Mehr Realismus: Alexander ‘Bono’ Rauch über FIFA 17

Einer, der den Start von FIFA 17 kaum erwarten kann, ist FIFA-Coach Alexander 'Bono' Rauch. Wir haben mit dem Trainer von SK Gaming über seine Erwartungen an das neue Spiel gesprochen.

  • von eSport Studio am 08.09.2016, 14:27 Uhr

GAMEZ.de: Hallo Bono, du wartest sicher auch schon gespannt darauf, dass FIFA 17 endlich erscheint. Worauf freust du dich als FIFA-Coach und Spieler am meisten?

Bono: Ich persönlich wünsche mir von FIFA 17 ein verbessertes Gameplay, so wie effektiv jedes Jahr. Als Simulation soll FIFA ja auch stets näher an den realen Fußball heranreichen. Einige Dinge hat man nach jetzt rund einem Jahr FIFA 16 naturgemäß auch satt. Ich sage nur: Unrealistische Bewegungsabläufe. Bei so etwas wird einem schnell klar, dass FIFA 16 eben keinen ganz realistischen Fußball darstellt. Und das bricht dann auch die Immersion. Wäre schön, wenn es da weitere Fortschritte gibt.

EA hat angekündigt, dass sich vieles ändern wird – Grafik, KI, Angriffs- und Defensivspiel sowie Standardsituationen. Darauf spielt auch der Untertitel des Spiels, “Football has changed“, an. Hast du schon eine Ahnung, was das konkret bedeuten könnte?

Da ich zu den Glücklichen gehöre, die FIFA 17 schon einige Stunden ausgiebig spielen konnten, muss ich ehrlich sagen, dass ich bislang sehr überzeugt vom neuen Teil bin. Die neue Grafikengine macht sich direkt bemerkbar, insbesondere die Nahaufnahmen der Spieler und der Trainer sind überragend. Das wertet den Storymodus immens auf.

Im Spiel selbst hat sich wie angekündigt auch einiges getan: Die KI scheint den angekündigten Schritt nach vorne im Offensivspiel gemacht zu haben, Raumverhältnisse werden überwiegend sinnig interpretiert und unterstützende Laufwege, gerade der Außenspieler, fallen auf. Die Defensivarbeit kann dadurch natürlich schon mal etwas schwerer werden. Die Standardsituationen sind wirklich sehr anders als in den Vorgängern und erfordern viel Eingewöhnung. Es gibt auf jeden Fall viele neue Varianten, Standards auszuführen. Bei Freistößen und Elfmetern kann der Anlauf völlig frei variiert werden. Das ergibt gänzlich neue Möglichkeiten, viel freier kann es kaum noch sein.

Mehr Möglichkeiten bedeuten im Umkehrschluss auch mehr Dinge, die man sich merken muss. Wird das Spiel komplizierter?

Einiges wird zwangsweise schwierig für Gelegenheitsspieler. Mein Tipp: Nutzt die neuen Skill-Spiele ausgiebig! Der verbesserte Körpereinsatz im Zweikampf gefällt mir persönlich sehr gut, weil auch das wieder ein Schritt hin zum realistischen Fußballerlebnis ist. Inwieweit dort aber das korrekte Balancing schon greift, wird man abwarten müssen, letztlich darf das ja auch nicht zu stark sein. Insgesamt wird FIFA 17 wohl deutlich komplizierter zu erlernen sein als FIFA 16, sollte EA Sports beim eingeschlagenen Kurs bleiben und nicht einknicken.

Was wird sich ums Spiel herum, quasi in den Umkleidekabinen, im Vergleich zu FIFA 16 ändern?

EA Sports steigt mit FIFA 17 auch wieder groß in den eSport ein, das Spiel selbst hätte so auf jeden Fall das Zeug, dem gerecht zu werden. Eine bisher unbeantwortete Frage ist, ob Lobbys zurückkehren und inwieweit das “klassische Verteidigen”, welches seinen Weg auch wieder ins Spiel gefunden hat, online ausgebremst werden kann. Auch wie die Qualifikationen zur VBL oder dem FIWC am Ende effektiv aussehen, wird spannend, da hatte sich EA Sports mit FIFA 16 nicht zwingend mit Ruhm bekleckert. Aber man kann ja optimistisch bleiben!

Ist es realistisch, dass bald ein Spectator-Modus kommt oder müssen wir uns dafür noch deutlich länger gedulden? Welchen Stellenwert hätte der Zuschauermodus für dich?

Vorab: EA Sports weiß um die Wichtigkeit des Spectator-Modus. Sie sind sich völlig im Klaren darüber, dass dort etwas passieren muss, wenn FIFA langfristig einer der Top-eSport-Titel sein soll. Mittelfristig wird dort also auf jeden Fall etwas kommen. Wie und wann genau, wird von den Jungs in Kanada entschieden. Nicht umsonst gibt es dort ja auch schon eine eigene eSports-Kommission.

Vielen Dank für das Gespräch!

Von Jonathan Blum

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Das Ziel des mittlerweile 20-köpfigen Teams des eSport Studios ist es, den eSport zusammen mit seinen Partnern multimedial erlebbar zu machen! Die in Hamburg ansässige Redaktion berichtet in Zusammenarbeit mit starken Partnern über das alltägliche eSport-Geschehen.

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