Wird Stormland das (VR-) Spiel, das Anthem hätte werden sollen?

Das im Vorfeld viel gehypte Anthem fiel nach dem Release bei den Spielern schnell in Ungnade. Hoffnung macht hingegen ein überraschend ähnlich gelagertes VR-Spiel: Stormland.

  • von Oliver Schmiedchen am 28.06.2019, 16:53 Uhr
Anthem-vs.-Stormland-Header

Ende 2017 kam das Gerücht auf, dass Anthem eventuell auch in VR spielbar sein könnte. Die Realität sieht bekanntlich anders aus. Das ist aber (ungeachtet der streitbaren Qualität von Anthem) gar nicht so schlimm. Der Grund: Das VR-Spiel Stormland könnte sich am Ende gar als das bessere Anthem herausstellen.

  1. Wird Stormland Anthems VR-Zwilling?
  2. Die VR-Zweiklassengesellschaft
  3. Warten auf den VR-Systemseller

Wird Stormland Anthems VR-Zwilling?

Die VR-Pioniere von Oculus kündigten im Rahmen der E3 2018 den neuen Exklusivtitel Stormland für Oculus Rift / Rift S an, der von Insomniac Games (Spider-Man, Ratchet & Clank, Sunset Overdrive) entwickelt wird. Das Spiel hat, außer dass es voraussichtlich ausschließlich auf VR-Brillen aus dem Hause Oculus spielbar sein wird, auffällig viel mit Anthem gemein.

Den Inhalten von Anthem sowie den verfügbaren Trailern und Informationen zu Stormland nach zu urteilen, besitzen beide Titel nämlich frappierend viele Gemeinsamkeiten.

Stormland soll uns genau wie Anthem beim Release folgende Features bieten:

  • Eine frei begehbare offene Welt
  • Ein dystopisches, aber zugleich farbenfrohes Science Fiction-Setting
  • Roboter-artige Spielcharaktere
  • Die Möglichkeit, mit unseren Charakteren zu fliegen
  • Einen Einzelspielermodus
  • Einen kooperativen Mehrspielermodus
  • RPG-Elemente (z.B. wechselbare Ausrüstung, Upgrade-System)
  • Dynamische Missionen
  • Bosskämpfe
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Wären nicht beide Spiele seit Jahren hinter den Kulissen parallel entwickelt worden, könnte man fast meinen, das hinter so vielen Gemeinsamkeiten Industriespionage stecken muss. Wie auch immer – es gibt zumindest einen großen Unterschied: Anthem ist ein 3rd Person-Shooter, während wir Stormland laut Insomniac ausschließlich aus der Egoperspektive spielen werden. Außerdem wissen wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, wie viel Loot-Shooter in Stormland tatsächlich steckt.

Sei es wie es sei: Mit Stormland dürfen sich VR-Nutzer meiner Meinung nach auf einen Titel freuen, der sich hinter Anthem nicht zu verstecken braucht. Ganz rosarot sehe ich das Ganze trotzdem nicht.

Die VR-Zweiklassengesellschaft

Das liegt zum einen daran, dass mit Stormland wieder einmal ein (potentiell) hochklassiges Virtual Reality-Spiel Nutzern eines bestimmten Headsets vorbehalten sein wird. Wer keine Oculus Rift (S) besitzt, wird Insomniacs Action-Epos wohl nicht spielen können. Dasselbe trifft auf VR-Perlen wie Lone Echo, Echo Arena, Echo Combat, Brass Tactics oder Robo Recall zu.

Oculus setzt mit Stormland alles daran, mehr Nutzer auf die hauseigene Plattform zu locken, was aus betriebswirtschaftlicher Sicht nachvollziehbar und durchaus auch legitim ist. Ich glaube allerdings, dass Oculus‘ Exklusivpolitik VR als Gesamtmedium eher schadet als nutzt.

Und was ich von der Äußerung von Oculus‘ Matt Conte halten soll, der 2018 darüber schwadronierte, dass Exklusivtitel ja eigentlich schlecht seien, weiß ich auch nicht so wirklich. Kurzum: Stormland kann noch so gut werden – wer keine Oculus Rift (S) besitzt, wird davon nichts haben.

Warten auf den VR-Systemseller

Und noch etwas wurmt mich hinsichtlich Stormland: Die Warterei. 2019 soll das Spiel erscheinen. Da es in den vergangenen Monaten verdächtig ruhig um den Titel wurde (vielleicht erfahren wir ja zur Oculus Connect 6 Neuigkeiten), halte ich prinzipiell auch eine Verschiebung auf 2020 für möglich, selbst wenn ich das definitiv nicht wünsche.

Anthem hingegen ist längst erschienen und dank zahlreicher Patches macht es mittlerweile deutlich mehr Spaß als zum Release. Den Javelin aufzupolieren, Gegner zu plätten und Geheimnisse zu finden, macht besonders mit menschlichen Mitspielern durchaus Laune.

Vor diesem Hintergrund bin ich dann doch etwas traurig, dass Anthem keinen VR-Support spendiert bekam. Gleichzeitig hoffe ich, dass Stormland die hohen Erwartungen erfüllen und zahlreiche neue Spieler für die virtuelle Realität begeistern kann – das Spiel steht nach wie vor auf unserer Liste der am heißesten erwarteten VR-Games 2019.

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Oliver Schmiedchen
Oliver Schmiedchen

Gamer aus Leidenschaft, dabei seit PlayStation 1-Zeiten. Aktuell zuhause auf Xbox One und in Sachen VR auf dem PC. Hält die SEGA Dreamcast für die beste Konsole aller Zeiten. Feiert Musik von Gucci Mane über Led Zeppelin bis Adam Beyer.

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