Neue VR-Brillen 2019: Oculus Quest, Vive Cosmos & PSVR 2

2019 wird ein interessantes Jahr für den VR-Brillenmarkt - allem voran wegen der Veröffentlichung des autarken Headsets Oculus Quest. Was euch sonst noch in Sachen VR-Hardware erwartet, erfahrt ihr hier.

  • von Benjamin Hillmann am 08.01.2019, 11:30 Uhr
Oculus-Quest-Header

Nicht nur im Spielebereich dürfen sich Virtual Reality-Fans dieses Jahr auf viele Neuheiten freuen – auch an der Hardware-Front geht es voran! Hier findet ihr die wichtigsten Infos rund um neue VR-Brillen wie

  • das Standalone VR-Headset Oculus Quest
  • den möglichen Nachfolger der Oculus Rift
  • die von Gerüchten umwitterte PlayStation VR 2
  • die Vive Cosmos und Vive Pro Eye von HTC
  • die aktuellen Geräte von Pico, Deus & Co.

Übergreifend lässt sich zunächst einmal sagen, dass der Trend eindeutig in Richtung Standalone VR geht. Damit sind VR-Brillen gemeint, die ohne zusätzliche Hardware wie Gaming-PC oder Konsole auskommen. Ein Beispiel ist die bereits erhältliche Oculus Go. Das heißt aber natürlich nicht, dass auf dem Markt für PC-Highend VR-Geräte Stillstand herrscht. Ganz im Gegenteil, denn auch hier gibt es spannende Entwicklungen.

Oculus Quest: Die Standalone VR-Brille für Gamer

Release: April 2019
Preis: ca. 400 Euro
Brillen-Typ: Standalone VR

Die Oculus Quest ist Facebooks neuste VR-Brille, die die Standalone-Fähigkeit der Oculus Go mit einigen Vorzügen der PC-gebundenen Oculus Rift verbindet. Wie im Fall der Oculus Go benötigt ihr zur Verwendung der Quest-Brille nämlich keine zusätzliche Hardware in Form eines Gaming-PCs oder einer Spielkonsole. Sämtliche Technik ist im Headset selbst verbaut.

Der größte Vorteil gegenüber der Go ist allerdings das neue Oculus Insight-System, das unsere Kopf, Arm- und Handbewegungen in vollen 360-Grad und 6DoF (Six Degrees of Freedom) erfasst. Das Bewegungs-Tracking der Oculus Quest steht damit in der Theorie dem Tracking der Oculus Rift (für das mindestens zwei externe Sensoren benötigt werden) in nichts nach. Obendrein kommt das Headset komplett ohne Kabel aus. Das Verheddern in den eigenen Strippen bei schnellen Bewegungen gehört also der Vergangenheit an.

Die Oculus Quest richtet sich dabei gezielt an Gamer, entsprechend befinden sich Portierungen von beliebten VR-Titeln wie Moss, Superhot VR oder Robo Recall bereits in Arbeit. In Sachen Rechenleistung und somit auch Grafikqualität werden wir aber im Vergleich mit einer PC-verbundenen Brille mit Einbußen rechnen müssen. Oculus CTO John Carmack zufolge liegt die Leistung der Quest-Hardware nämlich ungefähr auf dem Niveau von PlayStation 3 und Xbox 360.

Das Display des Headsets kann allerdings mit einer Gesamtauflösung von 3.200 x 1.440 Pixeln punkten – das ist deutlich mehr, als beispielsweise das Display der PSVR-Brille oder der Oculus Rift zu bieten hat. Abstriche im Vergleich zur Rift gibt es hingegen beim Sichtfeld (Field of View) von 90 Grad und der Bildwiederholfrequenz von nur 75Hz. Wie gut die genannten Spiele letztendlich auf der autarken VR-Brille aussehen und laufen, wird sich spätestens beim Release im April 2o19 zeigen.

Oculus Rift S: Die Zukunft der PC-gebundenen VR-Brille?

