Halo Wars 2 in der Vorschau: Strategie im Master-Chief-Universum

Mit Halo Wars 2 bekommen sowohl Strategie-Fans als auch Anhänger des Master Chief eine neue Herausforderung.

  • von Patricia Geiger am 16.01.2017, 13:00 Uhr

Wer die Halo-Reihe nur für stumpfes Geballer hält, wurde bereits 2009 eines besseren belehrt: Damals kam mit Halo Wars der erste Echtzeit-Strategie-Ableger auf den Markt. Allerdings kamen nur Spieler auf der Xbox 360 in den Genuss des Spiels, das auf der Shooter-Reihe rund um den ikonischen Hauptcharakter Master Chief basierte.

Jetzt kommt mit Halo Wars 2 der Nachfolger des erfolgreichen Strategiespiels auf den Markt, das neben Fans der actionreichen Spiele des Science-Fiction-Universums auch wieder Anhänger des Echtzeit-Strategie für sich begeistern möchte. Entwickelt wird das Spiel von Creative Assembly, die durch die Total-War-Reihe bestens mit dem Strategie-Genre vertraut sind, und 343 Industries, den Entwicklern von Halo 4 und Halo 5: Guardians . Wir konnten schon vorab einige Stunden Halo Wars 2 spielen und geben euch einen Ausblick, was euch im Februar erwartet.

Rückkehr zur Spirit of Fire

In der Kampagne von Halo Wars 2 werden Spieler wieder zu Mitgliedern der Crew des Schiffes Spirit of Fire, das zum im Halo-Universum etablierten Militär UNSC (United Nations Space Command) gehört. Allerdings knüpft das Spiel nicht direkt an den ersten Teil an, sondern spielt 28 Jahre nach den Ereignissen des ersten Halo Wars und kurz nach dem fünften Teil der Shooter-Reihe Halo 5: Guardians. 

Die Crew der Spirit of Fire hat jedoch keine Ahnung, was sich in den letzten 28 Jahren alles zugetragen hat. Sie befand sich seit dem Ende des ersten Halo Wars kollektiv in einem Kryoschlaf. Aus dem erwacht sie nun auf der Arche, der Blutsväter-Installation zum Bau und Reparatur der namensgebenden Halo-Ringe. Entsprechend weiß die Crew allerdings auch nicht, dass der Kampf zwischen Menschen und der Allianz, den Antagonisten der Halo-Spiele, vorbei ist und folgt einem Notsignal. Auf dem Planeten angekommen, gerät die Crew der Spirit of Fire mit den Banished, einer neuen Alien-Fraktion, aneinander. Dabei werden die Banished vom Brute Atriox angeführt, der durch den Fall der Allianz an die Macht kam.

Bewährtes Spielprinzip: Schere, Stein, Papier

Aus dem ersten Teil übernommen haben die Entwickler von Creative Assembly das bewährte »Schere, Stein, Papier« Spielprinzip. Übertragen auf Halo Wars funktioniert das grob umrissen wie folgt:

  • Fahrzeuge sind stark gegen Infanterie
  • Infanterie ist stark gegen Flugeinheiten
  • Flugeinheiten sind stark gegen Fahrzeuge

Egal ob im Einzel- oder Mehrspielermodus lohnt es sich also immer, die eigenen Truppen über alle Einheitentypen hinweg breit aufzustellen, um erfolgreich zu sein. Um schnell viele Einheiten produzieren zu können ist ein Ausbau der eigenen Basis unerlässlich. Es lohnt sich, zuerst in Nachschub und Energie zu investieren, um die Basis dann schneller aufwerten und dadurch bessere Einheiten in den Kampf schicken zu können.

Je höher das Level der Basis, umso mehr Einheitentypen können auch erforscht werden, sowohl was Fahrzeuge als auch Flugeinheiten und Infanterie angeht. Beim Anspiel-Event haben es uns aber trotz teilweise fortschrittlicheren Einheiten vor allem die Hellbringer angetan, die den Gegnern mit ihren Flammenwerfern auch auf größere Distanz ordentlich zusetzen.

