FIFA 19: PES-Profi Krasniqi gewinnt HSV eChampions Cup

Beim Finale des HSV eChampions Cups spielten die zehn Teilnehmer zwar FIFA 19, am Ende gewann jedoch der einzige PES-Profi im Turnier.

  • von eSport Studio am 21.12.2018, 14:13 Uhr

Die acht besten Spieler der Online-Qualifikation versammelten sich am Donnerstagnachmittag im Volksparkstadion, der Heimatstätte des Hamburger SV. Der Verein hatte sie und zwei Wildcard-Spieler eingeladen, zum Finale des HSV eChampions Cup.

Zur Überraschung der Teilnehmer erwartete sie in der Loge nicht nur die Turnierleitung, sondern auch HSV-Vorstandvorsitzender Bernd Hoffmann sowie die drei eSportler des Vereins. Jannik »Testotier« Berg, Niklas »Heisen« Heisen und Quinten »Quinten« van der Most schauten den Qualifikanten über die Schulter, während sie sich anstrengten, vor den Augen der Profis zu überzeugen. Laut Heisen und Berg sahen die Profis dabei auch ein paar Spieler mit Potenzial.

Weihnachtliche Atmosphäre im Volksparkstadion

Im Gegensatz zu vielen anderen FIFA-Turnieren, herrschte beim Finale des HSV eChampions Cups eine gelöste Stimmung – was vielleicht auch am anstehenden Weihnachtsfest lag. Die Teilnehmer unterhielten sich abseits der Spiele viel, prahlten mit ihren Weekend League-Ergebnissen, tauschten Gedanken über FIFA 19 aus oder maßen sich mit den Profis vor Ort. Selbst Bernd Hoffmann griff zwischendurch zum Controller, unterhielt sich offen und zeigte damit, dass sein Besuch keine reine Formalie war.

Erste Tests in der Gruppenphase

Allerdings waren die Spieler für das Turnier da. Der HSV eChampions Cup brauchte einen Gewinner und den galt es zu bestimmen. In der Gruppenphase gab es noch keinen Teilnehmer, der eindeutig herausstach. Niklas »Nafetsflhor« Rohlf, Leon »CL23_Leon« Krasniqi, Thorben »Thorben308« Hoeck und Marvin »KarpfenLive« Schmidt-Tychsen überstanden aber immerhin die erste Phase des Turniers. Gleichzeitig war das Feld von zehn auf vier Spieler geschrumpft.

Die zwei prominentesten Namen waren zu dem Zeitpunkt noch dabei. »KarpfenLive« spielte bereits Anfang 2018 für den HSV die Virtuelle Bundesliga (VBL) und ist zudem Streamer mit rund 3.500 Followern auf Twitch. »CL23_Leon« sollte dagegen allen Fans der PES-Szene bekannt sein, denn in der konkurrierenden Fußballsimulation zählt der 18-Jährige zählt zu den zehn besten Spielern Deutschlands. Aber warum nahm Krasniqi beim HSV eChampions Cup teil? »Ich habe mich angemeldet, weil ich HSV-Fan bin und mich so langsam mehr auf FIFA orientiere«, so seine Erklärung.

Der Weg zum Erfolg

Im Halbfinale trafen »KarpfenLive« und »CL23_Leon« aufeinander. Schmidt-Tychsen blieb vor dem wichtigen Spiel zurückhaltend: »Schauen wir mal wie es so läuft. Chancen rechne ich mir auf jeden Fall aus. Ich werde mein Bestes geben und dann mal gucken, was rumkommt.« Möglichkeiten gab es in der Begegnung auf jeden Fall. Beide Teilnehmer spielten mit offenem Visier und es fielen zahlreiche Tore. Schlussendlich ging der Sieg jedoch an Krasniqi mit 8:5, der insbesondere in der Chancenerarbeitung die Nase vorn hatte.

Krasniqi trennte zu dem Zeitpunkt nur noch eine Begegnung vom Sieg und sein letzter Gegner war »Thorben308«. Er stellte den PES-Spieler vor noch größere Probleme. Nach dem Hinspiel führte »CL23_Leon« zwar noch 4:3, doch im Rückspiel konnte Hoeck 2:1 gewinnen und damit ausgleichen. Es hieß also 6:6-Unentschieden und ein Golden Goal musste her.

