PlayStation 5: Wie realistisch ist ein Release 2018?

Nachdem ein Analyst kürzlich den Release der PlayStation 5 für 2018 vorausgesagt hat, haben sich nun Hardware-Experten zu dem Thema geäußert.

  • von Patricia Geiger am 15.05.2017, 16:23 Uhr

Kürzlich sorgte der Analyst Damian Thong mit der Aussage für Wirbel, dass bereits in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres die PlayStation 5 von Sony ins Haus stehen könnte. Thong hatte in der Vergangenheit unter anderem bei der Vorhersage der PlayStation 4 Pro richtig gelegen, weshalb seine Einschätzung durchaus nicht von der Hand zu weisen ist.

Inzwischen haben sich die Hardware-Experten von Digital Foundry dem Thema angenommen und versucht zu beantworten, wie wahrscheinlich eine PS5 im kommenden Jahr ist. Und vor allem, welche Hardware die Konsole liefern müsste, um wirklich als nächste Generation durchzugehen.

Als Grundlage dienten Digital Foundry dabei Ausagen von Mark Cerny, seines Zeichens PlayStation-Architekt. Er hatte sich bereits 2016 dazu geäußert, wie eine richtige Next-Gen-Konsole aussehen müsse. Er nannte dabei unter anderem eine neue Prozessor-Architektur, erhöhte Grafikleistung und eine größere Festplatte. Ausgehend davon, dass die Arbeiten zur PlayStation 4 bereits 2008 begannen, ist es laut Digital Foundry aber mehr als wahrscheinlich, dass Sony bereits an der nächsten Generation tüftelt.

Die Hardware-Experten kommen in erster Instanz zu dem Schluss, dass es rein technisch durchaus möglich wäre, 2018 bereits die PlayStation 5 auf den Markt zu bringen

Digital Foundry sieht AMD als wahrscheinlichsten Hardware-Partner für Sony, denn der Hersteller plant noch für 2017 den Release seiner APUs (Accelerated Processing Units) auf Basis der neuen Ryzen-Architektur. 

Der Grafikchip einer potenziellen PS5 mit Release im Jahr 2018 dürfte dem der PS4 Pro und dem der Konkurrenz Project Scorpio ähneln und mit der gleichen Fertigungstechnik entstehen: 16nm FinFET. Eine Leistung des Chips von 8 Teraflops sei zwar realistisch und wäre auch eine Verdopplung der PS4-Pro-Leistung, allerdings in Relation zu bisherigen Generationswechseln ein deutlich kleinerer Sprung.

Beim vom PlayStation-Architekt Cerny angesprochenen Speicher sind die Experten von Digital Foundry schon etwas skeptischer. Dieser müsste nicht nur deutlich größer sein, sondern auch deutlich schneller. Und die dafür notwendige Technik sei für einen Konsolenrelease 2018 und auch darüber hinaus schlichtweg zu teuer, um verbaut zu werden.

Einen weiteren Kostenfaktor stellt die Festplatte dar. Laut Digital Foundry wäre ein Wechsel von HDD zu SSD unausweichlich für eine vollwertige Next-Gen-Konsole. Aber auch dieser Schritt sei mit den durchschnittlichen Konsolenpreisen nicht unter einen Hut zu bringen. Als Ausweichlösung nennen die Experten einen Hybriden aus HDD und SSD, was aber wiederum keinen vollen Generationssprung bedeuten würde.

Einen Wechsel von AMD zum Erzrivalen Nvidia hält Digital Foundry für unwahrscheinlich. Eine Abwärtskompatibilität mit der PlayStation 4 wäre dadurch extrem schwierig, auch wegen des nicht vorhandenen x86-Supports.

Wie bereits eingangs erwähnt, halten die Experten eine PS5 für 2018 für möglich –allerdings auch für unwahrscheinlich. Einerseits spielt ihrer Einschätzung nach der Kostenfaktor hier eine entscheidende Rolle, andererseits ebenso die Tatsache, dass die Sprünge in Teilbereichen einfach nicht groß genug seien.

Die Experten von Digital Foundry sagen dazu: »Es wäre eine gute Konsole, aber es ist schwer vorstellbar, dass sie neue Maßstäbe setzen würde.« Darüber hinaus investierten sowohl Entwickler, Publisher und Endkunden zu viel in die PS4, um einen Generationswechsel in Bälde notwendig zu machen.

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Patricia Geiger
Patricia Geiger

Mit der ersten PlayStation ist Patricia den Videospielen verfallen und seitdem nicht mehr davon losgekommen, wobei ihr Herz nach wie vor den Konsolen gehört. Eigentlich dreht sich alles um Rollenspiele, Ego-Shooter und Action-Adventures, ab und an wagt sie sich aber auch an Rundenstrategie oder Jump'n'Runs.