FIFA und der ewige Krach mit dem Zuschauermodus

Auch bei FIFA 17 bereitet der fehlende Zuschauermodus den Fans Kummer. Wir erklären, was es mit dem Modus auf sich hat und warum er so wichtig wäre.

  • von eSport Studio am 02.11.2016, 8:22 Uhr

Erfolgreiche eSport-Titel haben ihn längst integriert: Den Zuschauermodus. Er ermöglicht unabhängigen Parteien, das Spiel von außerhalb zu betrachten, was vor allem bei Turnieren wichtig ist. Bei der FIFA-Reihe aber gab und gibt es keinen Zuschauermodus. Seit Jahren verlangt die Community danach, doch Hersteller Electronic Arts stellt sich quer.

Warum FIFA einen Zuschauermodus braucht

Prinzipiell sorgt der Zuschauermodus erst einmal für mehr Übersicht. Treten zwei Spieler gegeneinander an, kann eine dritte Partei aus einer neutralen Perspektive zuschauen. Für Außenstehende ist das deutlich angenehmer, als wenn sie das Match nur aus der Sicht eines Spielers verfolgen.

Neben der Übersichtlichkeit bietet ein Zuschauermodus normalerweise interessante Statistiken bezüglich der Partie, welche die Spieler selbst nicht sehen können. Dies hilft vor allem bei der Einordnung des Geschehens. In League of Legends kann zum Beispiel eingesehen werden, wie viel Gold die Teams bereits erspielt haben. Bei FIFA wäre also vorstellbar, dass der Zuschauer schon während des Spiels etwas über die Passgenauigkeit oder die Torschüsse erfährt.

Gerade bei Online-Turnieren spielt der Zuschauermodus eine bedeutende Rolle: Eine unabhängige Partei hat die Möglichkeit, das Geschehen über eine Streaming-Plattform wie Twitch zu übertragen. Diese Methode findet bei allen eSport-Events Anwendung und macht das Leben der Veranstalter deutlich leichter als die aktuelle FIFA-Notlösung. Denn diese bereitet sowohl der Community, als auch den Veranstaltern einige Probleme.

Das Problem mit den Online-Turnieren

FIFA hat keinen Zuschauermodus, was vor allem die Übertragung von Turnieren zu einem Abenteuer macht. Werden Events von zuhause gespielt, müssen die Teilnehmer selbst ihre Partien streamen. Oft greifen Kommentatoren auf diese Übertragungen zurück. Das ist aber nicht immer ganz so einfach. Denn die Übertragung von Partien setzt nicht nur die richtige Technik, sondern auch eine schnelle Internetverbindung voraus.

Einige FIFA-Spieler können sich die entsprechende Technik nicht leisten, und auch auf die Qualität der Internetleitung haben sie keinen Einfluss. Das führt bei Online-Turnieren oft zu Chaos. Einzelne Matches können gar nicht übertragen werden, da einige Spieler nicht die nötige Bandbreite zur Verfügung haben. Und selbst wenn, kommt es immer wieder vor, dass der Stream mitten in der Übertragung abbricht und die Kommentatoren ahnungslos vor ihren Bildschirmen sitzen. Und selbst wenn die Technik mitspielt, kann das Match immer nur aus der Sicht des übertragenden Spielers verfolgt werden.

EA blockiert seit Jahren

Die Community fordert schon lange einen Zuschauermodus, doch Hersteller Electronic Arts hat immer dieselbe Erklärung: Die Umsetzung sei technisch noch nicht möglich. Dennoch stehe die Implementierung eines solchen Features zumindest auf der Agenda.

Sinnvoll scheint das Ganze vor allem in Hinblick auf die Zukunft, da EA SPORTS sich stärker am eSport beteiligen möchte und deshalb eine “kompetitive Gaming Division” angekündigt hat. Der Zuschauermodus würde Turniere deutlich erleichtern und somit auch EA eine Last von den Schultern nehmen – bzw. endlich von der Frage erlösen, wann dieses wichtige Feature nun endlich kommt.

von Kristin Banse

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