Super Mario Odyssey: Wie mich das Jump ‘n’ Run zum Switch-Käufer macht

Kürzlich durften wir Super Mario Odyssey bei Nintendo ausgiebig anspielen. Und seitdem steht fest: Ich will eine Nintendo Switch. Warum? Das erfahrt ihr hier.

  • von Sebastian Weber am 19.09.2017, 10:45 Uhr

Alle Fans des japanischen Videospieleherstellers Nintendo haben inzwischen sicherlich schon ein Exemplar der neuesten Konsole, Nintendo Switch, zu Hause stehen. Immerhin ist der Hybrid aus Handheld und stationärer Konsole bereits seit dem 03. März 2017 auf dem Markt – auch wenn die Geräte zeitweise schwer zu bekommen waren, da die Vorräte knapp wurden.

Zelda allein macht nicht glücklich

Mich selbst hat es seinerzeit in den Fingern gekitzelt, mir die Konsole direkt zum Launch zu kaufen. Zum einen fand und finde ich das Konzept spannend, das Gerät einfach jederzeit aus der Station zu ziehen und dann unterwegs weiter die virtuellen Welten zu erkunden.

Zum anderen gilt The Legend of Zelda: Breath of the Wild, das direkt zum Verkaufsstart in den Regalen stand, als eines der besten Open-World-Rollenspiele des Jahres 2017.

Doch während Zelda alleine mich nicht dazu brachte, mein Bankkonto zu plündern, konnte Videospiel-Urgestein Mario das ändern. Denn vor rund einer Woche durfte ich dessen neuestes Abenteuer Super Mario Odyssey ausgiebig Probe spielen und seitdem steht für mich fest, dass ich eine Nintendo Switch haben will. Warum? Das erkläre ich euch jetzt.

Knuffige Odyssee rund um die Welt

Wie so oft will Mario seine Liebste Prinzessin Peach aus den Fängen von Bösewicht Bowser retten. Der Fiesling entführt die holde Maid nämlich mal wieder und setzt sofort eine riesige und üppige Hochzeit an. Mario startet daher die Verfolgung rund um die Welt, um seine Herzensdame zu befreien.

Dabei bereist Mario die verschiedensten Regionen, von denen wir drei anspielen durften: Hutland, Schlemmerland und Küstenland.

Daneben gibt es laut Trailern noch eine New-York-ähnliche Stadt, ein Waldgebiet, verschneite Einöden, eine Wüstenregion und vieles mehr. Welche und wie viele Gebiete Super Mario Odyssey zum Release am 27. Oktober 2017 umfasst, das ist bisher noch nicht bekannt.

Hutland, Schlemmerland und Küstenland angespielt

Das erste Areal Hutland scheint auch tatsächlich das erste oder zumindest eines der ersten Level zu sein, die im fertigen Spiel auf euch warten. Denn der Spielfluss wird immer wieder durch Erklärungen über die Steuerung von Mario oder seiner lebendigen Mütze namens Cappy unterbrochen. Die beiden lassen sich übrigens im Koop-Modus auch getrennt voneinander spielen. Wie die Kappe in Super Mario Odyssey zum Leben erwacht, erfahren wir dabei ebenfalls.

Schlemmerland führt uns dann in eine Fantasiewelt, die sich dem Thema Essen widmet. Daher stehen überall Gabeln als NPCs herum, die Welt besteht aus riesigem Gemüse und als Gegner warten auch mal böswillige Tomaten.

Küstenland dagegen sieht aus wie ein gigantischer Wasserpark, der von einer mies gelaunten Krake regiert wird. Dort lauern in Super Mario Odyssey aggressive Unterwasserpflanzen, moppelige Fische drehen ihre Runden unter Wasser und ein riesiges lilanes Nessi-Ungeheuer mit überfreundlichem Grinsen auf den Lippen schwimmt durch die Untiefen.

Toll animierte & detailreiche Figuren

Die Welten sind dabei allerdings nicht nur wunderbar stimmungsvoll entworfen und inszeniert. Jeder Charakter in Super Mario Odyssey hat außerdem unfassbar viele Details an sich, was sogar Widersacher irgendwie liebenswert macht.

Im Küstenland gibt es auch kleine Tintenfische als Gegnertyp, die sich in einer Wasserblase oberhalb der Wasseroberfläche aufhalten. Die bewegen sich dabei fort, indem sie im Grunde Wasser pupsen. Das sieht nicht nur witzig aus, sondern braucht ebenso das kühle Nass auf, wenn sie damit an Land umher eiern. Dann verschwindet die Wasserblase nach und nach, bis sie irgendwann buchstäblich auf dem Trockenen sitzen. All das haben die Entwickler von Nintendo wundervoll animiert.

Ebenso amüsant sieht es aus, wenn Mario sich verletzt, auch wenn das eigentlich gar keine witzige Angelegenheit ist. Fallt ihr im Schlemmerland in heiße Suppe oder berührt ihr im Küstenland Lava, fängt Marios Po an zu brennen. Der kleine, schnurrbärtige Kerl geht dann ab wie eine frisch gezündete Rakete und schimpft ausgiebig. So springt er ein wenig durch die Gegend, bis der Brand wieder ausgeht und ein verkohlter Mario übrig bleibt.

Legt ihr dagegen den Controller einige Zeit beiseite, dann legt auch Mario sich hin und macht ein Nickerchen. In kühlen Regionen von Super Mario Odyssey fängt er hingegen an zu zittern, an anderen Stellen tanzt er auch mal. Nintendo beweist erneut, dass stimmig entworfene Figuren, passend gesetzte Details sowie Animationen so manche grafische Schwäche locker wettmachen können, wenn am Ende das Gesamtbild überzeugt.

Niedlich? Ja. Einfach? Nein!

