Mittelerde: Schatten des Krieges – Mit Privatarmee gegen Sauron

Der neueste Ableger von Der Herr der Ringe ist vor kurzem erschienen und schickt euch abermals an die Pforten von Mordor, wo ihr mit eigener Ork-Armee Sauron vom Thron stürzen wollt.

  • von Jonas Gössling am 23.10.2017, 23:20 Uhr

Nachdem Talion in Mordors Schatten bereits zahlreiche Orks erledigt und die Schwarze Hand Saurons persönlich ausgeschaltet hat, ist noch lange nicht Schluss. Denn der Waldläufer begnügt sich im Nachfolger Mittelerde: Schatten des Krieges nicht mehr mit Nebendarstellern.

Dieses Mal geht es dem Dunklen Lord selbst an den Kragen. Wir haben das Open-World-Action-Adventure gespielt und verraten, was euch im neuen Der-Herr-der-Ringe-Spiel erwartet.

Schatten des Krieges: Nicht ganz nach Roman-Vorlage

Wie die knappe Einleitung bereits vermuten lässt, nimmt es Schatten des Krieges nicht so genau mit der literarischen Vorlage. Held Talion ist mehr Superheld, als mystischer Krieger und selbst alteingesessene Figuren sind nicht mehr dieselben:

Da verwandelt sich die mächtige Riesenspinne Kankra schon Mal in eine ansehnliche Frau und die erste große Schlacht zu Beginn des Spiels hat im Buch-Kanon eigentlich tausende Jahre früher stattgefunden.

Das alles ist aber nicht als Negativpunkt anzusehen: Bereits in den ersten paar Stunden wird klar, dass Mittelerde: Schatten des Krieges extrem von der Optik und Welt der Vorlage profitiert. Zwar pfeift das Spiel hier und da auf Details, spinnt dabei aber seine eigene und toll inszenierte Atmosphäre.

Gleiches gilt für die Hauptfiguren. Talion und sein Geist-Sidekick Celebrimbor harmonieren hervorragend und fügen sich absolut stimmig in die Welt von Der Herr der Ringe ein. Logisch, denn Celebrimbor stammt sogar noch aus der Feder von J.R.R. Tolkien persönlich.

Der ewige Kampf gegen Sauron

Waldläufer Talion kennt ihr bereits aus dem Vorgänger, ebenso seinen Geist-Begleiter, den Elbenschmied Celebrimbor. Der war es einst auch, der für Sauron den Ring der Macht erschuf, dann aber vom dunklen Herrscher aus dem Weg geräumt wurde.

Celebrimbor sinnt daher auf Rache und schmiedet gemeinsam mit Talion einen neuen dieser Machtringe. Mit diesem brechen beide nach Mordor auf, um Sauron vom Thron zu stoßen und so selbst zum Herrscher aufzusteigen – aber natürlich zu einem guten.

In Mordor steht das Ziel daher fest: Talion und Celebrimbor wollen eine eigene Orkarmee aufbauen, mit der sie das düstere Fleckchen Land nach und nach erobern, bis Sauron für einen Angriff geschwächt genug ist. Auf dem Weg dorthin bekommt ihr es aber nicht nur mit Unmengen an feindlichen Orks und Co. zu tun, sondern trefft auch auf bekannte Widersacher wie den Hexenkönig, dessen Ringgeister oder einen Balrog.

Genau dieser Beweggrund der beiden Charaktere ist es aber schließlich auch, der die bekannten Spielmechaniken aus dem Vorgänger mit Leben füllt.

Endlich Nemesis mit Sinn

Mittelerde: Mordors Schatten orientiert sich für sein Gameplay vor allem an Assassin’s Creed und den Batman-Spielen. Das ist auch nichts Schlimmes, immerhin haben sich die Klettereien der Meuchelmörder und das Kampfsystem des dunklen Rächers bewährt und auch im Kampf um Morder machen die Kloppereien gegen Unmengen Gegner und die Erkundung der offenen Spielwelt eine Menge Spaß.

Eine Spielmechanik des Vorgängers war das sogenannte Nemesis-System. Mit diesem konntet ihr Orks euren Willen aufzwingen und Erzfeindschaften schmieden. Das Nemesis-System brachte einiges an Würze in Mittelerde: Mordors Schatten, allerdings reizte der Titel das innovative System noch nicht bis zum äußersten aus.

Schatten des Krieges behält das Nemesis-System bei, aber es bindet es nochmal gekonnter ins Spiel ein. Denn nicht nur begegnet ihr abwechslungsreichen Orks, etwa einem Barden, sondern macht es jetzt auch noch mehr Sinn, sie zu versklaven.

