Resident Evil 2 Remake: Purer Horror statt Hochglanz-Action

Wir hatten die Möglichkeit, Resident Evil 2 für vier Stunden auf einem Preview-Event anzuspielen. Unsere Eindrücke zum kommenden Zombie-Horror-Hit lest ihr in unserer Vorschau.

  • von Andreas Sperling am 04.12.2018, 18:34 Uhr

Das jahrelange Schweigen bricht Entwickler Capcom nun mit einer ganzen Welle an neuen Informationen zum Resident Evil 2 Remake. Dazu gehört unter anderem ein Preview-Event, bei dem den Titel vier Stunden spielen durften. Diese Chance haben wir genutzt, um das Survival-Horror-Spiel ausgiebig – sowohl mit Leon S. Kennedy als auch Claire Redfield – auf Herz und Nieren zu testen.

Nicht für Call-of-Duty-Fans geeignet

Die Frage nach der Zielgruppe stellte sich bereits 2015, als Capcom-Produzent Yoshiaki Hirabayashi das Spiel angekündigte. Einen Spagat hinzubekommen, der Neulinge wie Serien-Veteranen gleichermaßen zufrieden stellt, geht meistens in die Hose. Das musste Capcom bereits bei Resident Evil 6 schmerzhaft feststellen.

Mit diesem Teil sollten nicht nur Serien-Veteranen oder Horror-Fans angesprochen werden. Ziel war es, Spieler moderner Ego-Shooter-Reihen wie Battlefield und Call of Duty ebenso mit ins Boot zu holen. Fans von Hochglanz-Action werden mit dem Resident Evil 2 Remake sicherlich nicht glücklich und sind besser damit beraten, sich nicht mit Claire und Leon durch Raccoon City zu schlagen.

Dafür sorgt ein interner, adaptiver Schwierigkeitsgrad. Dieser pegelt sich automatisch und abhängig von den Fähigkeiten des Spielers ein. Solltet ihr auf die Idee kommen, euch ständig mit reiner Waffengewalt durch das Survival-Horror-Spiel zu schießen, wird euch die erhöhte Widerstandsfähigkeit der Gegner sehr schnell Grenzen aufzeigen.

Die Medaille hat jedoch zwei Seiten: Werdet ihr oft getroffen und sterbt häufig, greift euch das Remake zu Resident Evil 2 mit leichter zu besiegenden Gegnern unter die Arme – ohne daraus einen Spaziergang im Park zu machen. Für Neueinsteiger bietet das Survival-Horror-Spiel jedoch allerlei Hilfsmittel, um sich schnell in der schaurigen Welt zurecht zu finden.

Dafür existieren Hilfestellungen wie Hinweis-Fenster für Items, sowie eine an- und abwählbare Option für automatisches Speichern und die dazugehörigen Farbbänder. Das Wegfallen der vielfach kritisierten Panzersteuerung (die schwer zugängliche Steuerung bei statischer Kamerapespektive) eröffnet Frischlingen außerdem die Möglichkeit, schneller in das Remake von Resident Evil 2 einzusteigen.

Erschreckend gute Horror-Mischung

Das Remake von Resident Evil 2 orientiert sich nicht nur an der Vorlage von 1998, sondern auch an anderen Teilen der Survival-Horror-Reihe. Selbst wenn es keine Neuauflage wäre, würdet ihr so einge Déjà-vus haben. Wir folgen Claire Redfield oder Leon S. Kennedy mit der »Over-the-Shoulder«-Kamera, die ihr zum ersten Mal in Resident Evil 4 gesehen habt.

Für die aufgehübschte Grafik sorgt hingegen Capcoms »RE-Engine«.Hier werden sogar einige Elemente – wie die aus Resident Evil 7: biohazard bekannten Schaufensterpuppen – recycelt. Das Gameplay des Resident Evil 2 Remakes fühlt sich jedoch eindeutig wie das aus den klassischen Teilen an.

Resident Evil 2, inklusive SteelBook!
Resident Evil 2 inkl. SteelBook [PlayStation 4]
Resident Evil 2 inkl. SteelBook [PlayStation 4]
€ 59.99

Zurück zu den Wurzeln

Die Resident-Evil-Reihe hat eine lange Geschichte der Veränderung hinter sich. Das Franchise war anfänglich als einer der Begründer des Survival-Horror-Genres bekannt, mit Resident Evil 4 setzte Director Shinji Mikami 2004 auf eine actionreichere Form von Horror. Erst Resident Evil 7 fühlte sich an wie ein gelungener Horrortrip zurück zu den Wurzeln.

Das Resident Evil 2 Remake stellt die Uhr noch weiter zurück. Das Gameplay ist in den Grundzügen fast schon identisch mit der klassischen Trilogie. So liegt der Fokus nicht auf der Bekämpfung von Zombies und B.O.W’s. (Bio-Organische-Waffen) – stattdessen stehen die Erkundung von Gebieten, das Lösen von Rätseln, Ressourcen- und Item-Management im Mittelpunkt.

