Neue Shooter-Dimension: Doom in der Vorschau

Zwölf Jahre ist die Veröffentlichung der letzten Doom-Episode schon her, im Mai wird nun endlich Teil 4 der wegweisenden Ego-Shooter-Reihe die Hölle auf PC, PS4 und Xbox One entfesseln. Die texanischen Entwickler id Soft halten sich mit Material und Infos zu ihrem jüngsten Werk weitgehend zurück, ließen interessierte Fans aber schon in einem geschlossenen Alpha-Test vom Multiplayer-Modus kosten. Zudem werden Spieler, die im Jahr 2014 Wolfenstein: The New Order vorbestellt hatten, vor der Veröffentlichung noch eine Beta-Version von Doom ausprobieren dürfen.

  • von Stephan Freundorfer am 11.03.2016, 9:37 Uhr
<p><span style=Wer sich im Multiplayer-Kampf den seltenen Demon Token schnappt, verwandelt sich in einen mächtigen Dämon.

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Trotz der restriktiven Öffentlichkeitsarbeit von Entwickler und Publisher lässt sich aber schon ein interessantes Bild vom neuen Doom zeichnen. Die wichtigsten Details haben wir hier zusammengetragen.

Alte Shooter-Schule

Doom bleibt seinen Wurzeln treu und setzt sich willentlich von modernen Story- und Schlauch-Shootern wie Call of Duty ab. Die SciFi-Geschichte rund um einen stummen Marine, der auf dem Mars Dämonenhorden mit roher Waffengewalt in die Hölle zurückbefördert, ist vernachlässigbar – Doom konzentriert sich auf brachiale Highspeed-Action ohne Selbstheilung und Technik-Gadgets.

Die Waffen sind klassisch und werden, nachdem sie gefunden wurden, allesamt vom Spieler mitgeführt: Statt sich für zwei Knarren entscheiden zu müssen, bestimmt allein der Munitionsvorrat darüber, ob Schrotflinte, Maschinengewehr, Raketenwerfer oder Plasmawumme gezückt werden können. Und natürlich darf auch der Doom-Klassiker – die Kettensäge – nicht fehlen. Neu allerdings: Die Waffen können durch Auffinden von Modifikationen mit zusätzlichen Feuermodi ausgestattet werden.

Brutal wie Hölle

Schon das erste Doom, das 1993 das Ego-Shooter-Genre populär machte, setzte auf grafisch explizite Gewaltdarstellung, was das Spiel und seinen im Folgejahr erschienenen Nachfolger in Deutschland auf den Index brachte und auch in den USA (neben der Teufel-Thematik) für Kritik sorgte.

Auch der Doom-Reboot spart nicht mit Blut – im Gegenteil: Mit bizarr-brutalen Exekutionen der dämonischen Gegner, herausgerissenen Herzen und platzenden Köpfen setzt das Spiel in übertriebenem Maße auf Gewalt. Wohl wegen der nicht-menschlichen Gegner und der krassen Überzeichnung hat die USK das Spiel aber mit „Ab 18“ bewertet und damit eine mögliche Indizierung verhindert.

Multiplayer großgeschrieben

Neben einer atmosphärischen Solo-Kampagne wird das neue Doom auch ein hohes Augenmerk auf kurzweilige Multiplayer-Matches legen. Bis zu zwölf Spieler hetzen über verwinkelte Karten und zerlegen sich in ihre blutigen Einzelteile.

Im Gegensatz zur Story schleppt jeder Spieler in den rasanten Arena-Kämpfen nur zwei Waffen mit sich herum, dafür kann er aber hie und da einen sogenannten ‚Demon Token‘ aufsammeln: Nachdem er sich das rotglühende Pentagramm geschnappt hat, verwandelt sich der Spieler in einen mächtigen Dämon – beispielsweise einen Revenant, der schweben kann und seine Gegner mit doppelten Raketenattacken beharkt.

Dank der sich in die Höhe ausdehnenden Schauplätzen, Kletterfähigkeiten und Jetpack-getriebenem Doppelsprung wird der Kampf generell dreidimensionaler – wer sich nur auf die Ebene konzentriert, überlebt nur kurz. Und wer alle mitgelieferten Karten schon auswendig kennt, bastelt sich einfach seinen eigenen: Über das komfortable Snapmap-Tool lassen sich mit ein paar Handgriffen individuelle Arenen erstellen.

 

Stephan Freundorfer
Stephan Freundorfer