Man of Medan: Das ist der erste Horror-Titel der The Dark Pictures Anthology

Die Macher von Until Dawn bieten mit ihrer The Dark Pictures Anthology einen angenehmen frischen und gleichzeitig alten Wind in die Horror-Landschaft. Was das genau bedeutet, berichten wir euch von der gamescom 2018.

  • von Jonas Gössling am 28.08.2018, 17:35 Uhr
Dark Pictures Man of Medan

Früher war die Welt noch einfach… Ihr seid zum Laden marschiert, habt euch ein Spiel gekauft und damit auch alle Inhalte bekommen. Ihr habt ein Grusel-Titel erlebt und euch über alles erschreckt, weil es einfach noch alles neu war. Heutzutage ist das anders.

Dank DLCs und Season Pass ist ein Spiel alleine nicht unbedingt komplett. Zumal es noch Episoden-Titel gibt, die über Monate hinweg erscheinen. Auch beim Horror sieht es anders aus. Die Titel werden immer krasser in ihrer Darstellung, immer unheimlicher – aber manche werden sich trotzdem nach alten Tagen sehnen.

Until Dawn-Entwickler Supermassive Games hat für dieses Dilemma die perfekte Lösung, die sogenannte The Dark Pictures Anthology. Was genau das ist und wie nun das Horror-Abenteuer Man of Medan hineinpasst, verraten wir euch in unserer Vorschau.

The Dark Pictures Anthology

Die The Dark Pictures Anthology ist, wie der Name es bereits vermuten lässt, nur ein Sammelbegriff für mehr. Unter dem Namen sind bislang drei Episoden geplant, die wie bei Telltale Games-Spielen nach und nach erscheinen werden.

Es handelt sich aber immer um eigenständige und abgeschlossene Kapitel. Nur das Universum ist dasselbe, die Abenteuer aber immer isoliert – im Grunde also wie bei der Serie The Twilight Zone. Jede dieser Folgen soll rund vier bis fünf Stunden dauern und auf ganz klassischen Horror samt Klischees setzen. Will heißen: Ein verlassenes Schiff ist natürlich gruselig und verflucht.

Stichwort Schiff: Das erste Kapitel trägt den Namen Man of Medan und soll 2019 für PC, PlayStation 4 und Xbox One erscheinen. Aber was erwartet euch da genau?

Man of Medan

In der ersten Folge der Anthology geht es um eine Truppe Freunde, die auf einem Boot mitten im Meer eine Party feiern wollen. Wie aus dem Nichts erscheint in der Nacht ein mysteriöses Schiff aus dem Zweiten Weltkrieg, welches ihr mit den Figuren erkunden werdet. Übrigens: Die Geschichte basiert dabei auf einer echten urbanen Legende, die sich um das Schiff Ourang Medan, dessen Besatzung 1947 auf offener See starb. Was genau passiert ist, wurde bis heute nicht geklärt.

In einer Demo haben wir bereits einen kleinen Abschnitt an Bord des Geisterschiffes gespielt. Wir steuern die junge Frau Fliss, die zusammen mit Kumpel Brad und dem bewaffneten Unbekannten Danny die Gegend unter Deck erkundet. Warum, wies, weshalb wissen wir auch noch nicht – das war aber wohl der Version geschuldet.

Spielerisch erwartet Fans von Until Dawn nichts Neues. Wie gehabt steuert ihr euren Charakter aus der Third-Person-Perspektive und absolviert einige Quicktime-Events. Nur eben, dass es dieses Mal nicht durch eine Hütte und umliegenden Wald, sondern ein enges und massives Schiff geht.

Klassischer Horror, klassische Gegner

Ihr erkundet das Deck, findet Gegenstände, die ihr auch untersuchen könnt, und steht dann plötzlich vor einer Leiche. Durch die engen Räume versprüht alleine das eine intensive Atmosphäre – immerhin gibt es hier wirklich keine Möglichkeit wegzurennen.

Ein Blick auf ein Bild triggert zudem eine Vorahnung. Until Dawn-Fans erinnern sich an die Totems: Mit denen könnt ihr, genau wie in Man of Medan mit dem Bild, einen kleinen Blick in die Zukunft wagen und so einem möglichen Tod entgehen.

Und tatsächlich müssen wir uns am Ende der Demo entscheiden, ob wir Brad zur Hilfe eilen oder nicht. Denn wie anfangs erwähnt ist das Schiff selbstredend nicht leer, sondern von Untoten bevölkert.

Jede große und kleine Entscheidung soll großen Einfluss auf die Geschichte haben. So können zum Beispiel alle Figuren am Ende tot, oder lebendig sein. Das hängt in erster Linie von eurem Handeln ab.

Jonas Gössling

Einschätzung

Warum muss es immer kompliziert und ausgefallen sein? Das Konzept eines klassischen Horror-Klischees kann immer noch zünden, wenn es denn richtig umgesetzt wird. Supermassive Games sind da auf einem richtigen Weg. In Man of Medan entsteht der Grusel auch durch (sehr wenige) Jumpscares. Aber vor allem setzt der Titel auf Atmosphäre, eine dichte Soundkulisse und die Angst vor dem Ungewissen.
Spielerisch erwartet euch hingegen nichts Neues. Wer Until Dawn kennt weiß, was hier auf ihn zukommt. Aber die The Dark Pictures Anthology an sich bleibt auch nach dem Spiel noch interessant und hat das Zeug dazu, die kurzweiligste und erste Horror-Sammlung überhaupt zu werden. Und mit einer echten urbanen Legende als Grundlage gibt es noch eine Extraportion Grusel obendrauf.

Jonas Gössling
Jonas Gössling

Jonas liebt Computerspiele, Videospiele - er hat einfach generell viel lieb. Vor allem die Wandlung und die Hintergründe des Mediums fasziniert ihn mit zunehmenden Alter immer mehr und sorgt bei ihm für einiges an Trivia-Wissen.