Gran Turismo Sport Gameplay: So spielt sich die Racing-Sim auf der PS4

Am 18. Oktober 2017 schickt Sony mit Gran Turismo Sport einen Rennspielerkracher auf die Piste, der es mit harter Konkurrenz zu tun bekommt. Doch die Autosimulation hat mit erstaunlich realistischen Flitzern und offizieller FIA-Unterstützung für Rennspielprofis schlagende Argumente an Bord.

  • von Sebastian Weber am 15.09.2017, 13:09 Uhr

Vor 20 Jahren erschien das allererste Gran Turismo, der Geburtstag der Reihe jährt sich im Dezember 2017. In diesen 20 Jahren hat sich das Rennspiel zu einem der bekanntesten und beliebtesten seines Genres gemausert. Obwohl es sich gar nicht primär an Gelegenheitsspieler richtet oder mit Bombast und Effekthascherei um Aufmerksamkeit kämpft.

Stattdessen hat es das japanische Studio Polyphony Digital geschafft, eine knallharte Simulation massentauglich zu machen, sodass bei jedem Teil der Reihe die Fans sehnsüchtig auf die neuen virtuellen PS-Ungetüme warten, um sie über die Nordschleife und andere bekannte Strecken zu treiben.

Release-Termin im Oktober

Das PlayStation-exklusive Gran Turismo steht schon immer für simulationslastiges Gameplay, genau wie der diesjährige direkte Xbox-One-Konkurrent Forza Motorsport 7. Und auch Gran Turismo Sport macht hier keine Ausnahme, legt allerdings den Fokus dieses Jahr ein wenig anders, wenn es am 18. Oktober 2017 exklusiv für PlayStation 4 erscheint. Die Konkurrenz buhlt derweil in Form von Forza Motorsport 7, Project Cars 2 und Need for Speed Payback ebenfalls um die Herzen der Rennspielfans.

Fuhrpark auf dem Punkt

In den vorangegangenen Teilen packten die Entwickler derart viele Wagen in den Fuhrpark, dass die Menge erschlagend wirken konnte und viele von den Schleudern eigentlich redundant waren. Bei Gran Turismo Sport liegt der Fokus – der Titel verrät es schon – vor allem auf Sportwagen und daher stehen von Anfang an Wagen wie ein Golf GTI als Mindestausstattung parat.

Die Auswahl ersteckt sich über allerlei bekannte Flitzer von Audi, Alfa Romeo, BMW, Mercedes und Co. bis hin zu echten Rennwagen, Rallye-Karossen sowie Konzeptstudien, die es so in der Regel bisher nie auf die Straße geschafft haben.

Detailgrad & Realismus sind entscheidend

Da die Entwickler von GT Sport sehr engen Kontakt zu den Automobilherstellern pflegen, sind all diese Wagen unglaublich detailgetreu virtuell nachgebaut. Jedes noch so kleine Detail stimmt.

Kein Wunder: Im allerersten Gran Turismo bestanden die Wagen aus 300 bis 400 Polygonen. Polygone sind Dreiecke, die bei 3D-Grafiken sozusagen die Lego-Steine darstellen, aus denen Gebäude oder eben Autos gebaut sind. Zum Vergleich: Im diesjährigen Gran Turismo Sport haben die Flitzer 300.000 bis 400.000 dieser Polygone.

Doch die Wagen sind nicht nur optisch eindrucksvoll nachgebildet, wie wir beim Anspielen erfahren haben. Auch das Fahrverhalten und vor allem der Sound sind tadellos umgesetzt.

Hier geht die Detailverliebtheit so weit, dass die Motoren- und Getriebegeräusche sich nicht nur von Fahrzeug zu Fahrzeug unterscheiden, sondern sich die Akustik auch ändert, sobald ihr die Kameraansicht wechselt.

In der Cockpitperspektive klingen Motoren also so, wie man sie kennt, während die Stoßstangenkamera viel näher am Antrieb hängt und dadurch die Klangkulisse deutlich lauter wirkt.

All diese Details sammeln die Entwickler von GT Sport übrigens bei der Zusammenarbeit mit echten Rennfahrern oder aber bei Ausfahrten auf der Nordschleife, die sie selbst immer wieder machen. Chefentwickler Kazunori Yamauchi hat sogar schon selbst als Fahrer bei einem Langstreckenrennen auf der weltbekannten Strecke teilgenommen.

Diese Erfahrungen halfen sicher auch bei der Arbeit am VR-Modus von Gran Turismo Sport, der das Geschehen noch intensiver gestaltet. Wie sich dieser mit PlayStation VR spielt, könnt ihr auf unserer Partnerseite VR-World.com nachlesen.