Mit den rekrutierten Gegnern baut ihr nämlich eine eigene Armee auf, mit der ihr dann ganze Städte belagern und übernehmen dürft. Oder aber ihr wählt einen der Ork-Hauptmänner als Leibwächter aus und habt so auf Knopfdruck immer einen schlagkräftigen Helfer an eurer Seite.

Schlachtfeld Mittelerde

Die Schlachten spielen sich dabei angenehm vielseitig und abwechslungsreich. Ihr könnt Spione in den feindlichen Reihen einschmuggeln, ihr könnt vor einem Gefecht alleine das Gebiet auskundschaften, dabei Schwachstellen in einer Mauer entdecken und das Gemäuer dort einreißen.

Oder ihr reitet auf einem Drachen ins Gefecht und verbrennt alles zu Ork-Haxen, was nicht bei drei auf dem Schicksalsberg ist. Eure aufgebaute Armee könnt ihr vor solchen Schlachten ebenfalls nach euren Wünschen ausstatten. Je nachdem welche Ork-Hauptmänner ihr dann an die Front schickt und welche Fähigkeiten ihr ihnen zuweist, sind sie mal besser für den Fernkampf, für eine Belagerung oder die Scharmützel innerhalb der Festung vorbereitet.

Wie im Multiplayer-Hit Battlefield nehmt ihr während einer Schlacht Punkte ein und haltet sie. Gleichzeitig müsst ihr Orks und Hauptmänner abwehren, die den vollen Gebrauch des von den Batman-Spielen entliehene Kampfsystem fordern.

Ihr springt, pariert, attackiert und habt einfach nur Spaß. Die Belagerungen lösen endlich das Versprechen des ersten Teils ein und füllen das Nemesis-System mit mehr Sinn. Gleichzeitig erfüllen sie euch mit einem fantastischen Machtgefühl und sind immer wieder das Highlight im Spielverlauf.

Eine schließlich eroberte Festung dürft ihr im Nachgang dann ebenfalls ausbauen, denn Suarons Armeen greifen durchaus auch eure Basen an.

Schatten des Krieges: Looten und Leveln

Damit ihr nicht nur kämpft und umhersprintet, dürft ihr Held Talion und eure stetig wachsende Armee immer weiter ausbauen. Für letztere schaltet ihr etwa neue Einheiten und Belagerungstiere frei.

Talion bekommt hingegen durch Levelaufstiege neue Fertigkeiten. So kann er schneller schleichen, leiser Laufen, oder einen sofortigen Kill im Gefecht einsetzen. Insgesamt 34 Skills gibt es, die sich noch dazu jeweils mit ein bis zwei Verbesserungen ausstatten lassen, sodass ihr jede Menge Raum habt, Talion nach euren Wünschen zu verbessern..

Weiter am Waldläufer feilen könnt ihr, indem ihr in ganz Mittelerde Ausrüstung sucht. Die wirkt sich nicht nur optisch auf Talion aus, sondern verleiht ihm auch besser Verteidigungs- und Angriffswerte. Weil es ebenfalls legendäre Sets zu finden gibt, motiviert das System von Beginn an.

Aber nicht nur die Verbesserung eures Helden gibt es abseits der Belagerungen und Story-Missionen zu tun. In der virtuellen Tolkien-Welt warten auch Unmengen an Nebeneinsätze, die durchaus interessant sind (etwa die Jagd auf einen Balrog) und Erinnerungen Celebrimbors. Dazu kommen Artefakte, die ihr finden könnt, ebenso wie Runen oder Erinnerungen.

Vor allem die Erinnerungen Celebrimbors haben uns angenehm überrascht. Dabei handelt es sich im Grunde um kleine Herausforderungen, die ihr in der Rolle des Elebenschmieds bestehen müsst. Je besser ihr euch dabei anstellt, desto besser fällt natürlich die Belohnug aus. Zudem könnt ihr die Challenges als aufgebohrtes Tutorial ansehen, denn jede befasst sich mit einer bestimmten Spielmechanik – eine tolle Idee.

Mittelerde: Schatten des Krieges ist seit dem 10. Oktober 2017 für den PC, die PlayStation 4 und die Xbox One im Handel erhältlich.

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Jonas Gössling
Jonas Gössling

Jonas liebt Computerspiele, Videospiele - er hat einfach generell viel lieb. Vor allem die Wandlung und die Hintergründe des Mediums fasziniert ihn mit zunehmenden Alter immer mehr und sorgt bei ihm für einiges an Trivia-Wissen.