Gwent: Einsteigertipps für das Witcher-Kartenspiel

In diesem Guide erklären wir euch, worum es in Gwent geht, wie ihr es spielt, wo es neue Karten gibt und was ihr beim Bau eines Decks grundsätzlich beachten solltet.

  • von Benjamin Danneberg am 10.04.2017, 14:51 Uhr

Wer den Hexer nicht kennt, hat einige der besten Spiele überhaupt verpasst: The Witcher 3 ist mitsamt seinen beiden Addons »Heart of Stone« und »Blood & Wine« unbestritten eines der erfolgreichsten Spiele überhaupt. Und das kommt nicht von ungefähr. Charakterzeichnung, Stories, Spielwelt und Monster sind durchweg mit das Beste, was Spielern bisher im Medium Computerspiele präsentiert wurde. Dazu gehört auch das Minispiel Gwent, ein Sammelkarten-Strategiespiel, mit dem viele Witcher-Spieler fast genauso viel oder sogar mehr Zeit verbrachten, als mit dem Rest des Spiels.

Der Ruf nach einer Standalone-Ausgabe wurde immer lauter und Entwickler CD Projekt kündigte deshalb auf der E3 2016 Gwent: The Witcher Card Game an. Neben der klassischen Sammelkartenmechanik und dem Multiplayer-Modus wurde eine Einzelspielerkampagne mit gezeichneten Zwischensequenzen bestätigt. Gwent wird für PC, Xbox One und Playstation 4 erscheinen. Derzeit befindet sich das Spiel auf allen Plattformen in der Beta, interessierte Spieler können sich auf der offiziellen Seite anmelden.

Da es sich noch um eine Beta handelt und regelmäßig umfangreiche Balance-Änderungen vorgenommen werden, können wir noch keine Tipps für tolle Kartendecks abgeben. Aber wir erklären euch jetzt, wie Gwent gespielt wird und wie ihr an neue Karten kommt.

Fraktionen

Zu Beginn wählt ihr eine von fünf Fraktionen (Monster, Nilfgard, Nördliche Königreiche, Scoia’tael, Skellige) aus, die jeweils bestimmte Fähigkeiten mitbringen. Die nördlichen Königreiche können beispielsweise ihre Einheiten zu Goldeinheiten umwandeln, wodurch sie immun gegen Wettereffekte werden und nur noch durch spezielle Karten beschädigt werden können.

Nilfgaard setzt auf rohe Stärke oder Spione und die hinterhältigen Elfen der Socia’tael dürfen verdeckte Karten ausspielen und damit Fallen stellen. Jede Fraktion hat einen bestimmten Spielstil, der innerhalb der Fraktion aber in mehreren Variationen gespielt werden kann. Gute Deckplanung ist deshalb Voraussetzung.

Kartendeck

Insgesamt gibt es derzeit 294 Karten, die sich auf die fünf Fraktionen sowie eine Reihe neutraler Karten verteilen. Letztere können von jeder Fraktion benutzt werden. Entweder ihr zieht mit einem vorgefertigten Deck in den Kartenkampf, oder ihr baut euch euer eigenes. 25 Karten müssen mindestens in eurem Deck sein, maximal jedoch 40. Die Chancen, bestimmte Karten zu ziehen, sind natürlich mit der Mindestanzahl am größten.

Wenn ihr euch ein eigenes Kartendeck baut, schaut euch die Fähigkeiten eurer gewählten Fraktion genau an. Viele Karten haben Spezialeffekte, beispielsweise Schaden an gegnerischen Karten verursachen, andere Karten aus dem Deck zu beschwören oder Karten vom Ablagestapel wiederzubeleben.

Überlegt euch eine Strategie, die ihr in den maximal drei Runden des Spiels umsetzen wollt und bedenkt dabei auch immer, dass ihr versuchen müsst, gegnerische Decks zu kontern. Die Webseite www.gwentdb.com beinhaltet viele von Spielern eingereichte Kartendecks, an denen ihr euch orientieren könnt.

Nach dem Release von Gwent und den letzten größeren Balancing-Änderungen findet ihr bei uns natürlich einige ausführliche Deck-Guides.

Spielfeld und Kartenqualität

Im Multiplayerspiel werden wir in etwa gleich starken Kartendecks zugelost. Das Spielbrett zeigt die Konfrontation zweier Kriegsparteien mit ihren Schlachtreihen. Jede Partei hat eine Nahkampf-, Fernkampf- und Belagerungslinie. Unsere Karten sind – bis auf die Sonderkarten – jeweils für eine dieser Linien bestimmt und müssen auch immer dorthin ausgespielt werden.

Ausgespielte Karten haben einen Stärkewert, dieser wird zu unserer Gesamtstärke addiert. Zusätzlich besitzen viele Karten einen Spezialeffekt: Mal dürfen wir eine gegnerische Karte beschädigen, mal erhöhen wir die Stärke einer eigenen Karte.

