Metro: Exodus – Vertraut und doch vollkommen fremd

Nach Metro 2033 und Metro: Last Light habt ihr die U-Bahn vom atomverseuchten Moskau erkundet. Teil drei macht nun einiges anders, schickt euch an die frische Luft und erinnert beim Anspielen eher an Crysis.

  • von Jonas Gössling am 29.08.2018, 14:21 Uhr
Erste Screenshots zu Metro Exodus.

Eigentlich ist die Metro-Serie, basierend auf der gleichnamigen Buch-Reihe, für lineare, enge Levels bekannt. Immerhin spielten Metro 2033 und der Nachfolger Last Light beide größtenteils tief in der Erde Moskaus – weil die Oberfläche vom Atomkrieg verseucht ist.

Metro: Exodus ändert das radikal. Ihr stromert durch Waldgebiete, an Flüssen entlang und das alles auch noch ohne Atemschutz. Wie kann das sein und warum erinnert der Shooter stark ans erste Crysis? Wir haben das Spiel 45 Minuten angespielt und ein paar Antworten dabei.

Keine Open World

Die wichtigsten Eckdaten zuerst. Metro: Exodus erzählt die Geschichte der Reihe weiter, ihr schlüpft also einmal mehr in die Haut von Artyom. Zwei Jahre nach dem Ende von Last Light hat der das verseuchte Moskau zusammen mit Frau Anna verlassen und macht sich an der Wolga auf zum Berg Jamantau im Ural.

Das erklärt auch, wieso er in der Wildnis keinen Atemschutz mehr benötigt – was nicht bedeutet, dass es nicht doch noch Areale für die Gasmaske gibt. Fernab der Großstadt können Menschen eben doch noch die Luft ungefiltert genießen. Am Berg soll es zudem einen unterirdischen Komplex geben, der als Ziel der Reise dient.

Diese Reise findet dem Setting entsprechend vor allem auf der Oberfläche des Planeten statt, was sich spürbar in der Levelstruktur bemerkbar macht. Ihr seid nicht mehr in engen Gängen, sondern weiten Gebieten unterwegs. Das geht sogar so weit, dass ihr ganze Gefechte einfach umgehen könnt – sofern ihr nicht zufällig etwas benötigt, wo die Gegner grade draufstehen.

Generell sind die Level so weitläufig, dass man wirklich den Eindruck bekommen kann, man wäre in einer Open World unterwegs. Doch das stimmt nicht. Vielmehr erinnert die Struktur an die von Crysis. Will heißen: In der Demo landet ihr etwa am Ufer der Wolga.

Von hier aus sollt ihr zu einem Punkt auf der Karte. Der Weg dahin ist aber völlig offen und vor allem sehr weitläufig. Dennoch bleiben die Gebiete Level – ihr kehrt also nicht wieder zurück, sondern absolviert eure Reise nach und nach.

Hartes Überleben

Denn nachdem wir die ersten Häuser in der Demo noch gefahrlos erkunden und darüber nachdenken konnten, was den Menschen hier wohl passiert ist, treffen wir auf die ersten Feinde. Die menschlichen Gegner stellen sich dabei zunächst etwas unbeholfen an: Mal erspähen sie uns sehr schnell, dann merken sie nicht einmal, dass wir quasi neben ihn stehen.

Sobald das Gefecht ausbricht, erweisen sie sich aber als echte Meisterschützen. Artyom hält zudem nur wenig aus und lädt seine Armbrust nur sehr langsam nach. Was folgt ist so traurig wie logisch: Game Over.

Auch beim zweiten Anlauf bleibt der Kampf schwer und macht deutlich, dass ihr es mit sehr knackigen Gefechten zu tun bekommen werdet. Die Feinde versuchen euch einzukesseln und schießen durchgehend äußerst präzise.

Es muss aber auch nicht laut sein: Alternativ schleichen wir uns an die Feinde heran und meucheln sie lautlos, der offenen Struktur sei Dank. Unsere Munition dankt es euch ebenfalls, denn wie aus den Vorgängern gewohnt, sind Patronen rar. Dafür sind sie nicht mehr gleichzeitig Zahlungsmittel und ihr werdet sie zudem craften können – schade.

Immerhin soll das Bauen mit die wichtigste Komponente werden. Teile von gegnerischen Waffen werdet ihr etwa direkt abmontieren und auf eure Gewehre draufschrauben können. Oder ihr befestigt ein Kompass direkt an eure Uhr, um so nicht immer auf die Karte schauen zu müssen. Außerdem braucht ihr ja auch noch Arznei …

Verseuchte Biester

Neben den Menschen gibt es wie von der Reihe gewohnt noch eine weitere Art von Gegnern: verseuchte Tiere. In unserem Falle sind wir in einer geskripteten Szene auf einen Bährenmutanten gestoßen. Das war aber Glück im Unglück, da wir sonst von menschlichen Monstern getötet worden wären.

Auch Wölfe wollten uns an den Hals – auch wenn das eher die Ausnahme bleibt. Die Fauna muss nämlich nicht zwangsweise Artyoms Tod wollen. Lasst ihr die Kläffer in Frieden und latscht nicht wie wir über deren Territorium, dann ignorieren sie euch ebenfalls.

Jonas Gössling

Einschätzung

Metro: Exodus klingt heruntergebrochen immer noch stark nach den Vorgängern. Dennoch sollte man nicht unterschätzen, wie stark sich die offene Levelstruktur aufs Gameplay auswirkt. Ihr müsst nicht länger jeden Kampf annehmen. Ihr könnt wirklich die gesamte Breite der Levels zu eurem Vorteil nutzen.
Das fühlte sich schon in der Demo unglaublich gut, aber auch knüppelhart an. Die Welt ist wirklich erbarmungslos und schenkt euch nichts. Genau das macht aber hier den Reiz aus. Wenn die Story hier mithalten kann, erwartet euch hier ein echter Leckerbissen, der aber nicht jedem schmecken wird.

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Jonas Gössling
Jonas Gössling

Jonas liebt Computerspiele, Videospiele - er hat einfach generell viel lieb. Vor allem die Wandlung und die Hintergründe des Mediums fasziniert ihn mit zunehmenden Alter immer mehr und sorgt bei ihm für einiges an Trivia-Wissen.

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