Doch so knuffig Super Mario Odyssey auch inszeniert ist, hinter der quietschbunten Fassade steckt ein kniffliges Jump ‘n’ Run.

Viele der Sprungrätsel verlangen von euch nicht nur präzise ausgeführte Sprünge, sondern oftmals auch noch das richtige Timing. Ein Millimeter zu weit nach links, rechts oder vorne und Mario stürzt in den Abgrund.

So fällt Mario manchmal zurück zum Anfang der Passage und ihr müsst wieder bis zum gescheiterten Rätsel zurücklatschen. Oder aber ihr landet irgendwo, wo Mario seine Herzen, also die Lebensenergie, verliert und euch das Spiel am letzten Speicherpunkt einen neuen Versuch wagen lässt.

Diese sind überall in Super Mario Odyssey verteilt, mit Flaggen in den Arealen gekennzeichnet und warten darauf, von euch aktiviert zu werden. So kann es also durchaus passieren, dass ihr zunächst die ersten beiden kniffligen Sprungeinlagen schafft und danach bei der dritten versagt. Kurz darauf startet ihr von vorne und müsst die Herausforderungen wieder und wieder meistern.

Solche Momente können schnell in Frust enden – sicherlich der Grund, warum die Joy-Con-Controller mit einem Band am Handgelenk befestigt werden sollen …

Gut behütet durch Super Mario Odyssey

In vielen solchen Momenten ist Marios Mütze Cappy besonders hilfreich. Zum einen kann Mario sie als Waffe nutzen oder vor sich schleudern, um einen Absprungpunkt zu schaffen.

Zum anderen könnt ihr damit andere Figuren übernehmen und steuern. Diese hebt Super Mario Odyssey dann mit dem ikonischen Mario-Bart von anderen ihrer Art ab. Das hilft nicht nur bei so manchem Rätsel, sondern macht auch die Erkundung der Gebiete teilweise deutlich einfacher.

Im Küstenland zum Beispiel könnt ihr einen Fisch übernehmen und so stundenlang unter Wasser bleiben, während Mario beim Tauchen langsam die Luft ausgeht.

Ausgiebiges Erkunden zahlt sich in Super Mario Odyssey übrigens aus. Überall in den Arealen sind zum Beispiel sogenannte Monde versteckt, von denen ihr vermutlich eine bestimmte Zahl finden müsst, bevor ihr ins nächste Gebiet reisen dürft.

Diese sind mal offensichtlich und leicht zu erreichen, andere gut versteckt. Dazu gibt es Level wie das Schlemmerland, welche sich nach dem ersten Boss-Kampf verändern. Dann trefft ihr auf neue Kontrahenten und die Architektur verändert sich, was zum erneuten Abklappern einlädt.

Unglaublicher Umfang

Doch nicht nur Monde haben die Entwickler für euch verteilt, immer wieder tauchen Röhren zu Spezialgebieten oder versteckten Räumen auf, die mit Herausforderungen oder nostalgischen Leveln auf euch warten.

Die traditionellen Münzen, die ihr in Mario-Spielen sammelt, sind ebenfalls überall zu finden und außerdem wichtig, um überhaupt ans Ende des Abenteuers zu kommen. Wenn ihr nämlich alle Herzen von Mario aufgebraucht habt und eigentlich das Game Over winkt, verliert ihr ein paar der gesammelten Münzen und dürft weiterspielen. Daher solltet ihr stets darauf achten, euren Kontostand in Super Mario Odyssey hoch zu halten.

Wir verbrachten mit den beiden größeren Arealen Schlemmerland und Küstenland gut und gerne jeweils zwei Stunden und hatten am Ende dennoch nicht alle Monde eingesammelt, alle Räume gelöst und alle Winkel erkundet. Wie viel Spielzeit Super Mario Odyssey am Ende also bietet, das lässt sich weiterhin schwer abschätzen.

Switch-Kaufargument Super Mario Odyssey?

Doch warum soll Super Mario Odyssey nun ein Argument dafür sein, mir eine Nintendo Switch zuzulegen?

Nintendo zeigt damit genau das, wofür der japanische Konzern und seine Konsolen berühmt sind: Eigene Marken, die mit viel Herzblut und Charme entwickelt werden.

Super Mario Odyssey bietet dermaßen viel Umfang – wenn ihr euch nicht nur darauf konzentriert, von einem Boss-Kampf zum nächsten zu huschen. Dabei ist es auch noch so hübsch gestaltet, animiert und vor allem fantasie- und abwechslungsreich inszeniert, dass der kleine Junge in mir, der vor Jahrzehnten auf dem Gameboy das erste Super Mario gespielt hat, breit grinst.

Wer also noch keine Nintendo Switch besitzt und sich der Nostalgie der Mario-Spiele nicht verschließt, der kommt ab dem 27. Oktober 2017 eigentlich nicht mehr drumherum, sich die Konsole nach vielleicht langem Hadern zu kaufen und mit Mario auf seine Odyssee zu gehen.

Wer die Switch dagegen schon hat, der hat sich das Jump-‘n’-Run-Schwergewicht sicher sowieso schon vorbestellt und wenn nicht, sollte er es sich auf jeden Fall zulegen. Ein besseres Spiel für Jung und Alt gibt es kaum.

Neben Super Mario Odyssey stehen übrigens noch jede Menge neue Switch-Spiele 2017 in den Startlöchern.

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Sebastian Weber
Sebastian Weber

Seit den ersten Pixelmännchen auf einem Commodore PET, liebt Sebastian Videospiele und hat heute vom PC, über Xbox One, PlayStation 4 bis hin zur Nintendo Switch alles zu Hause stehen, was virtuelle Welten auf den Bildschirm bringt. Dabei sind vor allem Rollenspiele und Action-Titel die erste Wahl.