Spieler bombardieren Warcraft 3: Reforged mit schlechten Bewertungen

Das Remake des Blizzard-Klassikers wird scharf kritisiert und ist momentan das am schlechtesten bewertete Spiel aller Zeiten auf Metacritic.

  • von eSport Studio am 06.02.2020, 10:31 Uhr

Mit Warcraft 3: Reforged startete Blizzard Entertainment den Versuch, eine ihrer erfolgreichsten Produktionen aller Zeiten wiederzubeleben und neu zu vermarkten. Nach dem Release erlebten Warcraft-Fans jedoch ihr böses Erwachen, denn viele der versprochenen Funktionen haben es nicht in die fertige Version geschafft. Verärgerte Spieler bombardieren das Spiel nun mit schlechten Bewertungen.

Der misslungene Launch von Warcraft 3: Reforged

Der größte Kritikpunkt ist ein Problem mit dem Urheberrecht von benutzerdefinierten Spielen. Aus den allgemeinen Geschäftsbedingungen geht hervor, dass Spieler, die eigenen Content – wie neue Level oder Spielmodi – erstellen, automatisch alle Rechte an Blizzard abtreten. Diese Regel ermöglicht es ihnen, von der Arbeit von Moddern und kreativen Köpfen zu profitieren, ohne diese namentlich erwähnen oder am Gewinn beteiligen zu müssen.

Fans vermuten, dass der Erfolg der Dota-Serie für diese radikale Änderung verantwortlich ist. Ursprünglich wurde Dota vor vielen Jahren als Mod für das originale Warcraft 3 entwickelt und später von Valve übernommen, die mit der Entwicklung von Dota 2 einen der erfolgreichsten Vertreter des MOBA-Genres produzierten.

Besitzer von Warcraft 3: Classic mussten sich außerdem damit abfinden, dass ihr Spiel automatisch auf die neue Remaster-Version gepatched wird. Der Zugang zur Klassikversion ist somit verwehrt und sie kann nicht mehr gespielt werden. Viele Spieler haben damit ein Problem, da dem Remaster essenzielle Elemente wie die Rangliste und die Clans fehlen.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die Cinematics, die sich stark von den Trailern im Vorfeld unterscheiden. Auf der Blizzcon 2019 wurde Gameplay einer vorläufigen Version mit überarbeiteten Zwischensequenzen vorgestellt, die in der Release-Version so nicht mehr zu finden sind. Einen direkten Vergleich könnt ihr euch in diesem Vergleichsvideo sehen.

Reviewbombing und die Antwort der Entwickler

All diese Probleme führten zu einer großen Unzufriedenheit in der Fangemeinschaft, die sich in einem riesigen Shitstorm entlud. Organisiert griffen Spieler das Remaster auf Review-Plattformen an und machten ihrem Ärger in Form von schlechten Nutzerbewertungen Luft. Besonders heftig fiel die Reaktion auf Metacritic aus, wo Warcraft 3: Reforged nach dem Reviewbombing als schlechtestes Videospiel aller Zeiten gewertet wird. Momentan steht der Strategietitel bei 354 positiven und 11.041 negativen Bewertungen (Stand: 04.02.2020).

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Die Entwickler von Blizzard Entertainment haben zurzeit einen schweren Stand. Die Arbeit des Studios wird besonders misstrauisch unter die Lupe genommen. Die einst beliebte Spieleschmiede scheint nach einigen fragwürdigen Entscheidungen das Vertrauen der Fans endgültig verloren zu haben. Dazu gehören beispielsweise die misslungene Ankündigung von Diablo Immortal für Mobilgeräte und die Blitzchung-Kontroverse, bei der ein Hearthstone-Profi disqualifiziert wurde, weil er nach einem Turnier öffentlich Partei für die Demonstranten in Hong Kong ergriff.

Als Reaktion auf das Review-Bombing und die anhaltenden Probleme von Warcraft 3: Reforged veröffentlichte Blizzard eine Stellungnahme, die der Debatte die Brisanz allerdings nicht nehmen konnte. Viele Fragen wie das Copyright an benutzerdefinierten Spielen wurden nicht kommentiert. Ein kleiner Lichtblick für Warcraft 3-Fans: Blizzard verspricht, dass fehlende Online-Features wie Clans und die Rangliste in den kommenden Wochen nachgereicht werden sollen.

von Constantin Krüger

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