Einsteigerfreundlich oder unfassbar fordernd?

Doch die beste Grafik und der beste Sound helfen nicht, wenn die Wagen sich nicht gut über die Strecken steuern lassen.

Hier müssen wir euch zwar warnen, dass Gran Turismo Sport eher eine Simulation und weniger ein actionreicher Fun-Racer à la Need for Speed ist. Doch trotzdem haben die Entwickler sowohl für Einsteiger als auch für Profis die passende Herausforderung im Gepäck.

Zur Wahl stehen 28 Strecken an 17 verschiedenen Orten und so rast ihr über die Nordschleife, durch Tokyo oder über abgelegene Offroad-Pisten. Für diese dürft ihr vor dem Rennen festlegen, zu welcher Tageszeit ihr antreten möchtet. Das Wetter allerdings scheint nicht frei wählbar zu sein, hier hat stattdessen einer der Konkurrenten die Nase vorn: Project Cars 2.

Neulinge bei Gran Turismo oder Rennsimulationen allgemein dürfen vor Renn-Start allerlei Helferlein einstellen. Diese Hilfestellungen zeigen euch zum Beispiel an, wenn ihr vor einer Kurve zu schnell seid oder wie ihr die Strecke am besten befahrt, die sogenannte Ideallinie.

Noch einen Schritt weiter geht es schließlich mit Bremshilfen, die eurem Bleifuß vor einer Kurve automatisch entgegenwirken. Beim Lenken könnt ihr euch ebenso helfen lassen.

Die Profis unter euch dagegen schalten all diese Spielereien natürlich ab und semmeln dann ins Kiesbett, wenn sie zu spät reagiert oder vielleicht sogar (bei manueller Schaltung) heruntergeschalten haben.

Doch keine Sorge: Auch die KI-Fahrer agieren auf der Strecke nicht perfekt. Generell dürft ihr aus drei Schwierigkeitsgraden für die Fahrten in GT Sport wählen, welche dann auch das Geschick der computergesteuerten Teilnehmer bestimmen.

Einstellungen für verschiedene Geschmäcker

So kann es also durchaus passieren, dass einer der Flitzer vor euch aus der Kurve segelt oder dass die Mitstreiter euch mal unsanft vom Kurs schubsen, wenn sie zu spät bremsen. Je nach Einstellung des Schadenssystems bringt das aber nur Zeitverlust.

Ihr könnt aber auch einstellen, dass Unfälle euer Gefährt in Gran Turismo Sport langsam beschädigen. Denn obwohl optisch nicht allzu viel an Unfallfolgen dargestellt wird und die Wagen unkaputtbar wirken, können kräftige Rempler schon mal das Getriebe beschädigen. Dann hilft nur noch das Safety Car, der Besuch in der Boxengasse oder aber ihr seid ganz raus aus dem Rennen.

So möchte Polyphony Digital eine möglichst breite Spielerschaft ansprechen, ob nun diejenigen, die nach Feierabend gerne mal eine Runde im Porsche drehen wollen. Oder aber diejenigen, die ihre PS4 im Racing-Seat ans Lenkrad angeschlossen haben und Streckenabschnitt für Streckenabschnitt pauken, um die letzte Millisekunde gut zu machen.

Eher auf Multiplayer ausgerichtet

Sowohl für ambitionierte Hobby-Rennfahrer als auch für Grünschäbel hat Gran Turismo Sport die richtigen Einzelspielermodi an Bord. Wie üblich für die Reihe, gibt es eine sogenannte Fahrschule, die euch mit verschiedensten Herausforderungen an die Rennflitzer heranführt.

Der Spielmodus Circuit Experience dagegen richtet sich dann schon eher an die erfahreneren Spieler. Hier könnt ihr auf jeder Strecke einen Abschnitt nach dem nächsten ausgiebig lernen, indem ihr bestimmte Challenges bestreitet. Ziel ist es, dass ihr die Pisten immer besser beherrscht.

Warum das alles? Eine echte Einzelspielerkampagne oder einen Story-Modus gibt es in GT Sport – wie auch in seinen Vorgängern – nicht. Stattdessen liegt der Fokus diesmal auf dem Online-Modus, in dem ihr gegen eure Freunde oder Spieler aus aller Welt antreten könnt. Und dafür solltet ihr natürlich bestens gerüstet sein.

Mit Freunden könnt ihr einfach eine eigene Lobby eröffnen, Strecke, Autos und mehr festlegen und losrasen. Spiele zu zweit im Splitscreen-Modus sind ebenso möglich.

