God of War Test: 10 Fragen & Antworten zum Action-Meisterwerk, spoilerfrei

Mit God of War wagt Sony den Neustart der legendären Hack-'n'-Slay-Reihe. Wir geben euch Antworten auf die zehn drängendsten Fragen vor Release und verraten euch, warum das neue God of War ein echtes Meisterwerk ist. Ganz ohne Spoiler.

  • von Sebastian Weber am 13.04.2018, 17:40 Uhr
God of War: Kratos, Atreus & die Weltenschlange

Am 20. April 2018 kehrt der berühmteste Wüterich der PlayStation zurück: der God of War namens Kratos. Die wichtigsten Fragen zum Release des Action-Spiels, etwa welche PS4-Versionen es geben wird, klären wir in unserer großen Übersicht zu God of War.

Sony scheint mit dem neuen God of War die bekannte Reihe allerdings gehörig umzukrempeln, kehrt dem antiken Griechenland den Rücken und schickt Kratos auf eine Reise durch die nordische Mythologie.

Daher wollen wir euch hier einige der drängendsten Fragen rund um God of War beantworten und euch gleichzeitig sagen, wie gut das Action-Spiel wirklich geworden ist.

Inhaltsverzeichnis

Muss ich die Vorgänger kennen, um God of War zu spielen?

Die kurze Antwort: Nein. Im Detail: Das neue God of War macht einen guten Job, den Charakter Kratos für alle Spieler im Verlauf der Geschichte so vorzustellen, dass jeder versteht, was für ein Typ er ist. Und auch seine Vergangenheit wird durchaus ab und an thematisiert.

Wer allerdings die vorherigen Titel gespielt hat, der dürfte vor allem an der charakterlichen Entwicklung von Kratos von den Vorgängern zum Reboot einige spannende Momente ziehen können.

Fühlt sich das neue God of War noch wie God of War an?

Grundsätzlich fängt das neue God of War das, was die Reihe ausmacht, gut ein, dreht aber natürlich an allerlei Stellschrauben. Aber: Wie für God of War üblich, bekommt ihr ein motivierendes und geschmeidiges Kampfsystem, dicke Boss-Fights, eine wunderhübsch gestaltete Welt und mehr.

Gleichzeitig modernisiert das Spiel all diese bekannten Elemente. Das Story-Telling erinnert eher an ein The Last of Us. Die Kämpfe fallen teilweise durchaus taktisch aus. Ihr habt jede Menge Fähigkeiten, die ihr erlernen und verbessern könnt – dazu kommen Crafting, Nebenquests, sinnvoll eingebundene Sammelaufgaben und so weiter.

So ist God of War nicht nur ein kurzweiliges Hack-‘n’-Slay, sondern ein umfangreiches, forderndes und toll inszeniertes Action-Rollenspiel.

Bietet God of War noch epische Momente wie seine Vorgänger?

Grundsätzlich ja. Allerdings kommen die epischen Momente und die riesigen Boss-Fights im neuen God of War deutlich gezielter daher. Wo die Vorgänger manchmal schon fast etwas hyperaktiv wirkten, ist das neue God of War schlichtweg perfekt durch inszeniert.

Standardkämpfe, ruhige Momente – in denen die Story vorangeht oder ihr einfach die Welt erkundet – und dann immer wieder diese Hollywood-Blockbuster-Situationen, in denen der Bildschirm vor Action brennt. So läuft das neue God of War nicht Gefahr, dass ihr euch zum einen daran satt seht. Zum anderen stehen diese Szenen auch nicht immer unter Zugzwang, die 20 Momente zuvor noch übertreffen zu müssen.

Wie gut ist die Story von God of War?

Weiter oben haben wir bereits den Vergleich mit The Last of Us gezogen und der beschreibt auch die generelle Erzählweise von God of War passend. Natürlich hat das Spiel zunächst einmal eine grundlegende Geschichte:

Die Frau von Kratos und somit die Mutter seines Sohnes Atreus ist gestorben. Daher machen sich die beiden auf, ihre Asche auf dem höchsten Berg zu verstreuen, wie es ihr Wunsch gewesen ist. Dazu kommt, dass die nordischen Götter nicht allzu gut auf den grimmigen Spartaner zu sprechen sind.