Release: unbekannt
Preis: unbekannt
Brillen-Typ: PC-VR

Seit Monaten ranken sich Gerüchte um einen möglichen Nachfolger der PC-Brille Oculus Rift, die 2016 maßgeblich die aktuelle Virtual Reality-Ära einläutete. Im November 2018 überraschte dann allerdings Oculus-Mitgründer Brendan Iribe mit seinem plötzlichen Abgang beim Mutterkonzern Facebook. Schnell machten sich in diesem Zusammenhang Meldungen breit, das Management des Social Media-Konzern habe sich mit Iribe wegen der Zukunft der Rift überworfen und die Arbeit an einer möglichen Oculus Rift 2 eingestellt.

Tatsächlich scheinen aktuell sämtliche Ressourcen bei Facebook in den Start der Standalone-Brille Oculus Quest zu fließen. Ihr Erfolg oder Misserfolg wird wahrscheinlich auch über die Zukunft einer neuen Rift-Brille für Highend-PCs entscheiden. Mit Iribes Abgang machten sich allerdings auch Gerüchte um eine neue Version der Brille namens Oculus Rift S breit. Dabei könnte es sich um eine technisch aufgebohrte Version des Originals (ähnlich der Vive Pro im Verhältnis zur ursprünglichen HTC Vive) oder eine Premium-Version der Quest-Brille mit zusätzlicher Streaming-Option für PC-Spiele handeln.

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Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass wir vor dem Launch der Oculus Quest sowieso keine Infos zu einem möglichen Rift-Nachfolger präsentiert bekommen. Wir rechnen in dieser Hinsicht (wenn überhaupt) frühstens mit einer Ankündigung im Herbst 2019.

Das bedeutet aber natürlich nicht, dass Facebook und Oculus den Support für die aktuelle Rift einstellen. Ganz im Gegenteil, denn Oculus Rift-Besitzer können sich dieses Jahr auf vielversprechende Exklusivtitel wie Lone Echo II oder Stormland freuen, zu denen aktuell auch noch keine Quest-Umsetzungen angekündigt sind.

Vive Cosmos & Pro Eye: HTC präsentiert neue VR-Headsets

Release: unbekannt
Preis: unbekannt
Brillen-Typ: PC-VR/Smartphone VR

HTC hat zu Beginn der diesjährigen Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas eine neue VR-Brille namens Vive Cosmos enthüllt. Nach aktuellen Informationen handelt sich dabei um ein VR-Headset mit 6DoF-Inside-Out-Tracking, das ähnlich wie die Oculus Quest ohne externe Bewegungssensoren auskommt. Im Gegensatz zur Quest handelt es sich allerdings nicht um ein reines Standalone-Gerät, es wird (wie die normale Vive) per Kabel mit einem PC verbunden. Allerdings soll auch der mobile Betrieb mit Hilfe eines Smartphones möglich sein.

Im Rahmen des CES-Events kündigte HTC zudem eine neue Version des Luxus-Headsets Vive Pro an, die über Eye-Tracking verfügt. Die “Vive Pro Eye” getaufte Brille erfasst die Bewegung unserer Augen und ermöglicht so Foveated Rendering, welches die Auflösung jenes Bildbereiches erhöht, den wir gerade betrachten. Die virtuelle Realität wird so dank optimierter Ressourcenverteilung noch ein ganzes Stück schärfer. Die High-End-Brille richtet sich dabei hauptsächlich an Business-Kunden und dürfte mit einem entsprechend hohen Preis zu Buche schlagen.

Einen konkreten Erscheinungstermin hat HTC weder für die Vive Cosmos noch die neue Pro-Brille genannt. Bezüglich der Cosmos rechnen wir allerdings mit einem Launch noch dieses Jahr, um den Anschluss zu Konkurrent Oculus nicht zu verpassen. Im Rahmen der CES kündigte HTC zudem ein eigenes VR-Betriebssystem mit dem Namen Vive Reality System an, dass die Vive-Brillen anscheinend unabhängiger von Valves SteamVR machen soll.

PSVR 2: Kommt Sonys neues Headset mit der PlayStation 5?

Release: unbekannt
Preis: unbekannt
Brillen-Typ: Konsolen-VR

Zwar steht eine offizielle Ankündigung des Nachfolgers von Sonys erfolgreichem PlayStation VR-Brille weiterhin aus, verschiedene Repräsentanten des Unternehmens haben in Interviews aber immer wieder betont, dass man an der Optimierung der eigenen VR-Technologie arbeite. Im November 2018 machten schließlich Gerüchte die Runde, Sony würde das PSVR 2-Headset im Bundle mit der ebenfalls noch nicht bestätigten PlayStation 5 verkaufen, die angeblich im Frühjahr oder Herbst 2020 auf den Markt kommen werde – ein durchaus realistischer Zeitraum für die Veröffentlichung.

