Lenkräder für PC, PS4 und Xbox One: Alles was ihr vor dem Kauf wissen müsst

In diesem Herbst kommen Rennspielfans mit Project Cars 2, Forza Motorsport 7, Gran Turismo Sport oder Need for Speed Payback voll auf ihre Kosten. Enthusiasten setzen dabei aber nicht auf ein Gamepad oder die Tastatur zum Steuern der virtuellen Flitzer, sondern auf ein Lenkrad als Controller. Wir erklären euch, für wen sich die Anschaffung lohnt.

  • von Sebastian Weber am 28.08.2017, 15:55 Uhr

Welche Vorteile bringt ein Lenkrad?

Rennspiele, und gerade die realistischeren, verlangen präzise Eingaben, damit ihr das Gas und die Bremse richtig dosiert und auch die Lenkung exakt den Kurven auf der Strecke anpasst. Hier haben PC-Spieler, die nur auf die Tastatur setzen, einen deutlichen Nachteil. Die Eingaben der Tastatur sind nicht dosierbar. Das heißt, wenn ihr Gas gebt oder bremst, dann ist es immer Vollgas oder Vollbremsung. Das gleiche gilt für die Lenkung.

Damit kann sich ein geübter Spieler arrangieren, doch ein Lenkrad erlaubt hier deutlich genauere Eingaben.

Wenn ihr ein Gamepad nutzt, ob nun auf der Xbox One, der PlayStation 4 oder auch auf dem PC, dann könnt ihr die Flitzer im Spiel auf jeden Fall schon etwas dosierter steuern. Die Sticks und Trigger lassen sich präzise betätigen, sodass ihr zum Beispiel nicht immer das Gaspedal durchtretet.

Das Lenkrad schließlich ist hier die genaueste Variante, um ein Rennspiel zu steuern. Zudem ist die Eingabe dabei auch im intuitivsten, da ihr Lenkrad, Pedale und Schaltung aus eurem echten Wagen bereits kennt. Bei den Lenkrädern von Logitech, wie dem G920 und dem G29, könnt ihr hier nicht nur die Schaltwippen am Lenkrad nutzen, sondern optional noch einen richtigen Schaltknauf dazu erstehen, damit die Simulation eines echten Autos noch realistischer wird.

Entscheidender Faktor: Wie nutzt ihr das Lenkrad?

Die erste Frage, die vor der Anschaffung eines Lenkrads für die Konsole oder den PC im Raum stehen sollte ist: Wie oft spielt ihr überhaupt Rennspiele?

Diejenigen unter euch, die jedes Rennspiel direkt kaufen oder sich lange Zeit mit Titeln wie dem Ende August erschienen F1 2017 beschäftigen, die steigern mit einem Lenkrad den Spielspaß um ein Vielfaches.

Wenn ihr allerdings nur ab und an ins virtuelle Cockpit steigt, um ein paar Runden zu drehen, dann lohnt sich die Anschaffung eher weniger. Lenkräder wie das Logitech G920 für den PC und die Xbox One oder das Logitech G29 für die PlayStation 3 und PlayStation 4 sind erstklassige Hardware, sowohl aus technischer Sicht als auch in Sachen Verarbeitung, kosten aber beinahe so viel wie eine Konsole.

Daneben ist aber auch die Art der Rennspiele, mit denen ihr auf die digitale Piste geht, zu bedenken. Ein Need for Speed Payback etwa ist eher ein Arcade-Rennspiel, das also nicht allzu realistisch daherkommt. Hier macht es zwar Spaß, die Boliden mit dem Lenkrad zu steuern, doch entscheidend für den Sieg ist das nicht.

Zieht ihr dagegen aber eher realistischere Titel vor, wie eben ein F1 2017, Project Cars 2 oder Gran Turismo Sport und Forza Motorsport 7, dann bringt ein Lenkrad das letzte Quäntchen Herausforderung. Denn dann könnt ihr nicht nur deutlich präziser lenken als mit einem Gamepad und vor allem mit einer Tastatur, sondern habt auch noch eine präzise Schaltung dabei.

Was muss ein gutes Lenkrad leisten?