Ohne zu viel verraten zu wollen: So einfach, wie sich Kratos und Atreus ihr Vorhaben dann vorstellen, ist es natürlich nicht.

Diese grundlegende Geschichte verpackt God of War spannend und wendungsreich, sodass ihr immer wieder mit Überraschungen rechnen dürft. Viele davon werdet ihr nicht kommen sehen.

Der zweite Grundpfeiler der Geschichte ist das Verhältnis zwischen Kratos und Atreus, das sich über den Verlauf der Kampagne einige Male deutlich ändert. Beeindruckend ist hierbei vor allem, wie es die Entwickler geschafft haben, diese eher subtilere Geschichte nicht ausschließlich mit platten Zwischensequenzen voranzutreiben.

Stattdessen passiert viel über Dialoge zwischen Kratos und Atreus, während ihr die Spielwelt erkundet, also in eher beiläufigen Gesprächen – eben wie in The Last of Us. Oder aber im Verhalten der Figuren, das sich in jedem Moment der Spielzeit perfekt ablesen lässt. Die Nebencharaktere sind übrigens allesamt ebenfalls wunderbar gestaltet.

Wie ist Atreus ins Spielgeschehen eingebunden? Nervt er nicht irgendwann?

Ein Kind als Begleiter kann nervig werden, das stimmt. Atreus entwickelt sich aber sehr schnell in einen sehr sympatischen Begleiter. Er hilft euch nicht nur deutlich in Kämpfen und bei Rätseln.

Er ist ebenso elegant als Charakter eingebunden, stößt Unterhaltungen an, bringt die Geschichte voran oder kommentiert die Handlungen von Kratos mal witzig oder mal so, dass ihr dadurch Hilfestellungen bekommt.

Zudem kann er euch wiederbeleben, wenn ihr in Kämpfen mal umgekloppt werdet. Praktisch!

Ist God of War immer noch so brutal wie früher?

Jein. Die früheren God-of-War-Spiele scheuten sich nicht davor, dass Kratos seine Gegner mit seinen Chaosklingen in die kleinsten Einzelteile zerhackstückelt. Das neue God of War geht hier ein klein wenig behutsamer vor.
Ja, es gibt immer Finishing-Moves, in denen Kratos seine neue Axt in Köpfen von Trollen & Co. versenkt und das Blut nur so spritzt. Darüber hinaus bietet das PS4-exklusive Spiel Spezialattacken, die enorm durchschlagende Ergebnisse abliefern.

Alles in allem wirkt die Gewaltdarstellung in God of War aber ausgewogener, falls man das so sagen möchte. Dennoch: Die Einstufung »ab 18 Jahren« trägt das Abenteuer von Kratos und Atreus völlig zu Recht.

Wie und wie gut funktioniert das Kampfsystem?

Das Kampfsystem von God of War ist an sich recht simpel, aber gleichzeitig hat es genug Tiefgang für verschiedenste Taktiken. Grundlegend habt ihr einen normalen Schlag, einen stärkeren Hieb und ihr könnt die Axt auf Gegner oder Objekte werfen. Mit der Zeit kommen dann durch Skills verschiedenste Kombos hinzu, sodass ihr je nach Widersacher unterschiedlich agiert.

Extrem wuchtige Schläge hauen einzelne Kontrahenten um, andere Angriffe wie Schwinger bringen zum Beispiel ganze Gruppen von Monstern zu Fall. Dazu könnt ihr mit dem Wächterschild natürlich auch feindliche Schläge blocken oder kontern.

Atreus agiert im Kampf selbstständig und attackiert Monster ohne euer Zutun. Gezielte, von euch angeordnete Angriffe auf Widerlinge gehören außerdem zu seinen Fähigkeiten.

Das alles kombiniert funktioniert wunderbar und ist nach kurzer Zeit richtig geschmeidig steuerbar. Gleichzeitig erlaubt es taktisch anspruchsvolle Kämpfe. Denn vor allem größere Monster verlangen, dass ihr in God of War verschiedenste Skills sinnvoll aufeinander abstimmt, um deren entsprechende Resistenzen zu umgehen oder Schwächen auszunutzen.