Das würde wiederum bedeuten, dass wir eventuell noch dieses Jahr im Rahmen eines Presse-Events oder einer ähnlichen Veranstaltung einen Blick auf Sonys Konsolen- und damit auch VR-Zukunft werfen könnten. Auf der E3 wird sich der Hersteller nach eigenen Angaben dieses Jahr allerdings nicht blicken lassen. Fakt ist aber, dass Display-Hersteller Japan Display (der zum Teil Sony gehört) bereits im Mai 2018 einen VR-LCD-Display mit einer 2,5 mal höheren Pixeldichte vorstellte, als es in der aktuellen Sony-Brille Anwendung findet.

Eingereichte Patente weisen zudem auf überarbeitete Bewegungscontroller und Maßnahmen gegen Motion Sickness hin. Im Rahmen der Gerüchte um den Release der PlayStation 5 ist zudem in Sachen PSVR 2 vom Wegfall der Hardware-Box und einer im Headset verbauten Kamera die Rede. Konkretes wird die Zukunft zeigen.

Weitere neue VR-Headsets: Pico G2 4K & Odin VR

Doch auch abseits der drei “großen” VR-Hersteller – HTC, Oculus und Sony – gibt es Hardware-Neuigkeiten. So hat das chinesische Unternehmen Pico im Rahmen der CES Las Vegas eine 4K-Version seiner autarken VR-Brille Goblin 2 angekündigt. Das auf dem Snapdragon 835-Chipsatz basierende Headset richtet sich allerdings hauptsächlich an Business-Kunden. Es verfügt über 4GB RAM, 32GB Speicher und erfasst Kopfbewegungen – wie auch die Oculus Go – nur in drei Freiheitsgraden (3DoF). In den USA soll die Pico G2 4K in der ersten Hälfte des Jahres erscheinen.

Ebenfalls für dieses Jahr – genauer gesagt für den Sommer – ist die VR-Brille Odin des russischen Unternehmens Deus angekündigt. Das 4K-Headset verfügt über Fresnel-Linsen mit einem Sichtfeld von 110 Grad und einer Bildfrequenz von 90 Hertz. Das hauseigene Horus-Trackingsystem soll zudem eine riesige Spielfläche von bis zu 200 Quadratmetern abdecken – Das SteamVR-kompatible Headset richtet sich deshalb wohl vor allem an professionelle Kunden wie beispielsweise VR-Arcades. Der Preis einer Vorabversion für Entwickler liegt bei rund 1100 Euro.

Neues VR-Zubehör: 3dRudder für PSVR & Valve Knuckles

Neben neuen VR-Brillen gibt es natürlich auch News aus dem Bereich für VR-Zubehör. Ebenfalls auf der CES hat Hardware-Hersteller 3dRudder eine PlayStation VR-Version seiner gleichnamigen Bewegungsplattform vorgestellt. Mit der VR-Treadmill-Alternative können wir uns frei in VR-Spielen in sämtliche Richtungen bewegen – das Wippen mit den eigenen Füßen auf dem Board macht es möglich. Unterstützt werden zum Release im April rund 20 Titel, darunter die PSVR-Versionen von Sairento VR, Red Matter und The Wizards. Aktueller Kostenpunkt: Rund 120 Euro.

Ebenfalls rechnen wir 2019 mit dem Release der Valve Knuckles. Die für HTCs Vive und Vive Pro ausgelegten Bewegungscontroller erlauben das präzise Erfassen von Fingerbewegungen, was Interaktionen in VR noch immersiver machen kann. Die Controller befinden sich bereits seit einer gefühlten Ewigkeit in Entwicklung – im Herbst 2018 erschien der mittlerweile dritte Prototyp. Entsprechend hoffen wir auf eine ersten Version für Endnutzer in diesem Jahr.

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Benjamin Hillmann
Benjamin Hillmann

Zuhause zwischen Star Wars, Hellboy-Comics & Klängen von Nick Cave. Geht gerne mit Nathan Drake auf Schatzsuche. Gefühlt geistig verkoppelt mit David Lynch & Hideo Kojima.

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