Abgesehen von den Einheiten gibt es aber auch noch die Commander-Punkte, die wir uns über Erfahrungspunkte erspielen. Damit lassen sich besonders mächtige Einheiten und Boni freischalten und einsetzen. Beispielsweise der Sentinel, der deutlich größer ist als alles anderen Flugeinheiten und gegen den Bodeneinheiten nichts zu lachen haben.

Für Halo-Fans, die mit Halo Wars 2 zum ersten Mal einen Ausflug ins Echtzeit-Strategie-Genre wagen, empfiehlt es sich jedoch, die ersten Schritte im Schwierigkeitsgrad »Leicht« zu machen und etwaige Eitelkeiten hinter sich zu lassen. Denn selbst im normalen Modus sind die Gegner nicht zu unterschätzen und bieten schon eine ordentliche Herausforderung. Wer sich hier zu früh zu viel zumutet, läuft Gefahr, sich selbst unnötig zu frustrieren.

Online-Multiplayer und Blitz-Modus

Wie bereits das erste Halo Wars gibt es auch im zweiten Teil neben der Kampagne auch wieder einen Online-Multiplayer, in dem Spieler sowohl gemeinsam gegen die KI als auch gegen andere Spieler antreten können. Die Spielmodi wie zum Beispiel Team Deathmatch und Domination wecken angenehme Erinnerungen an den Vorgänger. Gut zusammenarbeitende Teams können ihre Gegner hier durch gemeinsames Vorgehen fast schon überfallartig besiegen.

Komplett neu in Halo Wars 2 ist hingegen der Spielmodus Blitz, der Echtzeit-Strategie mit einem Sammelkartenspiel kombiniert. Wie in Hearthstone, Gwent und anderen Genrevertretern können wir uns im Blitz-Modus unser eigenes Deck zusammenstellen. Es gibt sowohl allgemein verfügbare als auch an Anführer gebundene Karten.

Sing wir mit dem Deck zufrieden, können wir auch im Blitz-Modus zwischen KI- und echten Gegnern wählen. Treten wir gegen die KI an, müssen wir uns gegen diverse Gegnerwellen wehren, wobei der Schwierigkeitsgrad immer weiter zunimmt. Unsere Einheiten bekommen wir im Blitz-Modus nicht durch unsere Basis, sondern das Ausspielen der Karten aus dem Deck. Dafür ist Energie notwendig, die wir durch das Zerstören immer wieder erscheinender Quellen erhalten. Wir müssen also haushalten und können unser Deck nicht nur mit mächtigen, dafür aber auch teuren Karten bestücken. 

Fazit

Mit Halo Wars 2 versuchen Creative Assembly und 343 Industries, zwei Zielgruppen unter einen Hut zu bringen: Fans von Echtzeitstrategie sowie Anhänger des Master Chief. Durch die herausfordernden Kämpfe und die Einbindung in die übergreifende Handlung des Halo-Universums sollte den beiden Studios dieses Kunststück jedoch ohne große Probleme gelingen. Sowohl die Einzelspieler-Kampagne als auch die Mehrspieler-Modi bieten jede Menge Anreize, sich selbst und andere Spieler immer wieder aufs neue herauszufordern. Außerdem sorgt auch der neue Blitz-Modus durch die Kombination von Echtzeit-Strategie und Sammelkartenspiel für ein neues Spielerlebnis, das es sich zu meistern lohnt.

Patricia Geiger
Patricia Geiger

Mit der ersten PlayStation ist Patricia den Videospielen verfallen und seitdem nicht mehr davon losgekommen, wobei ihr Herz nach wie vor den Konsolen gehört. Eigentlich dreht sich alles um Rollenspiele, Ego-Shooter und Action-Adventures, ab und an wagt sie sich aber auch an Rundenstrategie oder Jump'n'Runs.