Star Wars: Spin-off zu Han Solo verliert Regisseure, Kinostart in Gefahr?

Disney hat sich von den Regisseuren des Han-Solo-Films getrennt. Nun ist das Studio auf der Suche nach einem Ersatz. Unklar ist, ob diese Verzögerung den Starttermin gefährdet.

  • von Sebastian Weber am 21.06.2017, 11:01 Uhr

Disney arbeitet aktuell an einem eigenen Film rund um den berühmten Haudegen Han Solo aus dem Star-Wars-Universum, der bisher von Harrison Ford verkörpert wurde. Im Spin-off, das vom Leben des jungen Han Solo erzählt, schlüpft Alden Ehrenreich in die Rolle, der unter anderem in »Hail, Caesar!« mitgespielt hat.

Die Dreharbeiten zum Han-Solo-Film laufen bereits seit Anfang des Jahres und Ende Februar erschien bereits das erste Set-Foto, das einige der Schauspieler und die Regisseure Phil Lord und Chris Miller im ikonischen Cockpit des Milleniumfalken zeigt.

Disney trennt sich von Han-Solo-Regisseuren

Gestern meldete das Magazin The Hollywood Reporter allerdings, dass es hinter den Kulissen eine Erschütterung der Macht gegeben hat. Disney hat sich von Phil Lord und Chris Miller getrennt, sodass Han Solo nun ohne Regisseure dasteht. Kathleen Kennedy, die Präsidentin von LucasFilm (die Produktionsfirma für alle Star-Wars-Filme) kommentierte den Schritt wie folgt:

»Phil Lord und Christopher Miller sind talentierte Filmemacher, die ein unglaubliche Schauspielerriege und ein tolles Team zusammengestellt haben. Allerdings sind wir an einen Punkt angekommen, an dem klar wurde, dass wir unterschiedliche kreative Vorstellungen des Films haben und haben deshalb beschlossen getrennte Wege zu gehen. Wir werden in Kürze verlautbaren, wer die Regie des Films übernehmen wird.«

Phil Lord und Chris Miller machten sich bisher vor allem mit komödiantischen Filmen einen Namen, darunter »21 Jump Street« sowie der Nachfolger »22 Jump Street« und »The Lego Movie«.

Die Dreharbeiten, die bereits seit Februar in London laufen, sollten laut einem Insider nur noch ein paar Wochen dauern, dazu gab es einen Termin für den Neudreh einiger Szenen im Sommer.

Gründe für den Rausschmiss der Han-Solo-Regisseure

Kurz nach der Meldung, dass Disney sich von Lord und Miller getrennt hat, verriet ein weiterer Insider dem Magazin The Hollywood Reporter, wie es zu dem Rauswurf kam:

Lawrence Kasdan und sein Sohn Jon zeichnen verantwortlich für das Drehbuch des Han-Solo-Films. Lawrence Kasdan ist ein LucasFilm-Veteran, der unter anderem auch schon die Drehbücher für »Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück« und für »Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes« geschrieben hat.

Zwischen Kasdan und den beiden Regisseuren soll es schon seit Beginn der Dreharbeiten zu Spannungen gekommen sein. So sollen Lord und Miller vor allem ein komödiantisches Talent besitzen und daher auch auf Improvisation und spontane Schauspielerei setzen. Etwas, das Kasdan wohl ein Dorn im Auge zu sein scheint, der es bevorzugt, wenn sich das Team an das Drehbuch hält.

Zudem sollen Lord und Miller sowie Kasdan wohl den Charakter von Han Solo unterschiedlich erfasst haben. Die Aussagen des Insiders lassen vermuten, dass Lord und Miller Han Solo als amüsante, witzige Figur ansahen, während er eigentlich sarkastisch und egoistisch gezeichnet ist.

Doch auch LucasFilm-Chefin Kathleen Kennedy scheint mit Lord und Miller nicht ganz grün gewesen zu sein, wie Variety berichtet. Eine Quelle, die den Dreharbeiten nahe steht, verriet, dass Lord und Miller es gewohnt seien, recht frei in ihrer Regiearbeit zu agieren und auch dem Team und den Schauspielern Freiheiten zu geben. Diesen Arbeitsstil soll Kennedy nicht gemocht haben, die lieber alle Strippen in der Hand hat. Die Chemie zwischen den dreien soll daher von Anfang an nicht gestimmt haben.

Wer könnte die Regie von Han Solo jetzt übernehmen?

Die Frage ist nun natürlich, wer in Kürze auf dem Regiestuhl des Han-Solo-Films Platz nehmen wird. Angeblich sollen hier drei heiße Kandidaten gehandelt werden:

Kandidat Nummer 1 soll Ron Howard sein, der unter anderem für »The Da Vinci Code – Sakrileg« bekannt ist. Der hat bereits Ende der 1980er Jahre mit LucasFilm zusammengearbeitet und war angeblich sogar für die Regie von »Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung« im Gespräch gewesen.

Der zweite mögliche kreative Kopf könnte Joe Johnston werden. Der hat lange Zeit für LucasFilm gearbeitet und entwarf unter anderem Spezialeffekte für die Ur-Star-Wars-Trilogie. Regieerfahrung sammelte er schließlich mit »Jurassic Park 3« (der von Kathleen Kennedy produziert wurde) aber auch mit »Captain America: The First Avanger«, der ebenfalls eine Disney-Produktion war.

Zu guter Letzt könnte aber auch Lawrence Kasdan die Regie fortführen. Das wäre allerdings etwas knifflig, wie The Hollywood Reporter berichtet. Die Gewerkschaft der Regisseure in den USA verbietet es nämlich eigentlich, dass jemand, der bereits am Film arbeitet, die Regie übernimmt. Es sei denn, es handele sich um einen kurzfristigen Notfall.

Ob tatsächlich einer dieser drei Kandidaten die Regie des Han-Solo-Films übernimmt, muss sich noch zeigen. Doch abseits von Kasdan bleibt dann auch spannend, wie der neue Kapitän am Ruder sich in das Team einfügt oder ob es wieder zu Reibereien kommt – allen voran mit Kennedy und Kasdan.

Welchen Einfluss hat der Wechsel des Regisseurs?

Disney hält bisher jedoch am ursprünglich geplanten Kinostarttermin fest, den 25. Mai 2018.

Das könnte also als Begründung für Lawrence Kasdan ausreichen. Denn nach der Trennung von Lord und Miller könnte er so die wenigen Wochen Dreharbeiten zu Ende bringen, damit der Film im geplanten Zeitraum im Kasten wäre.

Würde LucasFilm sich stattdessen für Ron Howard oder Joe Johnston entscheiden, wäre es fraglich, ob der angepeilte Termin bestehen bleibt. Beide zeichnen sich natürlich durch andere Filmstile aus, als Lord und Miller. Daher besteht die Möglichkeit, dass sowohl Howard als auch Johnston versuchen würden, dem Film ihren eigenen Anstrich zu geben. Das könnte also dazu führen, dass deutlich mehr Szenen neu gedreht werden, als bisher geplant. Oder aber, dass sie sogar den gesamten Film von vorne neu aufrollen. Spätestens dann wäre ein Kinostart am 25. Mai 2018, also in weniger als einem Jahr, undenkbar.

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Sebastian Weber
Sebastian Weber

Seit den ersten Pixelmännchen auf einem Commodore PET, liebt Sebastian Videospiele und hat heute vom PC, über Xbox One, PlayStation 4 bis hin zur Nintendo Switch alles zu Hause stehen, was virtuelle Welten auf den Bildschirm bringt. Dabei sind vor allem Rollenspiele und Action-Titel die erste Wahl.