Das heißt natürlich nicht, dass Claire oder Leon eine pazifistische Ader haben. Lässt sich die Zombie-Brut nicht umgehen, greifen beide Hauptfiguren auf eine Vielzahl an Möglichkeiten zur offensiven oder defensiven Bekämpfung der Gegner zurück.

Mit Waffen-Vielfalt gegen Zombie-Horden

Die Möglichkeit dem Waffen-Arsenal durch Upgrades mehr Durchschlagskraft zu verleihen, erhielten Spieler bereits im klassischen Resident Evil. Zumindest war dies bei Leon war der Fall. Pistole, Schrotflinte und Magnum ließen sich wahlweise upgraden – dadurch erhöhten sich Schussrate oder verursachter Schaden.

Im Remake besteht diese Option nun endlich auch für Claire. So lässt sich zum Beispiel der Granatwerfer mit einem Hinterschaft ausstatten, der euch mehr Stabilität bei der Schussabgabe gewährt. Bei den wendigen Lickern ist so ein Upgrade wirklich praktisch.

Für Leon werden im Resident Evil 2 Remake mehr Aufrüstmöglichkeiten geboten als im Original. Damals gab es für die Standard-Pistole mit dem Namen »Matilda« nur den anbaubaren Anschlagschaft für einen Dreifach-Schuss-Modus. Bei der Neuauflage erhaltet ihr sowohl ein erweitertes Magazin als auch eine Mündungsfeuerbremse für höhere Treffergenauigkeit.

Zusätzlich nutzen Claire und Leon Messer, sowie Blend- und Splittergranaten als Defensivwaffen. Habt ihr eine von ihnen ausgewählt, verwenden sie die Protagonisten automatisch, wenn sie auf kurze Distanz angegriffen werden. Das ähnelt der Mechanik aus dem Remake des ersten Resident-Evil-Teils.

Sinnvolles Story-Upgrade

Das Remake von Resident Evil 2 stellt die Charaktere der Geschichte deutlich dramatischer in den Mittelpunkt. Besonders Robert Kendo sticht heraus, denn ihm wird ein besonders tragisches Schicksal zuteil. Darauf gehen wir aus Spoiler-Gründen jedoch nicht weiter ein.

Polizeikollege Marvin Branagh, Wissenschaftlerin Anette Birkin und der Polizei-Chef Brian Irons sind alle ebenso hervorragend geschrieben. Auf diese Weise versteht ihr ihre Motivationen und ihr Handeln jederzeit.

Bleibt nur abzuwarten, wie die zwei verschiedenen Szenarien von Claire und Leon am Ende miteinander verwoben werden und wie die Entwickler mit dem Fehlen der Story-Inhalte des A- und B-Szenarios umgehen.

Andreas Sperling

Fazit

Das Resident Evil 2 Remake überhaupt in Entwicklung zu geben war ein riesiges Glücksspiel. Das gilt besonders für Spiele und Filme, die von einer Nostalgie-Wolke und einem nahezu ewig anhaltendem Hype der Fans umgeben sind. Die Chancen dabei zu verlieren, sind viel höher als einen Volltreffer zu landen. Schließlich tragen Fans nach Jahren des Wartens ganz individuelle Erwartungshaltungen an das Remake von Resident Evil 2 heran.

Diese Erwartungshaltungen zu erfüllen und gleichzeitig Neulingen einen Einstieg in die Reihe zu bieten, ist eine Leistung, die nicht viele Entwickler-Studios in der Vergangenheit ablieferten. Bravo Capcom, weiter so!

Release, Trailer-Analysen & weitere Infos

Das Remake von Resident Evil 2 feiert sein Release am 25. Januar 2019 für PlayStation 4, Xbox One sowie PC. Schaut für weitere Infos gerne auf unserem YouTube-Kanal vorbei. Dort findet ihr Trailer-Analysen, sowie ein Interview mit Yoshiaki Hirabayashi – dem Produzenten des Spiels.

Wer lieber über wahrscheinlich verpasste Trailer-Details lest oder wissen möchtet, wie sich Claire Redfield spielt, empfehlen wir andere unserer Artikel. Wir zeigen euch ebenfalls, was sich beim Remake im Vergleich zum Original ändert.

Darüber hinaus legen wir euch einen Beitrag zu anderen Spielen ans Herz, die unserer Meinung nach ebenfalls eine Frischzellenkur in Form von Remakes bekommen sollten

We want YOU on Facebook! Werdet Teil unserer Community und bleibt immer auf dem Laufenden.

Andreas Sperling
Andreas Sperling

Erstes Spiel: Moon Patrol (Atari 2600), Super Mario Land, Tetris (Gameboy) Lieblingsgenres: Survival Horror, Action-Adventure, Rollenspiele Lieblingsspiele/-serien: Resident Evil, Catherine, Metal Gear Solid 1 & 3, Dead by Daylight

Passende Produkte
Resident Evil 2

Produkte im nächsten MediaMarkt entdecken