Mass Effect Andromeda 2: Das könnte ein Nachfolger beinhalten

Bis ein neuer Teil der Mass-Effect-Reihe kommt, dauert es noch eine Weile. Wir klären dennoch, welche Inhalte für Andromeda 2 möglich und wahrscheinlich sind und was wohl eher nicht passieren wird.

  • von Patricia Geiger am 26.06.2017, 15:25 Uhr

BioWare hat momentan alle Hände voll zu tun mit dem neuen Mamutprojekt Anthem, das bei der E3 vor einigen Wochen enthüllt wurde und im Herbst 2018 auf den Markt kommen soll. Bis also ein Nachfolger für Mass Effect Andromeda auf der Bildfläche erscheint, werden auf jeden Fall ein paar Jahre vergehen. Vor allem unter Berücksichtigung der Ankündigung von BioWare, dass man momentan noch nicht an einem Nachfolger arbeite.

Wir haben dennoch die Reddit-Foren durchforstet und zusammengetragen, welche Inhalte sich die User für einen zweiten Teil der Andromeda-Saga wünschen.

Achtung: Dieser Artikel enthält Spoiler für die Hauptstory von Mass Effect Andromeda!

Ryders Familie und Crew

Wer sich komplett durch die B-Storyline mit den Familiengeheimnissen der Ryders gewühlt hat, wurde am Ende mit einer Überraschung konfrontiert: Ellen Ryder, die Mutter von Scott und Sara, ist nicht tot, sondern wurde vorher in einen Kryoschlaf versetzt und ebenfalls nach Andromeda geschickt. Alec Ryder hatte gehofft, in der neuen Heimat ein Heilmittel für seine Frau zu finden.

Ein Wiedersehen mit der Mutter bleibt in Andromeda jedoch aus. Daher ist es ziemlich wahrscheinlich, dass Ellen Ryder in einem Nachfolger aufgeweckt und geheilt wird. Schließlich werden sich die Zwillinge wohl kaum ein komplettes Spiel lang damit zufrieden geben, ihre Mutter weiterhin in der Kryokammer zu lassen.

Nachdem bereits am Ende von Andromeda ein Notsignal der Quarianischen Arche eingeht und vor einigen Wochen eine Multiplayer-Mission ebenfalls auf das Volk bezogen war, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass in einem Nachfolger ein Mitglied der Flottille zu Ryders Team stößt. Ob wir die in Not geratene Arche dabei in einem DLC zu Andromeda retten müssen oder als Teil der Story von Teil 2, ist dabei eher nebensächlich.

Wenn auf Ryders Tempest genauso reges Kommen und Gehen herrscht wie auf Shepards Normandy, sollten wir uns auch darauf einstellen, dass der eine oder andere das Schiff wieder verlässt. Kandidaten hierfür wären vor allem Suvi und Peebee.

Die Wissenschaftlerin Suvi erzählt am Ende von Andromeda begeistert von einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit den Angara, das sie von Bord locken könnte. Peebee ist von Haus aus eher flatterhaft. Auch wenn sie sich im Lauf des Spiels langsam zur Crew zugehörig fühlt, wäre es dennoch absolut passend, wenn sie bei Teil 2 nicht mehr Teil der festen Crew wäre, wir sie aber stattdessen irgendwo anders wiedertreffen können.

Ein weiterer, wenn auch schmerzhafterer und endgültigerer Abgang könnte Fans von Kroganer Drack erwarten. Immer wieder kommt die labile Gesundheit des alten Haudegens zur Sprache, der zur Hälfte von Implantaten zusammengehalten wird. Aus der Vergangenheit wissen wir, dass BioWare durchaus dazu in der Lage ist, Charaktere den Heldentod sterben zu lassen (Stichwort Mordin). Es wäre also ein möglicher Abschied für Drack, sich in einer Schlacht für seine Mitstreiter zu opfern, um ihnen beispielsweise die Flucht zu ermöglichen.