Wenn ihr nach Abwägung eures Spielverhaltens und der Vorteile, die ein Lenkrad für Rennspiele bringt, die Entscheidung trefft, ein solches Eingabegerät zu kaufen, dann stellt sich die Frage, wie ihr ein gutes Lenkrad erkennt.

Günstige Einsteigermodelle gibt es bereits ab etwa 100 Euro. Die taugen für gelegentliche Einsätze, doch ambitionierte Rennspieler sollte hiervon lieber die Finger lassen. Am anderen Ende der Skala gibt es dann aber auch die richtigen Profi-Geräte, etwa von Fanatec. Die könnt ihr euch auf Wunsch aus verschiedenen Einzelteilen selbst zusammenstellen, müsst dann aber auch schnell mal 1.500 Euro auf den Tisch legen.

Gute Geräte für den Rennfahreralltag liegen dann bei rund 300 bis 400 Euro, wie das Thrustmaster T500 RS oder die beiden Lenkräder Logitech G920 und Logitech G29, die sich zu dritt im Grunde als Referenzen und Kompromiss aus Qualität und Preis herauskristallisiert haben.

Ein ordentliches Lenkrad, wie zum Beispiel die beiden von Logitech, zeichnet sich zunächst mit der Verarbeitung aus. Hier sollten stabile Materialien wie echtes Metall verwendet werden, damit ihr auch in hitzigen Rennsituationen nicht aus Versehen ein Pedal zu heftig betätigt und abbrecht oder beim starken Einschlagen des Lenkrads nicht irgendwas in die Brüche geht. Hochwertige Lederverkleidung sorgt dann zudem noch für eine angenehme Haptik.

Da die Lenkräder mit sogenanntem Force Feedback arbeiten, solltet ihr zudem darauf achten, dass sich die Geräte stabil an eurem Tisch befestigen lassen. Force Feedback bedeutet, dass im Inneren der Lenkräder Motoren verbaut sind, die vom Rennspiel gesteuert werden. Diese sorgen dann dafür, dass das Lenkrad vibriert oder aber ihr das Lenkrad schwer nach links und rechts einschlagen könnt bzw. eine automatische Lenkbewegung mit Kraft ausgleichen müsst – eben genau so, wie es die Fahrsituation in Echt bedeuten würde.

Die Kräfte, die dabei wirken, können aber recht groß sein, sodass ein schlechter Befestigungsmechanismus den Spaß vermiesen kann.

Solltet ihr außerdem mit dem Gedanken spielen, dass ihr gerne auch einen Schaltknüppel nutzen möchtet, dann müsst ihr darauf achten, ob der Hersteller einen solchen im Angebot hat. Die beiden Logitech-Lenkräder können damit erweitert werden und bieten daher auch wie ein echtes Auto drei Pedale (Kupplung, Bremse, Gas). Günstigere Einsteigermodelle bieten hier oft nur zwei Pedale.

Zu Guter Letzt spielt auch der Lenkbereich noch eine wichtige Rolle dabei, wie realistisch das Fahrgefühl mit dem Lenkrad für eure Konsole oder euren PC ist. Schnäppchen-Geräte erlauben hier oftmals nur kurze Lenkbewegungen, sodass ihr nicht wie in einem echten Wagen agieren könnt. Das bedarf also ein wenig Eingewöhnung.

Die Lenkräder von Thrustmaster und auch Logitech erlauben hier jedoch realistische Drehwinkel, sodass ihr wie in einem echten Flitzer das Lenkrad mehrmals um die eigene Achse drehen könnt und somit genau so präzise steuert, wie ihr es gewohnt seid. Und genau diese perfekte Illusion eines echten Wagens ist das, was ein Lenkrad euch in einem Rennspiel vermitteln kann und soll und was dann den Spielspaß um einiges erhöht.

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Sebastian Weber
Sebastian Weber

Seit den ersten Pixelmännchen auf einem Commodore PET, liebt Sebastian Videospiele und hat heute vom PC, über Xbox One, PlayStation 4 bis hin zur Nintendo Switch alles zu Hause stehen, was virtuelle Welten auf den Bildschirm bringt. Dabei sind vor allem Rollenspiele und Action-Titel die erste Wahl.