5-0! Google-KI zerstört eSportler in StarCraft 2

Künstliche Intelligenzen übertrumpfen uns Menschen schon heute in allerhand Disziplinen. Beispiel gefällig? Googles DeepMind-KI hat vor kurzem zwei StraCraft II-Profispieler ordentlich nass gemacht.

  • von Oliver Schmiedchen am 25.01.2019, 16:00 Uhr
Ein Match in Starcraft II.

Gegen Computergegner zu verlieren, ist so etwas wie die Höchststrafe für jeden, der sich als professioneller Gamer bezeichnet. Ein wenig anders sieht es allerdings aus, wenn der “Computergegner” eine hochentwickelte KI wie Googles DeepMind ist.

DeepMind zieht Pro-Gamer zu Null ab

Was genau ist passiert? Bereits im vergangenen Dezember ließ Google eine Version der hauseigenen DeepMind-KI gegen gestandene eSport-Profis in StarCraft II antreten. Die “AlphaStar” getaufte KI bekam es nacheinander mit zwei Spielern des renommierten Team Liquid zu tun. Zunächst gab es ein Test-Match gegen Dario “TLO” Wünsch, bevor dann die eigentliche Feuerprobe erfolgte.

Unter echten Turnierbedingungen versuchte sich einer der weltweiten besten SC2-Spieler, Grzegorz “Mana” Komincz, im Duell mit AlphaStar. Gespielt wurde auf einer kompetitiven Ladder-Map und ohne jegliche Einschränkungen, die der KI das Spiel hätten erleichtern können.

Trotzdem fiel das Ergebnis überraschend deutlich aus: AlphaStar schenkte dem Pro-Gamer eine saftige 5-0-Klatsche ein. Das ist ziemlich beeindruckend, wenn wir uns anschauen, wie dieser Sieg zustande kam.

Sind Künstliche Intelligenzen die besseren eSportler?

Dabei sind KIs, die gut zocken können, keinesfalls neu. Bereits in der Vergangenheit konnten KIs Weltklasse-Spieler in hochkomplexen Spielen wie z.B. Schach (Deep Blue vs. Garri Kasparow 1996) schlagen. Auch in Dota 2 oder Quake 3 Arena gab es bereits beachtliche KI-Erfolge gegen menschliche Gamer. In all diesen Fällen wurden aber entweder große Teile der KI vorab von Hand designt oder aber die Spielregeln vereinfacht, um sie nicht zu überfordern.

AlphaStar hat solche “Cheats” allerdings laut Google nicht nötig. Die KI brachte sich StarCraft II mittels verschiedener Techniken für maschinelles Lernen nämlich selbst bei – und das auf teils sehr menschliche Weise.

Einerseits wurde AlphaStar z.B. mit Replays menschlicher Spieler gefüttert und schaute sich dadurch gewissermaßen viele Matches an. Ebenfalls zum Einsatz kam Bestärkendes Lernen. Das ist eine Technik, die mit ihrem Belohnungs- und Bestrafungssystem an klassische Konditionierung erinnert.

StarCraft II ist ein sehr komplexes Spiel ist, bei der die Spieler aufgrund des Kriegsnebels (Fog of War) nie alle relevanten Informationen zur Verfügung hat. Dass eine KI dabei hochdekorierte eSportler so deutlich schlägt, wie es AlphaStar jetzt vorgemacht hat, ist schon ein wenig gruselig. Wahrscheinlich hat die Google-KI aber doch ein wenig geschummelt und sich einen unserer Guides durchgelesen.

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Oliver Schmiedchen
Oliver Schmiedchen

Gamer aus Leidenschaft, dabei seit PlayStation 1-Zeiten. Aktuell zuhause auf Xbox One und in Sachen VR auf dem PC. Hält die SEGA Dreamcast für die beste Konsole aller Zeiten. Feiert Musik von Gucci Mane über Led Zeppelin bis Adam Beyer.

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