Karten gibt es zudem in unterschiedlichen Qualitätsstufen: Während Bronzekarten keine besonderen Qualitätsboni haben, sind silberne Karten beispielsweise von manchen Auferstehungszaubern ausgenommen. Goldene Karten können nur durch Spezialkarten beschäftigt werden und sind auch gegen Wettereffekte immun.

Wetterkarten zählen zu den Sonderkarten und setzen die Stärke aller Karten in einer Reihe, die nicht gegen Wetter immun sind, auf den Wert Eins herunter. Das kann durch eine Tagesanbruch-Karte (entfernt Wettereffekte vom Spielfeld) gekontert werden. Manche Spielstile wiederum, beispielsweise der Monsterfraktion, erhalten durch bestimmtes Wetter erhebliche Boni.

Sonderkarten und Anführer

Andere Sonderkarten lassen uns gegnerische Karten beschädigen oder sogar zerstören und eigene Karten boosten. Es gibt eine große Vielfalt an Sonderkarten, die wir passend zu unserem Spielstil und Deck einbauen sollten. Die Wetterkarte »Beißender Frost« (beeinflusst die Nahkampfreihe) ergibt beispielsweise wenig Sinn in unserem Deck, wenn wir hauptsächlich Nahkampfkarten ohne Wetterimmunität spielen.

Und dann gibt es da noch die Anführer-Karte. Jeder Spieler hat eine und sie bringt eine spezielle Fähigkeit mit, die einmal pro Spiel (nicht pro Runde!) eingesetzt werden kann. Beispielsweise kann die Anführer-Karte »Foltest« (nördliche Königreiche) eine Kopie einer ausgespielten Bronze-Karte erstellen. Das lohnt sich besonders dann, wenn wir die Stärke einer Karte bereits hochgetrieben haben (durch Spezialfähigkeiten oder Sonderkarten).

Siegbedingungen und Bluffen

Ein Spiel geht über zwei Gewinnrunden, das heißt, es werden maximal drei Runden gespielt. Die Gesamtstärke entscheidet über Sieg oder Niederlage in einer Runde, bei Punktgleichheit endet die Runde unentschieden. Das komplette Spiel kann ebenfalls unentschieden enden, wenn es nach Runden Eins zu Eins steht und in der letzten Runde Punktgleichheit herrscht.

Jeder Spieler kann aus taktischen Gründen (oder Spielzwängen) jederzeit eine Runde passen. Es kann je nach Spielverlauf durchaus sinnvoll sein, eine Runde in einem Moment aufzugeben, wenn der Gegner sich bereits etwas zu sehr verausgabt hat und voraussichtlich in den nächsten beiden Runden mit weniger Karten auskommen muss.

Gwent-Partien werden nicht bloß durch starke Hände entschieden, sondern häufig auch durch geschicktes Bluffen: Gleich in der ersten Runde den Gegner dazu zu bringen, seine stärksten Karten auszuspielen, im richtigen Moment zu passen und dann mit Kartenvorteil die folgenden zwei Runden zu gewinnen ist eine valide Strategie. Zumindest solange, bis unser Vorhaben durchschaut wird.

Belohnungen & Neue Karten

Gewinnen wir ein Spiel, bekommen wir Erfahrungspunkte. Bei Stufenanstieg erhalten wir sogenannte Scraps (daraus können wir neue Karten herstellen) oder Erz, die Ingame-Währung. Mit je 100 Erz kaufen wir im Kartenshop ein neues Kartenfass, das eine Reihe zufällige Karten beinhaltet. Diese Fässer können wir auch mit Echtgeld kaufen.

In der Kartenbibliothek finden wir eine Übersicht aller existierenden Karten. Dort sehen wir auch, welche Karten wir bereits besitzen. Überzählige Karten oder Karten, die wir nicht verwenden, dürfen wir in Scraps zerlegen. Aus den Scraps bauen wir uns dann wieder die Karten, die wir für unser(e) Deck(s) benötigen. Auf diese Weise kann sich jeder Spieler sein Wunschdeck zusammenbauen – niemand ist auf den Einsatz von echtem Geld angewiesen.

Nun wisst ihr, wie das Spiel grundsätzlich funktioniert. Wie bei den meisten Spielen macht aber die Übung den Meister. Wichtig ist, dass ihr während eines Spiel den Gegner genau studiert und daraus Lehren für zukünftige Spiele zieht. Lernt die Auswirkungen eurer Karten im Vergleich zu denen eurer Gegner und passt euer Deck vorsichtig darauf an.

Profi-Tipp: Wenn ihr an eurem Deck herumexperimentiert, spielt normale Multiplayer-Partien und keine Ranglistenspiele. So verhindert ihr Punktverlust durch Decks, die ihr gerade noch entwickelt.

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Benjamin Danneberg
Benjamin Danneberg

Projektmanager GameZ und des Virtual Reality-Magazins VR-World.com. Außerdem Youtube-Täter auf Game.Play.Me. Bekennender "Life is Strange"-Fanboy.