Sekiro: Shadows Die Twice – Batman trifft auf Samurai

Nachdem From Software das Dark-Souls-Spielprinzip mit Bloodborne auf die Spitze getrieben hat, versuchen sie mit ihrem neuesten Titel etwas anderes. Und tatsächlich steht Sekiro: Shadows Die Twice auf ganz eigenen, leisen Sohlen.

  • von Jonas Gössling am 23.08.2018, 7:13 Uhr

Das Studio From Software hat sich seit Demon’s Souls mit den sogenannten Souls-Titeln einen Namen gemacht. Das Konzept hat sich auch über verschiedene Marken, etwa Dark Souls und Bloodborne, nicht geändert. Ihr erkundet eine düstere Welt, in der euch alles töten will. In der ihr schnell eure Erfahrungspunkte verliert und die Kämpfe fordernd sind.

Sekiro: Shadows Die Twice schlägt auf den ersten Blick in die gleiche Kerbe. Es setzt auf ein anderes Setting, bietet aber auch gute Gegnerdesigns und schnelle Tode. Legt ihr aber einmal selbst Hand an den Titel merkt ihr schnell, dass dieses Mal wirklich (fast) alles anders ist.

Batman: Shadows Die Twice

Der Titel spielt während der Sengoku-Zeit im 16. Jahrhundert – beziehungsweise er nimmt diesen japanischen, traditionellen Rahmen und macht etwas Eigenes daraus. Denn Sekiro nimmt es mit historischen Genauigkeiten nicht so ernst, was es aber auch gar nicht will.

Ihr schlüpft in die Haut eines Shinobi. Samurai des Ashina Clan haben dessen Lord entführt, seinen Arm abgehakt und ihn zurückgelassen. Also bekommt der Held eine Prothese und macht sich auf zur Rettung. Besagte Prothese ist dann auch schon das Spielelement, welches Sekiro so stark von den Souls-Spielen abhebt.

Denn mit dem neuen Arm kann der Held sich durch die gesamten Level schwingen. Wie Batman mit seinem Greifhaken, zieht ihr euch mit der künstlichen Hand auf Dächer, Bäume und Anhöhen, ohne dass auch nur ein Feind euch sehen kann. Und vor allem Letzteres ist auch verdammt wichtig.

Schleichen statt Schnetzeln

In Sekiro: Shadows Die Twice seid ihr tatsächlich am besten damit beraten aus dem Hinterhalt zu agieren und zu schleichen. Denn zum einen teilen die Gegner schnell viel Schaden aus. Zum anderen könnt ihr die meisten Feinde mit einem Überraschungsangriff auf der Stelle töten. Wenn ihr dann doch mal entdeckt werdet, müsst ihr euch aber nicht sofort verstecken.

Denn der Shinobi kann natürlich auch im direkten Kampf einige Manöver. So sind in der Prothese verschiedene Waffen verbaut. In der Demo konnte er etwa Wurfsterne, Feuerbomben und eine Axt wortwörtlich aus dem Ärmel zaubern.

Die verschiedenen Kampfgeräte sind auch bitter nötig: Für Samurai mit Schild braucht ihr das Beil, ein Oger reagiert allergisch auf Flammen. Zudem drängt euch das Spiel auch immer wieder in Gefechte, da eben nur die Standardfeinde sofort über den Jordan gehen.

Härtere Brocken wollen mehrmals getroffen werden. Im Gegensatz zu Dark Souls geht es aber hier nicht darum die Lebensanzeige herunter zu prügeln. Stattdessen bearbeitet ihr den Gegenüber solange, bis ihr eine Lücke für den einen, vernichtenden Schlag findet.

Erbe und Neuinterpretation

Trotz der markanten Unterschiede erbt Sekiro auch einige Stärken seiner spirituellen Vorgänger. Das Design der Feinde ist schon beim Oger herrlich schaurig und einschüchternd. Auch der Tod wartet an jeder Ecke, egal ob durch einen Freiflug den Berg hinunter, oder durch die zahlreichen Gegner.

Wenn ihr sterbt, geht es aber nicht zum letzten Lager zurück. Der Shinobi besitzt über seiner Lebensanzeige zwei Kreise. Ist einer, oder sind beide gefüllt, belebt ihr euch sofort und auf der Stelle wieder. Da die Anzeigen nicht zu schnell wieder voll sind, vermeidet der Titel so einen Missbrauch des Systems, um etwa immer wieder hinter Feinden aufzuerstehen und sie so fertig zu machen.

Einschätzung

Der Vergleich zu Dark Souls wird oft bemüht, ist aber vor allem bei diesem Spiel wichtig und passend. Denn zum einen stammt Sekiro: Shadows Die Twice von den Machern der Reihe, zum anderen will es Stärken erben und gleichzeitig etwas völlig Neues sein.

Auf den ersten Blick scheint das zu gelingen, vor allem wegen des Prothesenarms. Denn der ermöglicht eine sehr schnelle Bewegung und das auch vertikal. Allerdings kann man viel mehr auch noch gar nicht sagen, da wichtige Fragen offenbleiben: Wie funktioniert das Konzept ohne Rollenspielsystem? Wie macht sich der Fokus auf die Story bemerkbar? All das kann man nach wenigen Minuten noch nicht einschätzen. Die Richtung bleibt aber vielversprechend.

We want YOU on Facebook! Werdet Teil unserer Community und bleibt immer auf dem Laufenden.

Jonas Gössling
Jonas Gössling

Jonas liebt Computerspiele, Videospiele - er hat einfach generell viel lieb. Vor allem die Wandlung und die Hintergründe des Mediums fasziniert ihn mit zunehmenden Alter immer mehr und sorgt bei ihm für einiges an Trivia-Wissen.