Chance vertan und bestraft

Es dauerte gerade mal zehn Ingame-Minuten im Extra-Spiel, da schnupperte »Thorben308« bereits am Sieg. Frei rannte er aufs gegnerische Tor zu und überwand den Torwart auch fast, doch Krasniqis Keeper bremste den Ball gerade noch so ab, bevor ein herannahender Verteidiger klären konnte.

Und wie es so häufig ist im Fußball: Wenn die eigene Chance nicht reingeht, scheppert es auf der anderen Seite. Nur drei Minuten nach der Hundertprozentigen von Hoeck schoss »CL23_Leon« den Ball in die Maschen und gewann damit den HSV eChampions Cup. »Ich bin sehr stolz, dass ich das Turnier gewonnen habe – gerade beim HSV, meinem Lieblingsverein. Das macht mich unglaublich stolz und ist gar nicht so einfach in Worte zu fassen.«

Gewinner im Interview

Nach seinem Sieg interviewten wir Krasniqi noch und stellten ihm Fragen rund um seinen Erfolg und seine besondere Stellung als PES-Spieler bei einem FIFA-Event:

Wie zufrieden warst du mit deiner Leistung im Finale?

Ich habe mein bestes FIFA gespielt, was ich je von mir gesehen habe. Ich war auch noch auf keinem Offline-Turnier in FIFA. Aber da mir offline besser liegt, habe ich gehofft, dass ich hier mit jedem mithalten kann. Das hat sich dann auch bewiesen.

Mit welcher Mentalität bis du ins Finale gegangen?

Schon gegen meinen Halbfinalgegner habe ich gemerkt, dass ich heute richtig gut drauf bin und eine große Chance habe, dass Turnier zu gewinnen. Und der Anfang im Finale lief dann auch richtig gut. Ich hatte zwar ein wenig Pech mit Pfosten und Latte, aber ich war gut eingestellt.

Wie hat sich dein Finalgegner gegen dich geschlagen?

Das war von Spiel zu Spiel unterschiedlich. Im ersten Spiel war ich überlegen und hatte das Spiel im Griff. Vielleicht war ich mir deswegen im zweiten Spiel zu sicher. Da hat er sehr stark gespielt und stand defensiv richtig gut. Von da an hatte ich meine Probleme mit ihm. Im Golden Goal hätte er es dann auch eigentlich machen müssen, alleine vor dem Torwart.

Neun FIFA- und nur ein PES-Spieler beim Turnier, aber der eine gewinnt. Ist das ein Zeichen dafür, wie gut die PES-Profis sind?

Ne, so ist es nicht. Jeder PES-Spieler könnte auch FIFA spielen und gut darin werden. Aber das ist die Sache in PES. Da gibt es zehn starke Spieler, die eigentlich jedes Mal bei der deutschen Meisterschaft sind und in FIFA gibt’s eine dreistellige Anzahl an Leuten, die auf einem Level sind. Es ist also eigentlich bei FIFA viel schwieriger in den internationalen Bereich zu kommen.

Wie geht es bei dir weiter? Konzentrierst du dich jetzt auf FIFA?

Wenn ich weiter Zeit investiere, könnte ich ein guter FIFA-Spieler werden. Aber ob ich an die besten Deutschlands rankomme, oder mich für ein großes Turnier qualifizieren kann, weiß ich nicht. Das muss ich erst noch sehen. Ich versuche aber auf mich aufmerksam zu machen, in einen eSport-Verein zu kommen und dann eine größere Chance zu haben, im internationalen Bereich zu spielen. Ich versuche mein Bestes. Erstmal spiele ich also beides, FIFA und PES.

von Christian Mittweg

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Das Ziel des mittlerweile 20-köpfigen Teams des eSport Studios ist es, den eSport zusammen mit seinen Partnern multimedial erlebbar zu machen! Die in Hamburg ansässige Redaktion berichtet in Zusammenarbeit mit starken Partnern über das alltägliche eSport-Geschehen.

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