Profis im eSport: Vom Zocker zum Chef

Der Übergang von Profispieler in einen anderen Job ist schwer. Einige schaffen es allerdings in der Szene zu bleiben und werden sogar zu Teamchefs.

  • von eSport Studio am 05.12.2016, 14:37 Uhr

Eine Karriere als professioneller Spieler ist oft sehr kurz im Vergleich zu anderen Berufen. Nur einige Jahre sind es bei den meisten. Während einige Spieler ganz von der Bildfläche verschwinden, versuchen es andere als Coach oder Caster weiterhin in der Szene zu bestehen. Einige wenige sind es aber nur, die sich zum Chef eines bestehenden Teams aufschwingen oder sogar ein eigenes Team gründen.

Vom einem der besten Spieler der Welt zum erfolgreichen Manager

Zu seiner Zeit galt Emil ‘Heaton’ Christensen als einer der besten Counter-Strike-Spieler der Welt. Unter anderem war er für die beiden bekannten Organisationen Ninjas in Pyjamas und SK Gaming aktiv und durfte insgesamt sieben Titel mit seinen Teams einstreichen. Sein Start als General Manager bei Stockholm Magnetik verlief dahingegend eher holprig. Nur knapp ein Jahr, von 2007 bis 2008, hatte Christensen durchgehalten, bevor er das Handtuch warf und eine persönliche Niederlage eingestehen musste.

Mit der Rückkehr 2012 zu seinem alten Team Ninjas in Pyjamas kam dann aber nicht nur der sportliche Erfolg zurück. Als Verantwortlicher für das Marketing konnte Christensen nicht nur bei den traditionellen Artikeln wie Trikots überzeugen, sondern schaffte es außerdem eine Kooperation mit dem Fastfood-Giganten McDonald´s einzugehen, woraufhin 2013 ein sogenannter McNiP-Burger in schwedische Filialen angeboten wurde.

»Ocelote« baut G2 Esports auf

2014 beendete Carlos »Ocelote« Rodriguez seine Karriere als aktiver League of Legends-Spieler. Schon im letzten Jahr seiner Laufbahn trat der Spanier nicht mehr für die Organisation an, mit der er einst groß geworden war, sondern versuchte mit seiner eigenen Organisation Gamers2 Erfolge einzufahren. Mit seiner Fokussierung auf das Management im Folgejahr begann die Organisation zu wachsen und konnte sich 2015 sogar um andere eSport-Titel erweitern. Zu dem bereits bestehenden League of Legends Team stießen eine Counter-Strike Mannschaft und mehrere Hearthstone-Spieler. Zeitgleich benannte Rodriguez seine eigene Organisation in G2 Esports um und konnte in allen Titeln Erfolge feiern. Das League of Legends Team gewann die beiden Saisons in der europäischen Championship Series 2016, in Counter-Strike wurde die Esports Championship Series gewonnen und alle drei Hearthstone-Spieler konnten in ihrer Zeit bei G2 jeweils einen Titel nach Hause bringen.

Gefangen zwischen Spieler und Manager

 

Auch der League of Legends Spieler Enrique ‘xPeke’ Martinez versuchte es seinem Landsmann nachzumachen und gründete 2015 seine eigene Organisation unter dem Namen Origen. Nach einem Jahr, in dem er Erfolge als Spieler mit seiner Mannschaft feierte, wollte er einen Schritt zurückmachen, um mehr Zeit für seine Aufgaben als Teameigner zu haben. Mit dem ausbleibenden Erfolg in der Frühlingssaison 2016 fühlte Martinez sich allerdings in der Pflicht seinem Team als Spieler auszuhelfen, um noch ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen. Und auch nachdem Martinez sich zur Sommersaison wieder offiziell aus dem Spielbetrieb zurückzog, wollte das von internen Problemen geplagte Team ihm wieder keine Ruhe gönnen. Der plötzliche Ausfall eines Teammitglieds und das Fehlen eines adäquaten Ersatzes riefen Martinez zurück an den Bildschirm. Zu hoffen bleibt, dass Martinez zur kommenden Saison sein Team so gut aufgestellt hat, dass er nicht wieder selber eingreifen muss.

von Christian Mittweg

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