Die Kolonien der Initiative und die Exilanten

Je nachdem, wie ausführlich wir Mass Effect Andromeda gespielt haben, gibt es am Ende mehrere Kolonien der Initiative im Heleus-Cluster, die auch alle auf einem guten Weg sind. Dafür haben wir schließlich gesorgt. Daher ist es mehr als wahrscheinlich, dass diese Kolonien in einem Nachfolger zu Andromeda von Siedlungen zu kleinen Städten gewachsen sind. Richtige Metropolen dürfen wir aber wohl noch nicht erwarten. Teile dieser Städtchen könnten erforschbar sein, zusätzlich könnten wir auch abseits der Hauptsiedlungsorte kleinere, dorfähnliche Gemeinschaften antreffen.

Ein mögliches, wenn auch deutlich unschöneres Szenario ist die Zerstörung von Prodromos. Die erste Siedlung, die auch unverrückbarer Bestandteil der Hauptstory von Andromeda ist, besitzt extremen Symbolcharakter. Wer also die Initiative angreifen will, würde der Moral durch die teilweise oder komplette Zerstörung dieser Siedlung einen gewaltigen Dämpfer verpassen.

Auch die Exilanten dürften sich in einem zweiten Andromeda-Teil weiterentwickelt haben. Schließlich treffen wir schon im ersten Teil genug ehemalige Angehörige der Initiative, die sich das Leben im Exil irgendwie anders vorgestellt hatten als Kriminalität oder Söldnertum. Beispiele für zusammenarbeitende Exilanten sehen wir sowohl auf Eos als auch Kadara und Elaaden. Hier könnten sich Stadtstaaten bilden oder wachsen, wie zum Beispiel die Advent-Gemeinschaft auf Eos.

Abhängig davon, wie wir uns entschieden haben, könnte es eventuell auch ein Wiedersehen mit Reyes geben. Haben wir ihm auf Kadara auf den Chefsessel verholfen, werden wir ihn wohl ohnehin wiedersehen. Haben wir uns stattdessen für Sloane Kelly entschieden, flüchtete der Scharlatan. Da wir ihm ja ordentlich die Tour vermasselt haben, könnte er auf Rache sinnen oder uns zumindest ins Handwerk pfuschen.

Die Andromeda-Initiative

Auch die Initiative steht natürlich nicht still. Ein sehr wahrscheinliches Szenario ist hier, dass Tann die Leitung der Organisation in einem Nachfolger nicht mehr innehaben wird. Dazu ist der Salarianer zu wenig Autoritätsperson und zu viel Beamter. Bei den Ratswahlen dürfte er also deutlich schlechtere Karten haben als beispielsweise Addison oder Kesh.

Ebenfalls ziemlich wahrscheinlich: Die Identität des unbekannten Gönners (engl.: benefactor) wird enthüllt. Im Verlauf von Andromeda bekommen wir immer wieder kleinere Brotkrumen zur Identität des Mitfinanziers der Initiative hingestreut. Wer es nun aber tatsächlich ist, blieb ein Geheimnis. Auch wenn es wohl nicht Teil der Hauptstory sein wird, so würde ein Andromeda 2 dieses Rätsel wohl auf jeden Fall lüften – und auch den Tod von Gründerin Jien Garson endlich aufklären.

Eher unwahrscheinlich: Der Shadow Broker entpuppt sich als der Gönner. Zwar hat Alec Ryder sowohl mit dem Broker als auch mit dem Gönner Kontakt, die Wahrscheinlichkeit ist jedoch verschwindend gering, dass es sich dabei und die gleiche Person handelt. Dafür sprechen zwei Gründe: Der alte Shadow Broker wird von Shepard und Mitstreitern ausgeschaltet und der neue Broker ist Liara – die bekanntlich auch nach dem Start der Initiative noch im Sonnensystem weilt. Der Gönner dürfte sich hingegen in Andromeda aufhalten.

Die Angara und die Jardaan

Nachdem die Angara erfahren haben, dass sie von einer alten Alienrasse namens Jardaan erschaffen wurden, um im Heleus-Cluster überleben zu können, dürfte die Zivilisation erstmal eine Weile brauchen, um sich von diesem Schock zu erholen. Nach dem Sieg über den Archon haben auch die Angara Zugang zu Meridian und damit zur Technologie der Jardaan. Es ist also durchaus denkbar, dass die Angara lernen, die Relikte zu kontrollieren.

