und leer an. Hier will Teil 2 mit einer verbesserten Hintergrundsimulation für mehr Dynamik sorgen. Zivilisten etwa sind nicht mehr nur NPCs, denen wir eine Flasche Wasser in die Hand drücken können, sondern sie sind jetzt eine eigene Fraktion mit einer eigenen Agenda.

Immer wieder konnten wir beim Anspielen Gruppen von Zivilisten auf der Suche nach Vorräten antreffen – stoßen sie dabei auf eine der gewaltbereiten Fraktionen, bricht auch schon einmal ein Gefecht aus – ob wir uns das Ganze anschauen oder eingreifen, bleibt uns überlassen. Ob das allerdings reicht, um auch im Endgame immer wieder gern in die Open World zurückzukehren und nicht nur stumpf Weltbosse abzufarmen, wird sich noch zeigen.

Auf nach Washington!
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Ein großer Kritikpunkt am Endgame von The Division war auch fehlende Abwechslung. Es war nicht so, dass es nicht genügend unterschiedliche Wege gegeben hätte, um Ziele zu erreichen. Es gab aber die eine Mission, mit der das am einfachsten zu bewerkstelligen war: Das Lexington Event Center. Um auch hier für mehr Diversität zu sorgen, hat Massive gegenüber Teil 1 zwei Änderungen vorgenommen.

Zum einen sorgt das “Dynamic Fireteam Spawn“-System dafür, dass in Missionen nicht immer dieselben Gegner an denselben Ecken auftauchen, sodass wir immer vor neue Herausforderungen gestellt werden, wenn wir eine Mission wiederholen. Die zweite, nicht minder wichtige Neuerung ist, dass die Entwickler in The Division 2 Balance-Änderungen vornehmen können, ohne dass ein Update ausgerollt werden muss. Das stimmt uns optimistisch, dass es zumindest auf lange Sicht kein zweites Lexington geben wird und alle Spiel-Aktivitäten fair ausbalanciert werden können.

PVP & Dark Zone: Alles in Balance?

Nachgefragt haben wir auch bezüglich der Balance in den PVP-Modi von The Division 2. In Teil 1 war in jeder Spielversion ein anderes Gear Set im PVP derart dominant, dass es kaum Sinn ergab, andere Builds zu nutzen. Mal war es das Deadeye-Set, später dann das Stiker-Set. Auch hier setzt Massive einerseits auf die neuen Möglichkeiten zur stetigen Balance-Anpassung, andererseits auf Normalisierung.

Das bedeutet: In der Dark Zone und im dedizierten PVP-Modus Conflict werden die Basis-Stats aller Spieler angeglichen, die Gear Set-Boni und die Spezialsierungen bleiben aber aktiv. Allerdings werden die mit den Spezialisierungen verbundenen Signature-Waffen in Conflict nur begrenzt verfügbar sein und nur selten in den Matches über Item-Drops verfügbar sein. Diese Drops werden allen Spielern angekündigt, sodass unweigerlich ein Kampf um sie entbrennt.

Aber auch an die Hardcore-Spieler, die sich nach der Ur-Dark Zone aus The Division zurücksehnen, hat Massive gedacht. Eine von den insgesamt drei Dark Zones wird im Wechsel eine “besetzte Dark Zone” sein. In einer solchen wird es besonders starke Gegner der Black Tusk-Fraktion geben, außerdem gibt es dort keine Normalisierung der Spieler-Stats.

Voll ausgerüstete Agenten haben also deutliche Vorteile gegenüber schwächer ausgerüsteten, außerdem ist Friendly Fire stets aktiv. Belohnt werden die gefährlichen Ausflüge in die besetzte Dark Zone mit einer höheren Drop-Chance für hochwertige Items.

Aktivitäten und Loot-Gerechtigkeit

Apropos Drop-Chance: In The Division 2 werdet ihr laut Mathias Karlson nicht gezwungen sein, Aktivitäten zu spielen, auf die ihr keine Lust habt – theoretisch könnt ihr alle Items in allen Spielmodi bekommen. Bei einigen Spielmodi ist nur die Wahrscheinlichkeit höher, das ihr sie erhaltet. Das sind gute Nachrichten für Solo-Spieler, die vielleicht keine Lust auf die neue Endgame-Aktivität im Spiel haben.

