Gears of War 4 im Test: Xbox-Action mit frischem Blut

Kettensägen an Sturmgewehren, schwer gepanzerte Kämpfer und ein kunstvoll überzeichneter Gewaltgrad. Im Test zeigt sich: Gears of War 4 hebt die erwachsene Shooter-Reihe auf ein neues Level.

  • von Michael Krüger am 10.10.2016, 7:29 Uhr

Nur weil man bei Epic Games keine Lust mehr auf Gears of War hat, muss nicht gleich Schluss mit der kultigen Action-Reihe sein. Das dachte man sich wohl bei Microsoft und erwarb kurzerhand die Lizenz für den Third-Person-Shooter. Damit die richtige Würze nicht fehlt, konnte einer der Gears of War-Väter für das neue Studio The Coalition gewonnen werden. Wie gut sich das Team um Rod Fergusson geschlagen hat und wie viel Gears in der Fortsetzung der Serie steckt, erfahrt ihr hier.

Neue Helden – Bewährte Härte

Habt ihr euch mit Gears of War bereits beschäftigt, kennt ihr sicher ihren Protagonisten Marcus Fenix. Nachdem sich dieser zur Ruhe gesetzt hat, ist nun sein Sohn JD an der Reihe und beweist, dass auch in ihm das Blut eines Kämpfers fließt.

Gemeinsam mit ein paar Freunden möchte der Fenix-Spross einer Rebellen-Siedlung helfen. Doch dazu müssen sie das Gebiet der Regierungskoalition KOR betreten. Die Leute hier gehören 25 Jahre nach den Ereignissen aus Gears of War 3 zwar weiterhin zu den Guten, halten allerdings nichts vom Widerstand, weshalb es immer wieder zu Kämpfen kommt.

Doch während ihr noch darüber nachdenkt, warum JD seinen Dienst als KOR-Soldat quittierte und nun auf Seite der Rebellen steht, überschlagen sich schon die Ereignisse. Innerhalb kürzester Zeit verwandelt sich eine einzige Nacht in eine nicht enden wollende Schlacht gegen einen neuen Feind. Der Schwarm, eine Art Weiterentwicklung der Locust, bahnt sich seinen Weg zur Oberfläche des Planeten und fordert Opfer, die ihr nicht bringen wollt. Gears of War 4 bringt ungewohnt viel Farbe in die Szenerien und ist teilweise deutlich heller als seine Vorgänger. Dennoch verliert das Spiel nicht das serientypische Flair und erzählt euch eine Geschichte, die durchaus kinoreif ist.

Der Horde-Modus erstrahlt in neuem Glanz

Ein neues Gears of War ohne Horde ist kaum vorstellbar. Immerhin war dieser kooperative Modus wegweisend für viele andere Spiele. Hier verschanzt ihr euch mit bis vier Freunden in einem abgesteckten Gebiet und verteidigt euch gegen immer stärkere Wellen von Gegnern. Wie die Kampagne, profitiert auch Horde 3.0 von neuen Exekutionen und Waffen. Spätestens wenn ihr eine näher rückende Menge Larven mit rotierenden Sägeblättern beschossen habt, kommt das gewohnte Gears-Gefühl zur Geltung.

Damit ihr nicht nur auf Manpower setzen müsst, erhaltet ihr dank des Fabrikators die Möglichkeit, Geschütze und Fallen zu bauen. Doch verlasst euch nicht zu sehr auf eure Hilfsmittel, denn jedes davon verfügt nur über eine bestimmte Menge an Energie und eure Feinde wissen darüber Bescheid. Vor euch liegen unerbittliche Kämpfe, bei denen der ein oder andere Liter Blut fließt. Die Neuerungen im Modus Horde sind super gelungen, das Niveau der Vorgänger wird gehalten.

Multiplayer satt!

Messt ihr euch lieber mit anderen Spielern anstelle der KI, gibt es ebenfalls reichlich zu tun. Auch der Mehrspieler-Modus wurde um einige interessante Aspekte erweitert. Gehört ihr beispielsweise zur Sorte Gelegenheitsspieler, werdet ihr euch bestimmt über den Modus Wettabrüsten freuen. Hier wechselt die Waffe eures Teams alle drei Kills zu einem schlechteren Modell. Auf diese Weise ist das führende Team jederzeit im Nachteil. Das ist nicht nur spannend, sondern auch herrlich chaotisch und sorgt für kurzweiligen blutigen Spaß.

Für etwas ernstere Ambitionen gibt’s den Modus Aufstieg. Hier steht Taktik an vorderster Stelle. Erledigt ihr einen Gegner, wird ein Team-Mitglied wiederbelebt. Es kann also durchaus sein, dass ein einzelner Spieler seine ganze Mannschaft zurück auf das Schlachtfeld holt. Für besonderen Nervenkitzel sorgt die Tatsache, dass bis kurz vor Schluss das Ergebnis noch herumgerissen werden kann. Damit ihr auch nach Tagen noch motiviert seid, steigt ihr in Stufen auf und erhaltet immer wieder neue Skins und Anpassungen. So habt ihr ausreichend Motivation für kooperatives sowie kompetitives Gemetzel.

Fazit

Auch wenn nicht jedem der etwas buntere Anstrich von Gears of War 4 gefallen wird, passt dieser unglaublich gut und wertet die Serie deutlich auf. Die Abläufe in der Kampagne könnten etwas dynamischer und das Ende spektakulärer sein, doch über diese Umstände trösten euch jede Menge toll inszenierte Momente hinweg. Hierfür sind auch aufregende Wettereffekte verantwortlich, die beizeiten das Spiel beeinflussen. Die ganz große Ladung Action bekommt ihr spätestens mit Horde 3.0 und dem komplett überarbeiteten Mehrspieler-Modus. Die Kombination aus Neuem und Bewährtem dürfte eingefleischte Gears-Fans wie Neulinge gleichermaßen begeistern.

Für Fans von:

  • Kettensägen-Action
  • Muskelbepackten Helden
  • adrenalingeladener Shooter-Action
Michael Krüger
Michael Krüger