Ebenfalls nicht auszuschließen: Wir treffen eine weitere Alienrasse, die von den Jardaan erschaffen wurde. In den Gewölben von Khi Tasira sehen wir schließlich zahllose Entwürfe. Entsprechend ist es gut möglich, dass außerhalb des Heleus-Clusters eine andere Spezies lebt, die ihren Ursprung im Reagenzglas hatte.

Auch das endgültige Schicksal der Jardaan ist bisher noch nicht in Stein gemeißelt. Sie wurden von dem unbekannten Feind aus dem Heleus-Cluster vertrieben. Aus einem Datenmuster auf Khi Tasira geht zudem hervor, dass die Jardaan eine besondere Beziehung zu einem Ort namens Jheln hatten. Dabei könnte es sich um ihren Heimatplaneten handeln.

Da die Spezies der Milchstraße sowie auch die Angara Meridian erforschen werden, könnten sie einen Kommunikationsweg zwischen Meridian und Jheln finden und vielleicht sogar dessen Standort ermitteln. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder befinden sich dort tatsächlich noch überlebende Jardaan oder es stellt sich heraus, dass die Feinde sie bis dorthin verfolgt und komplett ausgerottet haben.

Die Kett und eine unbekannte Bedrohung

Egal, worum sich die Hauptstory von einem Andromeda-Nachfolger dreht: Die Kett werden wir auf jeden Fall wiedersehen. Das hat uns schließlich der Primus mehr oder weniger versprochen. Die kurze Szene nach den Credits, in der wir den Nachfolger des Archon noch einmal sehen, verheißt ebenfalls nichts Gutes.

Es ist sogar ziemlich wahrscheinlich, dass die Kett in voller Stärke im Heleus-Cluster aufschlagen werden, um die Rassen aus der Milchstraße zu unterwerfen und zu vereinnahmen. Beziehungsweise sie aufsteigen zu lassen, wie sie es auch schon mit zahlreichen anderen Rassen zuvor getan haben. Setzt also der Primus die entsprechende Nachricht an das Kett-Imperium ab, dessen Zentrum außerhalb von Heleus an einem Ort namens Sarhesen liegt, könnte es für die Andromeda-Initiative und die Angara ungemütlich werden.

Im Verlauf der Hauptstory von Andromeda haben wir erfahren, dass die Jardaan einen großen Konflikt mit einem bisher noch unbekannten Gegner hatten. Dabei kam es auch zur Explosion auf Khi Tasira, bei der die Geißel entstand. Dieser namenlose Feind könnte zum großen Gegenspieler in Mass Effect Andromeda 2 aufsteigen.

Und auch die Geißel selbst ist nach wie vor ein nicht zu übersehendes Problem in Heleus. Ein weiteres Problem, dem sich ein Nachfolger für Andromeda widmen müsste. Entweder durch eine Unschädlichmachung der Bedrohung oder durch neue Technologie, die Schiffe gegen die Geißel schützt.

Fazit

Es gibt jede Menge Ansatzpunkte, wie Andromeda 2 die Geschichte fortsetzen könnte. Wann und ob ein Nachfolger aber tatsächlich umgesetzt wird, ist bisher unbekannt. Nachdem Mass Effect Andromeda aufgrund technischer Probleme viel Kritik einstecken musste, wurde das Entwicklerstudio BioWare Montreal großenteils EA Motive zugeordnet, die an der Kampagne für Star Wars: Battlefront 2 mitarbeiten.

BioWare Edmonton, der Entwickler der Shepard-Trilogie, ist gerade voll mit dem für 2018 angekündigten Anthem beschäftigt, das zudem auch über zehn Jahre unterstützt werden soll. Inwiefern ein neues Mass Effect in dieser Planung Platz hat, bleibt abzuwarten. Hinzu kommt noch, dass auch die Fans von Dragon Age guten Grund zur Spekulation auf einen Teil 4 der Fantasy-Reihe haben.

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Patricia Geiger
Patricia Geiger

Mit der ersten PlayStation ist Patricia den Videospielen verfallen und seitdem nicht mehr davon losgekommen, wobei ihr Herz nach wie vor den Konsolen gehört. Eigentlich dreht sich alles um Rollenspiele, Ego-Shooter und Action-Adventures, ab und an wagt sie sich aber auch an Rundenstrategie oder Jump'n'Runs.