Der Raid für 8 Spieler soll eine echte Herausforderung für Hardcore-Spieler werden – eine Aktivität, die sich viele Spieler auch schon für den ersten Teil gewünscht hatten. Das neue Clan-System macht es dabei zum einen leichter, sich mit gleichgesinnten Spielern zusammenzufinden, bietet aber zum anderen auch Vorteile für Einzelgänger.

So können sich zum Beispiel Spieler, die überhaupt keine Lust haben, mit anderen zusammen zu spielen, in einem Clan zusammenschließen. Warum? Ganz einfach, sämtliche Clan-Spieler sammeln gemeinsam Clan-Erfahrungspunkte – auch wenn sie allein spielen. Wurden genügend Punkte erspielt, winken Item-Belohnungen. Es ist also möglich, in The Division 2 gemeinsam Ziele zu erreichen, während man Solo unterwegs ist.

Außerdem soll es in The Division 2 genau wie in Teil 1 wiederkehrende Herausforderungen geben, um euch bei der Stange zu halten, dazu kommen sogenannte “Themed Seasons”. Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um zeitlich begrenzte Aktivitäten, die euch mit höherer Wahrscheinlichkeit besondere Items bescheren können. Das hat in The Division mit den Events rund um die Classified Gear Sets schon sehr gut funktioniert.

Es wird also schon zum Start von The Division 2 am 15.03.2019 jede Menge zu tun geben – Mathias Karlson beschreibt das Endgame von Division mit folgendem Satz: “Je mehr ihr spielt, desto mehr gibt es zu tun.” Dabei soll uns allein schon die Story-Kampagne ca. 40 Stunden lang beschäftigen.

Gameplay-Eindrücke aus The Division 2

In puncto Inhalt gibt sich The Division 2 definitiv keine Blöße – und wie sieht es in Sachen Gameplay aus? Wie eingangs bereits erwähnt, werden sich Veteranen schnell zurechtfinden: Vieles in Sachen Steuerung und HUD wurde lediglich moderat überarbeitet.

Sehr schön ist auch, dass der Division-Nachfolger nicht denselben Fehler macht wie Bungie bei der Release-Version von Destiny 2. Anstatt zurechtgestutzter Mechaniken bietet The Division 2 auf den ersten Blick eher noch mehr Komplexität als der erste Teil – zum Beispiel gibt es nun mehr Spezialskills mit weiteren Konfigurationsmöglichkeiten.

Das eigentliche Spielgefühl ist dem des ersten Teils sehr ähnlich. Das bedeutet auch, das ein paar Ärgernisse leider wieder mit von der Partie sind. Zum Beispiel kam es beim Anspielen immer wieder vor, dass wir neben einem Mitspieler in Deckung gehen wollten, das Spiel das aber partout nicht zuließ, obwohl offensichtlich noch genügend Platz neben unserem Kompagnon war. Ebenso zeigte die Gegner-KI einige Aussetzer, wie wir sie auch aus dem Vorgänger kennen.

Allerdings: Der Test-Build war laut Ubisoft noch nicht die finale Releaseversion, es ist also noch Zeit für Verbesserungen – und Spaß macht das Spiel auf jeden Fall. Wenn ihr euch selbst ein Bild von The Division 2 machen wollt, könnt ihr das bis zum 4. März in der Open Beta tun, die bereits für PlayStation 4, Xbox One und PC zum Download bereit steht. Außerdem verlosen wir aktuell eine von weltweit drei Xbox One X-Konsolen im The Division 2-Look.

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Oliver Schmiedchen
Oliver Schmiedchen

Gamer aus Leidenschaft, dabei seit PlayStation 1-Zeiten. Aktuell zuhause auf Xbox One und in Sachen VR auf dem PC. Hält die SEGA Dreamcast für die beste Konsole aller Zeiten. Feiert Musik von Gucci Mane über Led Zeppelin bis Adam Beyer.

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