HTC Vive 2: Release-Prognose, Hardware & Zubehör

Auch wenn ein Release der HTC Vive 2.0 laut Hersteller nicht mehr für 2017 vorgesehen ist, gibt es bereits ziemlich genaue Informationen darüber, welche Hardware in der 2. Generation der HTC Vive verbaut sein wird. Wir haben alle Details für euch zusammengetragen.

  • von Redaktion Gamez am 07.07.2017, 12:29 Uhr

Dieser Beitrag stammt von unserer Partnerplattform VR-World.com.

Vor dem Release der HTC Vive war die Oculus Rift nicht zuletzt dank Galionsfiguren wie Palmer Luckey und John Carmack eindeutig die populärste VR-Brille. Dessen ungeachtet konnte sich die Vive als derzeitiges Referenzmodell für Virtual Reality ohne Kompromisse behaupten.

Seit Ende letzten Jahres mehren sich die Hinweise, dass eine kabellose HTC Vive 2 mit dem Codenamen Oasis in Vorbereitung ist. Gleichfalls vollmundige Versprechungen von Oculus-Mitgründer Brendan Iribe zum Status der Oculus Rift 2 folgten auf dem Fuß. Angesichts des anhaltenden Wettrüstens innerhalb der VR-Industrie verwundert es nicht, dass beide Hersteller mit Aussagen zur 2. Generation ihrer VR-Headsets noch geizen. Die Nachrichten der letzten Monate zeichnen dennoch ein ziemlich genaues Bild davon, was die Zukunft bereithält.

Die 2. Generation der Vive braucht »bedeutende Innovationen«

Als Präsident der HTC Vive in der Region China hat Alvin Wang Graylin tiefe Einblicke in die Entwicklung der HTC Vive 2. Im Interview mit Road to VR sagte Graylin vor einiger Zeit, dass die 2. Generation der Vive wohl erst in ein bis drei Jahren erscheinen werde. Diese Prognose wurde kürzlich von seinem Kollegen Daniel O’Brian bestätigt, seines Zeichens HTC Vive General Manager.

Im Gespräch mit der Seite Digital Trends offenbarte O’Brian, dass eine Veröffentlichung der HTC Vive 2 vor allem vom Feedback der Entwickler abhängig sei. Letztlich gehe es nicht darum, einen genauen Zeitplan einzuhalten, sondern eine sinnvolle Weiterentwicklung zu garantieren:

»Wir werden weiterhin darauf hören, was die Entwickler als die nützlichsten Verbesserungen für die nächste Generation erachten. So gehen wir an das nächste Headset heran und wann dieses auf den Markt kommen wird. […] Es geht nicht darum, einen Produktions-Zyklus und einen Zeitplan auszuwählen, sondern wirklich bedeutende Innovationen hervorzubringen, die der Entwickler-Gemeinschaft dabei helfen, fesselnde neue Erfahrungen zu erschaffen.«

Dennoch ist man sich bei HTC sicher, dass der technologische Fortschritt von VR-Brillen schneller erreicht werden kann, als dies beim Smartphone der Fall war. Alvin Wang Graylin vermutet, dass die nächsten Generationen an VR-Headsets irgendwo zwischen den jährlich erscheinenden Smartphone-Modellen und dem Release-Zyklus von Spielekonsolen liegen, die etwa alle fünf Jahre durch eine leistungsfähigere Version abgelöst werden.

HTC Vive 2.0 im Eigenbau

Mehr als ein Jahr nach ihrer Markteinführung ist die HTC Vive marginal leichter und kann mit einem optionalen Deluxe Audio Strap ausgestattet werden. Zudem bewirbt HTC mit dem Viveport-Abo die hauseigene Distributionsplattform für VR-Anwendungen inzwischen sogar mit zeitlich exklusiven Titeln wie dem Weltkriegs-Shooter Front Defense.

Darüber hinaus erscheint bald weiteres Zubehör, welches das Vive-Erlebnis verbessern soll. So sind für den November verbesserte Lighthouse-Basisstationen angekündigt worden. Die auch ohne VR-Brille nutzbaren Vive Tracker verfrachten beispielsweise das eigene Haustier in die virtuelle Realität oder ermöglichen Multiplayer im selben Raum.