Wie viel Crafting & Co. steckt im Spiel?

God of War erlaubt euch, Kratos und Atreus stark eurem Spielstil anzupassen. Jede Menge Skills stehen zur Wahl, darüber hinaus stellt ihr per Crafting neue Rüstungen her, kauft euch Waffen und verbessert eure Ausrüstung obendrein mit Zaubern, Runen & Co.

Sowohl für Kratos als auch für Atreus könnt ihr so im Spielverlauf die verschiedensten Rüstungen erwerben, die jeweils unterschiedliche Effekte auf Charakterwerte und ähnliches haben. Lediglich die Bewaffnung der beiden ist fest vorgegeben.

Das motiviert zeitgleich, die Spielwelt genauer zu erkunden. Die Materialien – die ihr für all das braucht – findet ihr nämlich bei getöteten Gegnern, in Truhen oder in versteckten, beziehungsweise durch Rätsel verschlossenen Kisten.

Hier funktioniert God of War ähnlich wie ein Darksiders, sodass ihr immer wieder in Areale kommt, in denen ihr noch nicht voran kommt. Mal fehlt euch ein Skill, mal braucht ihr eine bestimmte Waffenfähigkeit, sodass auch bereits »abgeschlossene« Gebiete für einen späteren Besuch interessant bleiben.

Wie viel Spielzeit bietet God of War?

Wer sich rein auf die Kampagne von God of War konzentriert und Nebenquests sowie Erkundung auslässt, der ist rund 15 Stunden beschäftigt. Wenn ihr dagegen tatsächlich alles entdecken und mitnehmen wollt, dann solltet ihr eher rund 30 Stunden oder mehr einplanen.

Gibt es einen »New Game Plus«-Modus oder ähnliches?

Leider nein. Es kann durchaus sein, dass God of War später über ein Update einen solchen Modus spendiert bekommt, wie es auch bei Horizon Zero Dawn der Fall war.

Allerdings könnt ihr die Spielwelt von God of War auch nach der Kampagne noch weiter erkunden, Nebenquests abschließen und anderen Aktivitäten nachgehen.

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Sebastian Weber

Fazit

Es gibt für jede Konsole in der Regel exklusive Spiele, die Grund dafür sind, diese Hardware überhaupt zu kaufen. Auf der PlayStation 4 trifft das sicherlich auf Uncharted 4 zu, ebenso auf Horizon Zero Dawn, vielleicht auch auf Until Dawn – das wären zumindest meine persönlichen Empfehlungen. God of War reiht sich hier aber definitiv in die Liste der »Das muss jeder gespielt haben, selbst wenn er sich die PS4 extra kaufen muss«-Titel ein. Was Sony hier abliefert, begeistert einfach von Anfang bis Ende und bietet nur sehr wenig Angriffsfläche für Kritik (etwa der etwas irreführende Kompass). Doch davon abgesehen sind die Charaktere und die Geschichte erstklassig erzählt und gestaltet, die Kämpfe motivieren dauerhaft, die Grafik ist über jeden Zweifel erhaben – ebenso wie die Inszenierung. Sogar die deutsche Vertonung vermag es, nicht aufgesetzt, sondern authentisch und glaubwürdig zu wirken. Wer also eine PlayStation 4 besitzt und bei God of War nicht zuschlägt, der verpasst eines der – wenn nicht gar das beste – Spiel des noch jungen Jahres 2018. Wer keine PS4 zu Hause hat, aber sowieso schon mit der Sony-Konsole liebäugelt: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt!

Sebastian Weber
Sebastian Weber

Seit den ersten Pixelmännchen auf einem Commodore PET, liebt Sebastian Videospiele und hat heute vom PC, über Xbox One, PlayStation 4 bis hin zur Nintendo Switch alles zu Hause stehen, was virtuelle Welten auf den Bildschirm bringt. Dabei sind vor allem Rollenspiele und Action-Titel die erste Wahl.

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