Das Herzstück von GT Sport

Das Herzstück ist aber der Wettbewerbsmodus, in dem ihr online gegen andere antretet. Dafür haben sich die Entwickler und Sony nämlich mit dem Rennsportverband FIA (kurz für Fédération Internationale de l’Automobile) zusammengetan. So steht das erste Rennspiel der Welt in den Startlöchern, dass offiziell von FIA lizensiert ist.

Das bedeutet, dass die Online-Wettrennen nach dem FIA-Regelwerk ablaufen, das sonst für die Formel 1, WRC und mehr gilt. Daher sollen später auch nur diejenigen Spieler unter euch zugelassen werden, die anständig fahren und nicht etwa jeden zweiten Gegner von der Strecke jagen, wenn sie überholen wollen.

Welche Preise es bei diesen Online-Wettbewerben zu gewinnen geben wird, verrät Sony aktuell nicht. Allerdings sollen die besten Fahrer in Gran Turismo Sport auf der jährlichen FIA-Gala dann genauso geehrt werden, wie es etwa die besten Formel-1-Piloten werden.

Jede Menge Umfang abseits der Rennstrecke

Doch Gran Turismo Sport hat auch sonst noch jede Menge Inhalte zu bieten, mit denen das Rennspiel euch bei der Stange halten will.

Das wohl simpelste ist eine Art Tracking- und Belohnungssystem. Dabei bekommt ihr im Spiel immer wieder Herausforderungen gestellt, die euch dazu bringen sollen, dass ihr jeden Tag ein klein wenig Gran Turismo Sport spielt.

Erfüllt ihr schließlich diese Aufgaben, dann winken Belohnungen – etwa ein neuer Helm oder auch mal ein neues Auto für euren virtuellen Rennfahrer. Die schaltet ihr sonst nämlich über Credits frei, die ihr im Spiel verdient und dann investiert.

Dazu dürft ihr die Wagen nach Lust und Laune bearbeiten und nach euren Wünschen entwerfen. Ob Lackierung, Sponsorenaufkleber oder, oder, oder. All das dürft ihr nach Lust und Laune in GT Sport verändern und abspeichern, damit ihr mit eurem Traumwagen an den Start geht.

Eine Augenweide – Der Fotomodus

Im neuen Fotomodus könnt ihr die Karossen dann auch noch perfekt in Szene setzen. Dafür kommen Hintergrunde zum Einsatz, die auf echten Fotos basieren, die allerdings mit einer speziellen Technik bearbeitet sind. So könnt ihr auf dem eigentlich statischen Hintergrund die virtuellen Autos platzieren. Egal welche Größe und Ausrichtung ihr wählt, Hintergrund sowie Wagen passen perfekt zueinander.

Schaltet ihr dabei zum Beispiel die Scheinwerfer eines Porsches an, dann hat das digitale Licht den korrekten Einfluss auf die Objekte im Foto. Ebenso weiß das Programm, wo die Sonne im Foto steht und wie das Sonnenlicht sich dann im Lack des Wagens spiegeln würde, egal wie oder wo ihr diesen platziert.

Das sieht am Ende nicht nur beeindruckend aus, sondern lässt sich auch noch in 6K-Auflösung exportieren, sodass ihr in Handumdrehen euer Auto aus Gran Turismo Sport im stylischen Posterformat bei euch zu Hause hängen habt. Nur eine nette Spielerei? Ja, aber eine coole!

Informations-Paradies für Auto-Fans

Und da sich Gran Turismo Sport vor allem an Auto-Enthusiasten richtet, rundet der sogenannte Brands-Bereich die Inhalte perfekt ab. Dort könnt ihr euch die Flitzer der verschiedenen Hersteller im Detail anschauen und dazu noch deren Geschichte nachlesen. So holt ihr euch im Grunde ein Automobil-Museum in die eigenen vier Wände, mit dem ihr alleine schon problemlos mehrere Tage Zeit verbringen könnt.

Gran Turismo Sport erscheint am 18. Oktober 2017 für die PlayStation 4. Alle Vorbesteller haben außerdem die Chance, eine Reise nach Abu Dhabi und mehr zu gewinnen.

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Sebastian Weber
Sebastian Weber

Seit den ersten Pixelmännchen auf einem Commodore PET, liebt Sebastian Videospiele und hat heute vom PC, über Xbox One, PlayStation 4 bis hin zur Nintendo Switch alles zu Hause stehen, was virtuelle Welten auf den Bildschirm bringt. Dabei sind vor allem Rollenspiele und Action-Titel die erste Wahl.