Zudem arbeitet HTC gemeinsam mit Intel an einem Wireless-Addon, das Anfang 2018 an die Kunden ausgeliefert werden soll. Bislang gibt es auf diesem Gebiet nur Drittanbieter-Addons: Das TPCast-Addon, sowie KwikVR, die beide die HTC Vive kabellos machen. Hersteller DisplayLink hat für 2018 ebenfalls ein Wireless-Addon angekündigt. Dementsprechend können wir fast sicher sein, dass auch die zweite Generation der HTC Vive standardmäßig kabellos sein wird.

Wer innerhalb der virtuellen Realität schnell ins Schwitzen gerät, kann mit Vive N Chill einen kühlen Kopf bewahren. Dabei handelt es sich um verstellbare Ventilatoren, die direkt an der HTC Vive angebracht werden.

Die spannendste Neuerung sind ohne Zweifel jedoch die Korrekturlinsen von 7inversum, womit demnächst sogar Eye-Tracking möglich sein soll. Diese Technologie ist erforderlich, um eine Technik namens Foveated Rendering zu nutzen. Hierbei wird nur jener Bildausschnitt scharf gerendert, der jeweils vom menschlichen Auge fokussiert wird, während alle anderen Bereiche mit verringerter Auflösung dargestellt werden. Das spart erhebliche Ressourcen ein und sorgt gleichzeitig für die Möglichkeit einer schärferen Darstellung in dem Teil des Bildes, den die Nutzer auch tatsächlich fokussieren.

Dass HTC strategisch auf Zubehör setzt, hängt vor allem mit den noch recht überschaubaren Nutzerzahlen zusammen. Würde man sich dazu entscheiden, schon jetzt einen Nachfolger auf den Markt zu bringen, der womöglich inkompatibel mit dem erwähnten Zubehör wäre, würde dies zur weiteren Zersplitterung der VR-Community beitragen und langfristig eher schaden als nützen.

VR-Handschuhe statt Vive Controller

Schon jetzt existieren zahlreiche Prototypen, die unseren Handlungsraum innerhalb der virtuellen Realität grundlegend erweitern und gewiss auch entscheidend dazu beitragen werden, was mit der HTC Vive 2 möglich sein wird.

So haben die letzten Wochen zahlreiche Informationen zu den Vive Knuckles von Valve zutage gefördert. Wir wissen nun, dass damit offenbar die ganze Hand sowie alle Finger nachverfolgt werden können. Die völlige Befreiung der gesamten Hand dürfte also wohl nicht mehr lange Zukunftsmusik sein.

Erste Dev-Kits wurden bereits an Entwickler ausgeliefert, wie aus einem ausführlichen Setup Guide zu den Valve Knuckles hervorgeht. Dort werden auch alle Buttons und Funktionen des Geräts erklärt, das über einen Bügel und justierbaren Gurt am Handrücken befestigt wird.

Außerdem wurde vor Kurzem eine erste Demo veröffentlicht, welche die Valve Knuckles in Aktion zeigen. Wann die vermeintlichen Wunder-Controller in den Handel kommen, ist indes noch unklar. Da aber bereits Entwickler damit arbeiten, dürfte es wohl nicht mehr allzu lange dauern.

Doch Valve ist nicht das einzige Unternehmen, das derzeit an neuen VR-Controllern arbeitet. So machte der haptische Handschuh VRgluv vor einiger Zeit mit einer inzwischen erfolgreich beendeten Crowdfunding-Kampagne auf sich aufmerksam. Eine erste Version des Handschuhs für Oculus Rift und HTC Vive soll noch Ende diesen Jahres an Unterstützer ausgeliefert werden.

Ein weiteres Beispiel ist Hapto, ein VR-Controller, der ebenfalls mit haptischem Feedback ausgestattet ist. Zu guter Letzt sei noch der Datenhandschuh Manus VR erwähnt, der bereits Ende Juli erscheinen soll.

Welches Gerät sich auch immer am Ende durchsetzen wird, fest steht, dass die Art und Weise, wie wir mit der virtuellen Realität in Zukunft interagieren werden, einen grundlegenden Wandel erfährt. Wir sind gespannt, welche Entwicklungen uns für die kommende Generation an VR-Brillen außerdem bevorstehen.

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Redaktion Gamez
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